Schulen bleiben zu: Messi statt Mathe

SID
Mittwoch, 16.06.2010 | 15:16 Uhr
Auch gegen Griechenland will Lionel Messi (r.) zu Höchstform auflaufen
© Getty
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Erst schließt Lionel Messi Argentiniens Schulen, dann will er das Tor zum Einzug ins WM-Achtelfinale öffnen: Wenn der Weltfußballer am Donnerstag in Johannesburg mit der Albiceleste gegen Südkorea zum zweiten Vorrundenspiel antritt, hat die Bildung im Land des zweimaligen Weltmeisters keine Chance.

Da die Begegnung (Do. 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) in Argentinien aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 8.30 Uhr beginnt, müssen die Schüler auf Beschluss des Kultusministeriums erst nach dem Abpfiff zum Unterricht erscheinen. Vorher heißt es: Messi statt Mathe.

Der kleine Zauberkünstler vom FC Barcelona verspricht zumindest dem Gegner eine Lehrstunde. "Unser Team hat alles, um Weltmeister zu werden. Wenn wir alle Dinge als Mannschaft gut umsetzen, wird es ganz schwer, uns zu schlagen", sagt Messi, der bereits beim 1:0 zum Auftakt gegen Nigeria für mächtig Spektakel sorgte.

Einzig beim Torabschluss haperte es. Für Nationaltrainer Diego Maradona steht sein Lieblingsschüler trotzdem über allen anderen.

Maradona teilt ordentlich aus

So lästert Dieguito sogar über die bisher treffsicherere Konkurrenz. "Podolski, Maicon, Elano - keiner kann sich mit Messi messen. Lio ist der beste Spieler dieses Turniers", meinte der glänzend aufgelegte Coach am Mittwoch in Pretoria und trällerte einem Journalisten sogar ein Geburtstagsständchen. Einmal in Fahrt bekamen auch Maradonas Erzrivalen Pele und Michel Platini ihr Fett weg.

"Pele sollte man ins Museum stellen", ätzte der 49-Jährige in Richtung der brasilianischen Fußball-Ikone. UEFA-Präsident Platini wird wohl auch kein Freund Maradonas mehr.

"Zu ihm habe ich ein distanziertes Verhältnis. Wir kennen die Franzosen. Sie halten sich für etwas Besseres", urteilte der Argentinier. Das Spiel gegen Südkorea schien schon fast in den Hintergrund zu geraten, dann schickte Maradona auch einen Gruß an die Asisaten hinterher: "Wir werden gewinnen. Ihr habt keinen Messi."

Von Messis Künsten eingeschüchtert war Südkorea vor dem Duell im Soccer-City-Stadion aber ohnehin schon. "Lionel ist ein Magier. Es ist sehr schwierig, ihn aufzuhalten", sagt Mannschaftskapitän Park Ji-Sung von Manchester United.

Südkorea gibt sich kämpferisch

Torhüter Jung Sung-Ryong greift zu martialischeren Worten: "Wir haben schon ein wenig Angst vor Messi. Um ihn zu stoppen, müsste man ihm wohl die Beine brechen."

Auch wenn der 25-Jährige versicherte, dies nur im Scherz gesagt zu haben, dürfte Zigarrenliebhaber Maradona der Qualm im Halse stecken geblieben sein.

Schließlich hat der 49-Jährige schon selbst schmerzhafte Erfahrungen mit den Asiaten gemacht. Auf dem Weg zum WM-Titel 1986 hatte ihn Südkoreas heutiger Trainer Huh Jung-Moo im Vorrundenspiel (3:1) brutal niedergestreckt.

"Er hat nicht Fußball gespielt, sondern Taekwondo praktiziert", äußert Maradona und schaut, als würde der Fußbabdruck noch immer seinen Körper zieren.

Huh Jung-Moos Mannen wollen über sich hinauswachsen

Dass das aktuelle Team der Südkoreaner keine Treter-Truppe ist, bewies man beim 2:0-Auftaktsieg gegen Otto Rehhagels hilflose Griechen.

"Argentinien ist einer der Titelkandidaten. Vielleicht können wir aber über uns hinauswachsen", sagt Huh, dessen Team in Bestbesetzung antreten kann. Maradona muss derweil auf Juan Sebastian Veron verzichten. Der Spielmacher hat Probleme mit der Wadenmuskulatur.

Die meisten Blicke werden am Donnerstag aber sowieso erneut auf Messi gerichtet sein. Dieser will sich nach seinen in der Vergangenheit nicht immer überzeugenden Auftritten im Nationaltrikot endgültig in die Herzen seiner Landsleute spielen.

"In der Seleccion war ich manchmal ein anderer als bei Barca. Jetzt werde ich zeigen, wer ich wirklich bin", verspricht der 22-Jährige. Argentiniens Schüler werden genau hinsehen - auch wenn ihnen im Falle eines Sieges nicht viel Zeit zum Feiern bliebe. Ab einer 15-minütigen Verspätung gibt es einen Eintrag ins Klassenbuch.

Maradona lästert über Pele und Platini

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