WM 2010 - Gruppe D: Australien - Serbien

Serbische Euphorie gegen Hoffen auf Jesus

SID
Dienstag, 22.06.2010 | 16:16 Uhr
Branislav Ivanovic hat bisher 33 Länderspiele für Serbien absolviert
© Getty
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Euphorie und Überheblichkeit gegen Trotz und das Hoffen auf Jesus: Eigentlich sind die Rollen vor dem abschließenden Duell der bisherigen deutschen WM-Gegner am Mittwoch in Nelspruit (20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SKY) klar verteilt: Die serbischen Adler haben den Achtelfinal-Einzug nach dem Triumph gegen Deutschland (1:0) selbst in der Hand, die australischen Socceroos müssen nach der Demütigung durch das DFB-Team (0:4) auf ein Wunder und göttlichen Beistand hoffen.

"Ist Kennedy der große Erlöser?", titelte dann auch das größte Blatt des Landes, The Australian. Denn der langjährige Bundesliga-Profi Joshua Kennedy, von den Mannschaftskollegen wegen seines Äußeren Jesus genannt, bekommt seine Chance von Anfang an. Gemeinsam mit dem nach seiner Rotsperre zurückkehrenden Tim Cahill soll er das Unmögliche möglich machen.

"Wenn ich mit Cahill zusammengespielt habe, haben entweder er oder ich immer ein Tor gemacht", sagte Kennedy, der von 1999 bis 2009 für sechs Vereine in Deutschland aktiv war. Frustriert wechselte er im vergangenen Sommer zu Nagoya Grampus Eight nach Japan, wo ihm ausgerechnet die serbische Fußball-Ikone Dragan Stojkovic als Trainer wieder Selbstvertrauen einimpfte.

Einen Sieg von Ghana gegen das DFB-Team und einen eigenen Erfolg braucht das Team von Down Under am Mittwoch; sollte Deutschland gewinnen, müssen die Socceroos fünf Tore auf die Afrikaner wettmachen. "Wir brauchen ein Wunder und Ghana. Ich bitte Ghana: Haut die Deutschen weg", sagte Dario Vidosic vom MSV Duisburg.

Australier hoffen auf serbische Überheblichkeit

In erster Linie hoffen die Australier auf Überheblichkeit der Serben, die jenen offenbar schon beim Auftakt gegen Ghana (0:1) zum Verhängnis geworden war. Den ersten Sieg gegen Deutschland nach 37 Jahren feierte das Team von Balkan jedenfalls bis nach Mitternacht. Und auch viele Aussagen klangen, als wähnten sich die Serben schon sicher im Achtelfinale.

Trainer Radomir Antic überlegt sogar, einige der sechs mit einer Gelben Karte vorbelasteten Spieler für die nächste Runde zu schonen. "Wir haben noch nicht entschieden, was wir tun und wir werden es wohl auch erst in letzter Minute entscheiden", sagte Antic, der den Coup gegen den Vize-Europameister "dem serbischen Volk" widmete und im Spiel seiner Mannschaft "eine gewisse Arroganz" lobte.

Auf jeden Fall auf der Bank Platz nehmen wird aus diesem Sextett wohl Neven Subotic, obwohl der Innenverteidiger von Borussia Dortmund gegen Deutschland im 15. Länderspiel erstmals vollauf überzeugte. Er wird aber Platz machen müssen für Aleksandar Lukovic, der nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder neben Star-Verteidiger Nemanja Vidic (Manchester United) rücken wird. "Es ist gut, dass Lukovic wieder dabei ist. Er bringt etwas Stahl in unsere Defensive", meinte Antic. Ob der langjähriger Berliner Marko Pantelic in die Startelf zurückkehrt, ist noch offen.

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