Achtelfinale: Niederlande - Slowakei 2:1

Robben trifft! Niederlande im Viertelfinale

Von Daniel Börlein / Philipp Dornhegge
Montag, 28.06.2010 | 17:52 Uhr
Holland-Kapitän Giovanni van Bronckhorst ist vor dem Slowaken Miroslav Stoch am Ball
© Getty
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Die Niederlande haben den Sprung ins Viertelfinale geschafft. Das Team von Trainer Bert van Marwijk bezwang die Slowakei mit 2:1 (1:0).

Vor 61.962 Zuschauern in Durban brachte Arjen Robben die Elftal in Führung (18.). Wesley Sneijder sorgte in der 84. Minute für die Entscheidung. Robert Vittek gelang in der Nachspielzeit lediglich der Ehrentreffer (90.+4).

Die Niederländer, die mittlerweile seit 23 Partien unbesiegt sind, treffen nun im Viertelfinale auf den Sieger der Partie Brasilien gegen Chile.

Nachbetrachtung:

Was sich in der Vorrunde schon abzeichnete, bestätigte sich nun auch im ersten Spiel der K.o.-Phase: Die Niederländer verzichten auf Offensiv-Spektakel und setzen stattdessen auf nüchternen Ergebnis-Fußball.

Anders als bei vielen anderen Turnieren, in denen die Elftal schon früh spielerische Glanzpunkte setzte, mogelt sich Oranje dieses Mal einfach irgendwie durch, gewann bislang aber auch alle Spiele verdient.

Und das, obwohl bei einigen Akteuren noch viel Luft nach oben ist. Robben ist längst nicht bei 100 Prozent, an Robin van Persie lief auch gegen die Slowakei das Spiel vorbei und Wesley Sneijder taucht immer wieder für längere Phasen ab.

Das große Fragezeichen bleibt nach wie vor die Defensive. Auch gegen die Slowakei wurden Mathijsen und Co. kaum gefordert, ließen in der Schlussphase allerdings zwei dicke Chancen zu. Immerhin konnte sich dadurch Keeper Stekelenburg auszeichnen.

Im Viertelfinale wird die niederländische Abwehr nun deutlich mehr gefordert werden - egal ob der Gegner Brasilien oder Chile heißt. Einfach irgendwie durchmogeln kann sich Oranje dann nicht mehr.

Reaktionen:

Trainer Bert van Marwijk (Niederlande): "Es ist natürlich toll, dass Robben nach seiner Verletzungspause gleich ein Tor macht. Wir haben gut angefangen, mussten früher das 2:0 machen. Stekelenburg hat uns vor einem Gegentor bewahrt."

Arjen Robben (Niederlande): "Das perfekte Spiel muss erst noch kommen. Wichtig aber ist erstmal, dass wir weiter sind. Ich bin richtig glücklich."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei den Niederländern steht Robben erstmals in der Startelf. Der angeschlagene van der Vaart sitzt draußen. Die Slowakei muss den gesperrten Strba ersetzen. Trainer-Sohn Weiss rückt dafür ins Team.

18., 1:0, Robben: Perfekter Diagonalpass in den Lauf von Robben, der an der Sechzehnergrenze seinen Lieblingshaken schlägt und in die Mitte zieht. Durica und Zabavnik lassen sie sich komplett übertölpeln und sehen zu, wie der Bayern-Star unbedrängt in die rechte untere Ecke abzieht. Der Schuss ist nicht hart, aber platziert und so streckt sich Mucha vergeblich.

50.: Robben macht mit Zabavnik das Gleiche wie vor dem 1:0, schließt erneut flach ab, aber in die andere Ecke. Mucha taucht ab und pariert glänzend!

51.: Robben dribbelt sich von links in den Strafraum und bedient flach Mathijsen, der nur noch einschieben muss. Doch Mucha klärt mit dem Gesicht.

67.: Erste klasse Gelegenheit von Stoch, der links zwei Leute umkurvt und zentral aus zwölf Metern abzieht. Stekelenburg pariert den etwas zu unplatzierten Schuss.

67.: Kucka bedient Hamsik, der direkt auf Vittek weiterleitet. Plötzlich steht der Ex-Club-Stürmer allein vor Stekelenburg, aber anstatt die Kugel aus 13 Metern ruhig einzuschieben, knallt er sie dem Keeper genau in die Arme.

84., 2:0, Sneijder: Beim langen Ball aus der eigenen Hälfte will Mucha klären, kommt aber zu spät, so dass Kuyt die Kugel am Keeper vorbei spitzelt. Zwei Abwehrspieler sichern das Tor ab, aber Kuyt sieht den mitgelaufenen Sneijder, der zentral aus zehn Metern einschiebt.

90.+3, 2:1, Vittek (Elfmeter): Jakubko wird von Stekelenburg von den Beinen geholt. Bei Elfer geht Stekelenburg nach rechts, Vittek schießt nach links.

Fazit: Wieder kein grandioser Auftritt der Niederländer, dennoch aber ein überzeugender Sieg gegen alles in allem schwache Slowaken.

Der Star des Spiels: Arjen Robben (SPOX-Note 2). Es war noch nicht wieder der Robben, den man vom FC Bayern kennt, dennoch war der Flügelstürmer bei seinem ersten Einsatz von Beginn an der mit Abstand gefährlichste Offensivakteur auf dem Platz. Erzielte das 1:0 mit einer starken Einzelaktion selbst und war an jeder gefährlichen Aktion der Niederländer beteiligt.

Auch für die SPOX-User war Robben der "Man of the Match"?

Die Gurke des Spiels: Erik Jendrisek (SPOX-Note 5). Der Neu-Schalker durfte erneut auf dem linken Flügel ran, war aber überhaupt keine Option im Angriffsspiel der Slowaken. Konnte kaum einen Ball halten, bot sich schlecht an und setzte gegen den ebenfalls schwachen van der Wiel keinerlei Akzente. In der Verfassung wird er es auf Schalke schwer haben.

Die Pfeife des Spiels: Alberto Undiano. Der Spanier, der das deutsche Team gegen Serbien geleitet hatte, pfiff auch dieses Mal ziemlich kleinlich, verzichtete immerhin auf ein erneutes Karten-Festival. Robbens Gelbe für ein Handspiel war allerdings unberechtigt.

Analyse: So viel steht nun fest: Auch mit Arjen Robben spielen die Niederländer keinen bedingungslosen Offensiv-Fußball. Das Zauberwort lautet vielmehr Ballkontrolle. Auch gegen die Slowakei lief der Ball meist erst über mehrere Stationen im Mittelfeld, ehe der Pass in die Spitze gespielt wurde.

Schnell kontrollierte Oranje dadurch die Partie, ein öffnender Pass und eine tolle Einzelaktion von Robben münzten die optische Überlegenheit in etwas Zählbares um. Fortan hatten die Niederländer kaum noch Probleme mit lange Zeit harmlosen Slowaken, bei denen vor allem auf den Außenpositionen zu wenig passierte.

Van Bommel, der einen Tick offensiver agiert als bei den Bayern, und de Jong schlossen das Zentrum und ließen den Gegner dadurch nicht zu tief durch die Mitte in die eigene Hälfte kommen. Allerdings verpassten es die Niederländer, frühzeitig den Sack zu zumachen, so dass die Slowakei noch zu zwei guten Chancen kam, ehe Sneijder alles klar machte.

Niederlande - Slowakei: Fakten zum Spiel

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