Das DFB-Team in der Einzelkritik

Viermal Note 1 für Deutschlands Helden

Von Für SPOX in Bloemfontein: Stefan Rommel
Sonntag, 27.06.2010 | 17:56 Uhr
Arne Friedrich und Manuel Neuer waren bärenstark gegen England
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft steht im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2010. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw siegte im Achtelfinal-Klassiker gegen den Erzrivalen England mit 4:1 (2:1) und steht damit in der Runde der letzten Acht.

Vor 40.510 Zuschauern im Free State Stadium zu Bloemfontein erzielten Miroslav Klose (20.) und Lukas Podolski (32.) und der alles überragende Thomas Müller (67., 70.) mit einem Doppelpack die Tore für Deutschland. Matthew Upson (37.) traf für die Engländer.

Neben den beiden Torschützen verdienten sich erneut Arne Friedrich und Bastian Schweinsteiger Bestnoten im DFB-Team. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.

Manuel Neuer: Mit viel Licht, aber auch einem Schatten. Gezielte Abwürfe, der Assist beim Tor von Klose, die Wahnsinns-Paraden bei Lampards und Gerrards Schüssen aus kürzester Distanz. Aber auch der Fehler beim 1:2, als er aus dem Kasten stürmt und zu spät kommt. Danach aber wieder sicher, bei Lampards Lattenkracher hätte aber auch er keine Chance gehabt. Note 2

Philipp Lahm: Auch beim Kapitän ein Spiel mit Licht und Schatten. Sehr gut in der Balleroberung, aber teilwiese mit leichtsinnigen Abspielen in der Vorwärtsbewegung. Eine solide Vorstellung des Kapitäns. Note 3

Per Mertesacker: Der Wackel-Fuß in der Spieleröffnung und wenn der Gegner Druck auf ihn ausgeübt hat, war nicht zu übersehen. Aber Mertesacker war in der Defensive deutlich stabiler als in den letzten Spielen. Der Bremer beschränkte sich auf die einfachen Dinge und lag damit richtig. Note 3

Arne Friedrich: Wie bisher bei dieser WM: Aggressiv am Mann, antrittsstark und immer hellwach. Absolut fantastische Abwehraktion Mitte der zweiten Halbzeit gegen Defoe. Erneut eine überragende Leistung Friedrichs. Note 1

Jerome Boateng: Defensiv hielt er so gut wie immer seine defensive Position, hatte da Milner gut im Griff. Nach vorne deutlich verhaltener. Sollte aber auch als Absicherung für Podolski und gegen Johnson agieren und tat wie ihm befohlen. Allerdings verlor er Upson beim Gegentor aus den Augen und rückte manchmal auch zu schnell in die Zentrale ein, womit Milner häufig flanken durfte. Note 3

Bastian Schweinsteiger: Erneut der Spielmacher von hinten heraus. Jeder deutsche Angriff musste erst Schweinsteigers Qualitätsfüße berühren. Machte auch immer wieder geschickt im Zentrum Druck auf die englische Doppel-Sechs und zwang den Gegner so zu vielen langen Bällen. Riesen-Pass vor dem 3:1 auf Müller. Eine glatte 1.

Sami Khedira: Deutlich defensiver in seiner Anlage als bisher. Beschränkte seine Ausflüge auf ein paar ausgewählte Momente. Leider wurde er nicht immer von den Mitspielern gesehen oder gefunden, wenn er in die Spitze durchmarschierte. Dafür in der Defensive bärenstark. Note 2

Thomas Müller: Überragend in der Antizipation für Spielsituationen und Laufwege. Wählte selbst fast immer den richtigen Kurs durch die englische Deckung und bediente seine Mitstreiter teilweise traumhaft. Sein 3:1 hatte alles, was ihn auszeichnet: Geschwindigkeit, Übersicht, Abgezocktheit - und auch ein bisschen Glück. Note 1

Mesut Özil: Mit einem holprigen Start, dann aber besser in der Partie und ein großer Störfaktor für die englische Defensive. Gegenspieler Barry entwischte er immer wieder und stieß dann über die Flügel in die Lücken. Intelligentes Spiel, wenngleich im Abschluss unglücklich. Einen Antritt wie vor dem 4:1 kennt man eigentlich nur von Lionel Messi. Note 2

Lukas Podolski: Zuerst fast gar nicht zu sehen. Dann aber besser in der Partie. Klemmte Johnson gut in der Defensive fest und half einige Male auch gut hinten aus. Beim Eckball vor dem 1:2 aber verpennte Poldi die kurz gespielte Variante. In der zweiten Halbzeit wieder gefestigter in seinen Aktionen. Note 3

Miroslav Klose: Der alte Miro ist zurück! Spritzig, einsatzfreudig, trickreich. Nur leider nicht völlig kalt vor dem Tor. Hatte nach seinem Treffer gleich noch zwei dicke Dinger auf dem Schlappen - wobei einmal auch Pech dabei war. Aber seine Laufwege und sein Durchsetzungsvermögen waren ein Traum. Hat mit seinem insgesamt 12. WM-Treffer Klinsmann und den Ungarn Kosic in der ewigen Torjägerliste überholt und liegt nun gemeinsam mit Pele auf Rang vier. Note 1

Piotr Trochowski: Kam für den völlig ausgelaugten Müller in die Partie und machte seine Sache auf der rechten Seite gut. Einige gute Aktionen, wenngleich auch ohne Abschluss. Keine Bewertung

Mario Gomez: Gute Laufwege, aber einmal mehr zu überhastet und staksig in seinen Aktion. War einmal frei durch und hätte abschließen müssen, wähnte aber Upson in seinem Rücken und schlug den falschen Weg ein. Keine Bewertung

Stefan Kießling: Durfte noch ein paar Minuten WM-Luft schnuppern, als er für Özil eingewechselt wurde.  Keine Bewertung.

Deutschland - England: Fakten zum Spiel


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