WM 2010

Verirrter Fan sagte Beckham die Meinung

SID
Sonntag, 20.06.2010 | 10:11 Uhr
David Beckham absolvierte bei drei Weltmeisterschaften 13 Spiele und erzielte drei Treffer
© Getty
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"Das ist eine Schande": Mit diesen Worten hat sich der verirrte englische Fan, der nach der Partie gegen Algerien in die englische Kabine vordrang, an David Beckham gewandt.

"Das ist eine Schande": Mit diesen Worten hat sich der verirrte englische Fan, der nach der Partie gegen Algerien in die englische Kabine vordrang, an David Beckham gewandt.

Er wollte angeblich nur auf die Toilette, doch plötzlich stand Pavlos Joseph vor dem verletzten David Beckham und dem nackten Joe Cole. Und das alles nur, weil ihre Königlichen Hoheiten Prinz William und Prinz Harry nicht aufgepasst hatten, als sie die Kabine der englischen Fußball-Nationalmannschaft verließen.

Offenbar mühelos in den Hochsicherheitstrakt

"Harry und ich haben die Tür offen gelassen, deshalb ist es überhaupt passiert. Es war unser Fehler", sagte Prinz William nach dem Eklat in Kapstadt mit britischem Humor.

Pavlos Joseph, ein mutmaßlich normaler englischer Fan, schaffte es am Freitagabend nach dem WM-Spiel zwischen England und Algerien (0:0) offensichtlich mühelos bis ins Allerheiligste - und damit in den Hochsicherheitstrakt eines WM-Stadions.

Die englischen Prinzen William und Harry hatten kurz vor dem Vorfall den Three Lions einen Besuch abgestattet. Als der 32 Jahre alte Fan in der Kabine der englischen Auswahl stand, waren die Söhne von Thronfolger Prinz Charles allerdings nicht mehr zugegen.

Festnahme wegen Hausfriedensbruch

Am Sonntag bekam Joseph dann den Arm des Gesetzes zu spüren. Die Polizei nahm ihn in seinem Hotel in der Nähe von Kapstadt wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch fest. "Die Anzeige bezieht sich auf das unerlaubte Betreten der englischen Kabine nach dem WM-Spiel zwischen England und Algerien am Freitag", hieß es.

Zuvor hatte Joseph behauptete, er sei in dem Kabinentrakt nur auf der Suche nach einer Toilette gewesen, als er auf einmal in die Umkleidekabine seiner Idole lief. "Plötzlich sprach David. Er ging auf mich zu und fragte mich, wer ich sei", sagte Joseph dem "Sunday Mirror" und berichtete ausführlich den weiteren Ablauf: "Ich habe David tief in die Augen geschaut und gesagt: 'David, wir haben eine Menge Geld ausgegeben. Das ist eine Schande. Was wirst Du dagegen tun?'"

Vorfall "ist inakzeptabel"

Die FIFA kündigte nach dem Vorfall die Einführung höherer Sicherheitsstandards an. "Wir müssen auf jeden Fall verhindern, dass sich so etwas wie in Kapstadt wiederholen kann. Das ist inakzeptabel", sagte Mediendirektor Nicolas Maingot.

So harmlos sich der Fall im Nachhinein auch darstellt - er zeigt ein immer schlimmer werdendes Problem bei der WM in Südfrika: Das Sicherheitspersonal handelt bei den Kontrollen von Tag zu Tag großzügiger, einige Posten am Soccer-City-Stadion von Johannesburg sind zeitweise unbesetzt. Niederländische Journalisten gelangten am Samstag im Rahmen eines Tests ohne Akkreditierung ins Stadion von Pretoria.

Inwieweit das Sicherheitspersonal verstärkt wird oder Ein- und Ausgänge in Zukunft anders besetzt werden, konnte Maingot nicht sagen. "Der Fall ist Thema unserer Sicherheitsgespräche. Wir warten auf den ausführlichen Bericht der Polizei und die Auswertungen der Videoaufzeichnungen. Dann sehen wir weiter", sagte er.

"Es kam zu keinem physischen Kontakt"

Auch das Organisationskomitee der WM schaltete sich ein und bemühte sich um Aufklärung. "Die Mannschaft wurde durch den Fan nicht beeinträchtigt. Es kam zu keinem physischen Kontakt mit den Spielern. Die Person wurde sofort der Polizei übergeben und aus dem Stadion geleitet", sagte OK-Sprecher Jermaine Craig. Auch er versprach, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen werde.

Der englische Fußball-Verband FA hatte mit Empörung auf das Erscheinen des ungebetenen Gastes reagiert. "Wir haben formal Beschwerde eingereicht, dies wird nun noch in schriftlicher Form erfolgen. Dies ist nicht akzetabel. Zum Glück ist nichts passiert", sagte ein Sprecher.

Nicht bekannt ist, was mit dem Fan passiert. Die Polizei hat ihn ausführlich befragt, eine Strafe scheint es allerdings nicht zu geben. Angeblich hat der Anhänger noch ein Ticket für das letzte Gruppenspiel in Port Elizabeth.

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