Montag, 01.03.2010

32 Länder - 32 Geschichten: Argentinien

Argentinien: Ein blutverschmierter Stern

32 Teams nehmen an der Weltmeisterschaft in Südafrika teil. Jedes Teilnehmerland hat seine eigene Geschichte zu erzählen. SPOX greift aktuelle Entwicklungen auf, lässt Protagonisten zu Wort kommen oder beleuchtet historische Ereignisse. Zum Auftakt: Argentinien.

Junta-General Jorge Videla (links neben dem Pokal) kurz vor der Pokalübergabe an Daniel Passarella
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Junta-General Jorge Videla (links neben dem Pokal) kurz vor der Pokalübergabe an Daniel Passarella

Zwei Sterne schmücken das Wappen des argentinischen Fußballverbandes. Zwei goldene Sterne, die für die beiden WM-Titel der Nationalmannschaft stehen. Die Spieler der Albiceleste tragen dieses Emblem mit den Sternen über ihrem Herzen.

Die Argentinier sind stolz auf ihr Land, ihre europäische Herkunft und ihre Fußballer. Der Gemütszustand einer ganzen Nation hängt auch vom Abschneiden der Nationalmannschaft ab. Ein zur Schwermut neigendes Land richtet sich an diesem Team auf, besonders in Krisenzeiten.

"Die Nationalmannschaft ist wie in allen südamerikanischen Ländern wahnsinnig wichtig. Die Albiceleste eint das Land, da sind die Argentinier wieder sehr Argentinier", erklärt Peter Burghardt, Südamerika-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Buenos Aires, gegenüber SPOX.

Hand Gottes bei der WM 1986

Argentinien ist stolz auf seine Weltmeistertitel. Dabei haftet beiden Triumphen ein großer Makel an. 1986 entschied ein Hand-Tor von Diego Armando Maradona das Viertelfinale gegen England.

Auch wenn es der heutige Nationalcoach hinterher als Hand Gottes verkaufte, bleibt es ein regelwidriges Tor, das niemals hätte zählen dürfen.

Den Menschen in Argentinien war das egal. In Zeiten der Hyperinflation, in der das Geld, das man am Morgen verdiente, am Abend schon nichts mehr wert war, war Fußball eine Fluchtmöglichkeit.

Und ohne Zweifel bleibt, dass Argentinien dank seiner genialischen 10 der verdiente Sieger dieses Turniers war.

Diego Maradona wird 50 - Sein Leben in Bildern
Überdimensionale Lichtgestalt: Diego Maradona wurde am 30. Oktober 2010 50 Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert vollgepackt mit Triumphen und Skandalen. Herzlichen Glückwunsch!
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Überdimensionale Lichtgestalt: Diego Maradona wurde am 30. Oktober 2010 50 Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert vollgepackt mit Triumphen und Skandalen. Herzlichen Glückwunsch!
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Diego Maradona bei der WM 2010 in Südafrika. Das Rampenlicht ist seins. Nach der 0:4-Klatsche gegen Deutschland musste Argentiniens Staatsheiligtum den Hut nehmen
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Diego Maradona bei der WM 2010 in Südafrika. Das Rampenlicht ist seins. Nach der 0:4-Klatsche gegen Deutschland musste Argentiniens Staatsheiligtum den Hut nehmen
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Diego Maradona war schon zu Beginn seiner Karriere ein ganz Ausgeschlafener
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Diego Maradona war schon zu Beginn seiner Karriere ein ganz Ausgeschlafener
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Schon in jungen Jahren war er ein Star in seiner Heimat
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Schon in jungen Jahren war er ein Star in seiner Heimat
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Jetzt wissen wir bescheid: Oli Bierhoff trat in Sachen Shampoo-Werbung die Nachfolge von keinem geringeren als Maradona an
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Jetzt wissen wir bescheid: Oli Bierhoff trat in Sachen Shampoo-Werbung die Nachfolge von keinem geringeren als Maradona an
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Nach seiner ersten WM blieb Maradona gleich in Spanien und heuerte 1982 beim FC Barcelona an
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Nach seiner ersten WM blieb Maradona gleich in Spanien und heuerte 1982 beim FC Barcelona an
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Nach nur zwei Jahren im Camp Nou wechselte Maradona zum SSC Neapel, wo er seine erfolgreichste Zeit als Spieler erlebte
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Nach nur zwei Jahren im Camp Nou wechselte Maradona zum SSC Neapel, wo er seine erfolgreichste Zeit als Spieler erlebte
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Oft genug sollte Maradona noch auf den Boden zurück geholt werden
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Oft genug sollte Maradona noch auf den Boden zurück geholt werden
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Carlos Bilardo und sein Spielmacher Diego Maradona auf dem Weg zum WM-Titel 1986
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Carlos Bilardo und sein Spielmacher Diego Maradona auf dem Weg zum WM-Titel 1986
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Im Viertelfinale konnte Maradona mit Hilfe "der Hand Gottes" gegen England treffen
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Im Viertelfinale konnte Maradona mit Hilfe "der Hand Gottes" gegen England treffen
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Im selben Spiel erzielte Maradona nach einem Solo über den halben Platz das Tor des Jahrhunderts - Argentinien gewann 2:1
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Im selben Spiel erzielte Maradona nach einem Solo über den halben Platz das Tor des Jahrhunderts - Argentinien gewann 2:1
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Im Finale besiegte Argentinien Deutschland mit 3:2. Maradona erzielte insgesamt fünf Tore und wurde Spieler des Turniers
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Im Finale besiegte Argentinien Deutschland mit 3:2. Maradona erzielte insgesamt fünf Tore und wurde Spieler des Turniers
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Diego Maradona mit "seinem" WM-Pokal
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Diego Maradona mit "seinem" WM-Pokal
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34 Mal traf Maradona für die Albiceleste
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34 Mal traf Maradona für die Albiceleste
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Mit dem SSC Neapel gewann er 1989 den UEFA-Cup gegen den VfB Stuttgart, zudem holte er mit Napoli zweimal den Scudetto
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Mit dem SSC Neapel gewann er 1989 den UEFA-Cup gegen den VfB Stuttgart, zudem holte er mit Napoli zweimal den Scudetto
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Bei der WM '90 blieb Maradona unter seinen Möglichkeiten. Das Finale ging mit 1:0 an Deutschland
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Bei der WM '90 blieb Maradona unter seinen Möglichkeiten. Das Finale ging mit 1:0 an Deutschland
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Nach der WM wird Maradona des Drogenkonsums überführt. Er verlässt Neapel und beginnt 1992 beim FC Sevilla neu
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Nach der WM wird Maradona des Drogenkonsums überführt. Er verlässt Neapel und beginnt 1992 beim FC Sevilla neu
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1994 konnte er sich sogar wieder in den Kader der Argentinier für die WM in den USA spielen
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1994 konnte er sich sogar wieder in den Kader der Argentinier für die WM in den USA spielen
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Bei der WM '94 in den USA gelang ihm famoses Comeback. Maradona wurde aber erneut des Dopings überführt und gesperrt
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Bei der WM '94 in den USA gelang ihm famoses Comeback. Maradona wurde aber erneut des Dopings überführt und gesperrt
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1997 beendete Maradona seine aktive Karriere bei den Boca Juniors
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1997 beendete Maradona seine aktive Karriere bei den Boca Juniors
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Erst versuchte er sich als Boxer
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Erst versuchte er sich als Boxer
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Maradona nimmt an Lothar Matthäus' Abschiedsspiel teil: Sie waren die Stars im internationalen Fußball Ende der 80er Jahre
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Maradona nimmt an Lothar Matthäus' Abschiedsspiel teil: Sie waren die Stars im internationalen Fußball Ende der 80er Jahre
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Maradona fällt in ein tiefes Loch...
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Maradona fällt in ein tiefes Loch...
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Er nimmt zu...
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Er nimmt zu...
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Maradona überfordert und leicht dicklich bei einer PK
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Maradona überfordert und leicht dicklich bei einer PK
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Später muss er zum Drogenentzug nach Kuba
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Später muss er zum Drogenentzug nach Kuba
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Zur WM 2006 kommt Maradona als Edelfan der Albiceleste...
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Zur WM 2006 kommt Maradona als Edelfan der Albiceleste...
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Mit dabei war auch seine Tochter, die mit Atletico Madrids Kun Agüero liiert ist und mit dem Stürmer einen Sohn hat
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Mit dabei war auch seine Tochter, die mit Atletico Madrids Kun Agüero liiert ist und mit dem Stürmer einen Sohn hat
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Am 4.11.2008 wurde Maradona als Nationaltrainer Argentiniens vorgestellt
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Am 4.11.2008 wurde Maradona als Nationaltrainer Argentiniens vorgestellt
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Sein erstes Spiel als Nationaltrainer fand in Schottland statt. Argentinien gewann mit 1:0
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Sein erstes Spiel als Nationaltrainer fand in Schottland statt. Argentinien gewann mit 1:0
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Nach einigen Schwierigkeiten meisterte Argentinien dann aber doch noch als Südamerika-Vierter die Qualifikation zur WM
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Nach einigen Schwierigkeiten meisterte Argentinien dann aber doch noch als Südamerika-Vierter die Qualifikation zur WM
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1978: Schwarzer Teil der Geschichte

Während die WM 1986 aber nur einen sportlich faden Beigeschmack besitzt und so noch zur Heldenverehrung taugt, ist der zweite Stern mit Blut verschmiert. Das Endturnier 1978 gehört zum schwärzesten Teil der Geschichte des Landes und auch der Fußballweltmeisterschaften an sich.

Seit einem Putsch im März 1976 regierte in Argentinien die Militär-Junta um General Jorge Rafael Videla. Die WM war das ideale Propagandainstrument zur Stabilisierung der autoritären Macht und zur Manipulation der restlichen Welt.

Bei einigen kleingeistigen deutschen Nationalspielern schien das öffentlich gezeichnete Bild von der "Fiesta aller" (der Name des offiziellen WM-Films des Regimes) auch tatsächlich anzukommen. "Argentinien ist ein Land, in dem Ordnung herrscht. Ich habe keinen einzigen politischen Gefangenen gesehen", sagte Berti Vogts.

FIFA als Steigbügelhalter des Terrorregimes

Dabei war klar, dass in Argentinien Andersdenkende verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Videla hatte die Ansichten seines Regimes schon bei seiner Machtübernahme eindeutig definiert: "Es müssen so viele Menschen wie nötig in Argentinien sterben, damit das Land wieder sicher ist."

Die FIFA und auch den DFB schien das nicht zu interessieren. FIFA-Präsident Joao Havelange sympathisierte mit Videla genauso wie FIFA-Vize- und DFB-Präsident Hermann Neuberger. Die Deutschen hatten aus ihrer Vergangenheit nichts gelernt und fanden es auch nicht anstößig, das sogenannte Flieger-Ass aus dem 2. Weltkrieg, Hans-Ulrich Rudel, im Teamquartier zu empfangen.

Die FIFA verpasste wie schon 1934, als der italienische Diktator Benito Mussolini den Sport für sich instrumentalisieren durfte und Italien einen zweifelhaften Titel einheimste, die Gelegenheit, ein Statement gegen totalitäre, gewaltsame Terrorregime zu setzen. Der Weltverband gab sich vielmehr als braver Steigbügelhalter Videlas, der das Turnier eröffnen und am 25. Juni den WM-Pokal an Kapitän Daniel Passarella übergeben durfte.

"Einer der größeren Skandale der Sportgeschichte"

Gedankenspiele, das Turnier abzusagen oder in ein anderes Land zu vergeben (Holland wurde als Option gehandelt), fanden bei der FIFA keinen Anklang. Stattdessen erklärte Neuberger: "Der Stadionbau schreitet voran, es kann gespielt werden." Dass es sich bei den Generälen um menschenverachtende Massenmörder handelte, interessierte in den Verbänden niemanden.

"Die Vergabe der WM nach Argentinien war sicher ein Fehler und einer der größeren Skandale der Sportgeschichte. Der WM-Titel hat die Junta gestärkt, es war eine sehr große Euphorie im Land. Die Junta konnte den Erfolg komplett für ihre Zwecke instrumentalisieren", meint Burghardt.

Nur Menschenrechtsorganisationen wie "Amnesty International" demonstrierten gegen die Austragung des Turniers. Die Generäle taten dieses Vorhaben als Verschwörung der Europäer ab, die die Reise nach Südamerika vermeiden wollten, weil sie dort noch nie gewonnen hätten.

Die Fußball-Weltmeisterschaften von 1930 bis 2006
1930: Das erste WM-Finale aller Zeiten gewinnt Gastgeber Uruguay gegen Argentinien (4:2)
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1930: Das erste WM-Finale aller Zeiten gewinnt Gastgeber Uruguay gegen Argentinien (4:2)
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1934: Auch vier Jahre später gewinnt der Gastgeber. Italien schlägt die Tschechoslowakei mit 2:1 n. V. Trainer Vittorio Pozzo wird auf Händen getragen
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1934: Auch vier Jahre später gewinnt der Gastgeber. Italien schlägt die Tschechoslowakei mit 2:1 n. V. Trainer Vittorio Pozzo wird auf Händen getragen
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1938: Vom Turnier in Frankreich hat nur das offizielle Plakat als Bild überlebt. Im Finale schlug Italien die Ungarn mit 4:2
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1938: Vom Turnier in Frankreich hat nur das offizielle Plakat als Bild überlebt. Im Finale schlug Italien die Ungarn mit 4:2
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1950: In Brasilien sichert sich Uruguay erneut den Titel. In der Finalgruppe gewann man das entscheidende Spiel gegen den Gastgeber im Maracana mit 2:1
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1950: In Brasilien sichert sich Uruguay erneut den Titel. In der Finalgruppe gewann man das entscheidende Spiel gegen den Gastgeber im Maracana mit 2:1
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1954: Das vielzitierte Wunder von Bern. Nach dem 3:2 im Finale gegen Ungarn fallen sich die deutschen Spieler kollektiv um den Hals
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1954: Das vielzitierte Wunder von Bern. Nach dem 3:2 im Finale gegen Ungarn fallen sich die deutschen Spieler kollektiv um den Hals
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1958: Peles Stern geht auf. Im Finale gegen Gastgeber Schweden netzt der beste Fußballer aller Zeiten zum zwischenzeitlichen 3:1 ein
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1958: Peles Stern geht auf. Im Finale gegen Gastgeber Schweden netzt der beste Fußballer aller Zeiten zum zwischenzeitlichen 3:1 ein
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Ein Bild, das um die Welt ging. Der zweifache Torschütze Pele vergießt nach dem 5:2-Finalerfolg Freudentränen
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Ein Bild, das um die Welt ging. Der zweifache Torschütze Pele vergießt nach dem 5:2-Finalerfolg Freudentränen
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1962: Der Titel-Doppelschlag der Selecao. Im Finale in Chile hieß der Gegner Tschechoslowakei, den man mit 3.1 besiegte
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1962: Der Titel-Doppelschlag der Selecao. Im Finale in Chile hieß der Gegner Tschechoslowakei, den man mit 3.1 besiegte
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1966: Das legendäre Finale mit dem legendären Wembley-Tor. Hier klärt Keeper Hans Tilkowski im Strafraum gegen die Engländer
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Am Ende hieß es 4:2 nach Verlängerung für die Truppe um Bobby Charlton, Gordon Banks und Geoff Hurst
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Am Ende hieß es 4:2 nach Verlängerung für die Truppe um Bobby Charlton, Gordon Banks und Geoff Hurst
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1970: Das Jahrhundertspiel. Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Der eingewechselte Rivera besorgt in der 111. Minute das spielentscheidende 4:3
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1970: Das Jahrhundertspiel. Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Der eingewechselte Rivera besorgt in der 111. Minute das spielentscheidende 4:3
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Im Finale hatte die Squadra Azzurra jedoch das Nachsehen und wurde mit 4:1 von den Brasilianern abgefertigt. Hier trifft Jairzinho zum 3:1
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Im Finale hatte die Squadra Azzurra jedoch das Nachsehen und wurde mit 4:1 von den Brasilianern abgefertigt. Hier trifft Jairzinho zum 3:1
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1974: Schlimmer konnte es nicht laufen. Johan Neeskens verwandelt im Finale schon in der 2. Minute einen Elfmeter zur 1:0 Führung für Holland
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Doch die Deutschen schlugen zurück und drehten dank des Treffers von Gerd Müller zum 2:1 die Partie. Das Olympiastadion stand Kopf
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Doch die Deutschen schlugen zurück und drehten dank des Treffers von Gerd Müller zum 2:1 die Partie. Das Olympiastadion stand Kopf
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Gastgeber Deutschland um Kapitän Franz Beckenbauer beim Posieren mit dem WM-Pokal
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Gastgeber Deutschland um Kapitän Franz Beckenbauer beim Posieren mit dem WM-Pokal
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1978: Die Schmach von Cordoba. Nach der 2:3-Pleite gegen Österreich schleichen Rüdiger Abramczik und Rainer Bonhof betröppelt vom Platz
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1978: Die Schmach von Cordoba. Nach der 2:3-Pleite gegen Österreich schleichen Rüdiger Abramczik und Rainer Bonhof betröppelt vom Platz
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Im Finale bezwang Gastgeber Argentinien die Niederlande mit 3:1 nach Verlängerung. Der Spieler des Turniers, Mario Kempes, bejubelt sein 2:1
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Im Finale bezwang Gastgeber Argentinien die Niederlande mit 3:1 nach Verlängerung. Der Spieler des Turniers, Mario Kempes, bejubelt sein 2:1
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Daniel Passarella präsentiert den WM-Pokal dem Publikum in Buenos Aires
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Daniel Passarella präsentiert den WM-Pokal dem Publikum in Buenos Aires
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1982: Die brutalste Szene des Turniers in Spanien. Toni Schumacher streckt Patrick Battiston im Halbfinale gegen Frankreich nieder
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Im Finale war für Deutschland gegen Italien nichts zu machen. Torschützenkönig Paolo Rossi macht das 1:0 und dreht jubelnd ab
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Im Finale war für Deutschland gegen Italien nichts zu machen. Torschützenkönig Paolo Rossi macht das 1:0 und dreht jubelnd ab
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Nach dem 3:1-Finalsieg läuft Dino Zoff mit dem WM-Pokal durch das weite Rund des Madrider Bernabeu Stadions
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1986: Die Hand Gottes. Im Viertelfinale gegen England erzielt Diego Maradona das 1:0 betrügerisch per Hand. Am Ende heißt's 2:1 für Argentinien
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Im Finale lagen die Deutschen schon mit 0:2 zurück, ehe Rudi Völler zehn Minuten vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte
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Im Finale lagen die Deutschen schon mit 0:2 zurück, ehe Rudi Völler zehn Minuten vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte
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Gebracht hat's leider nichts. Jorge Burruchaga erzielt nur drei Minuten später das 3:2 in Mexiko-Stadt und macht Argentinien zum Weltmeister.
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Gebracht hat's leider nichts. Jorge Burruchaga erzielt nur drei Minuten später das 3:2 in Mexiko-Stadt und macht Argentinien zum Weltmeister.
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Der Spieler des Turniers und damals der beste Kicker der Welt: Diego Maradona liebkost die Trophäe
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1990: Die hässlichste Szene des Turniers. Hollands Frank Rijkaard bepöbelt und bespuckt den unschuldigen Rudi Völler. Deutschland siegt 2:1
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1990: Die hässlichste Szene des Turniers. Hollands Frank Rijkaard bepöbelt und bespuckt den unschuldigen Rudi Völler. Deutschland siegt 2:1
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Der Schuss ins Glück. Andreas Brehme verwandelt im Finale gegen Argentinien den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der 85. Minute
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Der Schuss ins Glück. Andreas Brehme verwandelt im Finale gegen Argentinien den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der 85. Minute
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Wie war das schön! Brehme, Pierre Littbarski und Kapitän Lothar Matthäus schreien die Freude über den WM-Titel heraus
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Wie war das schön! Brehme, Pierre Littbarski und Kapitän Lothar Matthäus schreien die Freude über den WM-Titel heraus
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1994: Vom Regen in die Traufe. Thomas Häßler verliert das Kopfballduell gegen Jordan Letschkow, Bodo Illgner ohne Chance - Deutschland ist draußen
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1994: Vom Regen in die Traufe. Thomas Häßler verliert das Kopfballduell gegen Jordan Letschkow, Bodo Illgner ohne Chance - Deutschland ist draußen
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Im Finale in Los Angeles steht es zwischen Italien und Brasilien nach 120 Minuten 0:0. Roberto Baggio verschießt den entscheidenden Elfer...
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Im Finale in Los Angeles steht es zwischen Italien und Brasilien nach 120 Minuten 0:0. Roberto Baggio verschießt den entscheidenden Elfer...
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...und macht damit die Selecao zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder zum Weltmeister
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...und macht damit die Selecao zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder zum Weltmeister
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1998: Im Viertelfinale verliert Deutschland gegen Kroatien erst Christian Wörns nach diesem Foul und dann das Spiel mit 0:3
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1998: Im Viertelfinale verliert Deutschland gegen Kroatien erst Christian Wörns nach diesem Foul und dann das Spiel mit 0:3
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Im Finale avanciert Frankreichs Zinedine Zidane zum Matchwinner. Sein Kopfball-Doppelpack bringt die Equipe Tricolore auf die Siegerstraße
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Im Finale avanciert Frankreichs Zinedine Zidane zum Matchwinner. Sein Kopfball-Doppelpack bringt die Equipe Tricolore auf die Siegerstraße
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Nach dem 3:0 über Brasilien reckt Bixente Lizarazu den Pokal in den Himmel von Paris
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Nach dem 3:0 über Brasilien reckt Bixente Lizarazu den Pokal in den Himmel von Paris
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2002: Finale in Südkorea. Oliver Kahn lässt einen haltbaren Schuss von Rivaldo abprallen, Ronaldo ist zur Stelle und bringt Brasilien mit 1:0 in Führung
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2002: Finale in Südkorea. Oliver Kahn lässt einen haltbaren Schuss von Rivaldo abprallen, Ronaldo ist zur Stelle und bringt Brasilien mit 1:0 in Führung
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Ein weiteres Tor von Ronaldo besiegelt die 0:2-Niederlage der Deutschen. Kahn lehnt geknickt am Pfosten, bester Torhüter des Turniers wurde er dennoch
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Ein weiteres Tor von Ronaldo besiegelt die 0:2-Niederlage der Deutschen. Kahn lehnt geknickt am Pfosten, bester Torhüter des Turniers wurde er dennoch
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Rivaldo, Ronaldo und Gilberto Silva freuen sich in Yokohama über den fünften Weltmeistertitel für Brasilien
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Rivaldo, Ronaldo und Gilberto Silva freuen sich in Yokohama über den fünften Weltmeistertitel für Brasilien
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2006: Die wohl entscheidende Aktion im Finale in Berlin. Zidanes Kopfstoß gegen Marco Materazzi zieht die Rote Karte nach sich
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2006: Die wohl entscheidende Aktion im Finale in Berlin. Zidanes Kopfstoß gegen Marco Materazzi zieht die Rote Karte nach sich
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Im Elfmeterschießen behielt Fabio Grosso gegen Fabien Barthez die Nerven und verwandelt zum 5:3
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Im Elfmeterschießen behielt Fabio Grosso gegen Fabien Barthez die Nerven und verwandelt zum 5:3
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Italien ist Weltmeister. Kapitän Fabio Cannavaro hält den Pokal in die Höhe. Mal sehen, wer ihm 2010 in Südafrika folgen wird
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Italien ist Weltmeister. Kapitän Fabio Cannavaro hält den Pokal in die Höhe. Mal sehen, wer ihm 2010 in Südafrika folgen wird
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Skandalspiel gegen Peru

Also wurde gespielt. Das Turnier verkam zur Farce, so offensichtlich wurden die Gastgeber bevorteilt. Der Obmann der WM-Schiedsrichter, Fritz Seipelt aus Österreich, soll zu seinen Kollegen gesagt haben: "Vergesst nicht, in welchem Land wir spielen. Argentinien hat als Veranstalter Großartiges geleistet."

Es kam, wie es kommen musste. Gegen Ungarn verhalfen Argentinien zwei Rote Karten zu einem 2:1, in der Partie gegen Frankreich (2:1) war es ein geschenkter Elfmeter. Es folgte eine saubere Referee-Leistung (0:1 gegen Italien), sowie eine denkwürdige Zwischenrunde und eines der skandalösesten Spiele der WM-Geschichte.

Brasilien und Argentinien hatten jeweils drei Punkte, doch die Brasilianer das deutlich bessere Torverhältnis. Anstatt die beiden Spiele zeitgleich auszutragen, wurde das Spiel der Brasilianer gegen Polen auf den Nachmittag vorverlegt.

Angeblich um zu vermeiden, dass keine Zuschauer ins Stadion kommen, da die Bevölkerung das Spiel der eigenen Mannschaft im Fernsehen bevorzugen würde. Die Argentinier wussten also am Abend, dass sie gegen Peru mit vier Toren Unterschied gewinnen mussten. Das Spiel endete 6:0.

Bestechung und Doping

Als erste behauptete die Journalistin Maria Jaura Avingolo, die Junta-Generäle hätten der peruanischen Regierung 35.000 Tonnen Getreide, einen bis dahin eingefrorenen 50-Millionen-Dollar-Kredit und Waffen versprochen. Der britische Enthüllungsautor David Yallop bestätigte diese Version.

Die peruanischen Spieler berichteten von Anrufen des Staatspräsidenten, von einem Besuch von Videla und dem US-amerikanischen Außenminister Henry Kissinger in der Kabine. Dem Verteidiger Jose Velazquez kam das "ziemlich komisch vor, da wurde Druck ausgeübt".

Yallop behauptet auch, dass viele argentinische Spieler das Turnier über unter Dopingeinfluss standen und nur deshalb nicht aufflogen, weil sie Urinproben ihrer Betreuer abgaben. Die Argentinier zweifeln trotzdem auch heute noch nicht an der Rechtmäßigkeit ihres Sieges.

Torjubel im Folterzentrum

Schon damals feierten die Argentinier ihren WM-Titel und zogen freudetrunken durch die Straßen. Tausende Landsleute konnten nicht mitfeiern, weil sie in einem der 340 Konzentrationslager gefangen waren.

"Die Breite Masse wusste es wahrscheinlich nicht genau, was in ihrem Land wirklich vorging. Das dritte Reich war sicher eine andere Größenordnung, aber im Kern vergleichbar. Viele wollten davon einfach nichts wissen und haben auf taub gestellt", sagt Burghardt.

Bis zu 30.000 Regime-Gegner wurden während der Terrorherrschaft von 1976 bis 1983 erschossen, ertränkt oder zu Tode gefoltert. Knapp 30 Jahre später geht Argentinien sehr kritisch mit seiner Vergangenheit um, die Aufarbeitung schreitet langsam voran. Immer wieder gibt es Prozesse gegen Junta-Generäle und die Folterknechte der ESMA, der Marineakademie.

Keine zwei Kilometer vom Stadion Monumental in Buenos Aires liegt die ESMA. Dieser Gebäudekomplex wurde zum Zentrum der sadistischen Folterer. "Bei günstigem Wind konnte man in den Folterkellern den Torjubel hören", sagt Burghardt.

Menottis zweifelhafte Rolle

Zweifelhaft ist auch die Rolle von Trainer Cesar Luis Menotti. "Es ist klar, dass ich benutzt wurde. Dass die Macht den Sport ausnutzt, das ist so alt wie die Menschheit", sagte er und fügte an: "Niemand konnte sich vorstellen, dass in jenen Stunden Leichen ins Meer geworfen wurden."

Menotti war ein Mann der Linken mit großer Nähe zur Kommunistischen Partei. Dennoch halten sich Befürworter und Kritiker die Waage. Die einen werfen ihm vor, dass er nicht klar Stellung bezogen habe gegen das Regime und sich in dessen Dienst stellte, die anderen loben seine Verweigerung des Handschlages mit Videla bei der Siegerehrung und seine zwischen den Zeilen geäußerte Kritik.

"Menotti ist ein kluger Kopf, der sich immer als Linker gab. Aber ich denke, das ist eine kleine Lebenslüge. Er hat unter diesen Bedingungen mitgemacht. Ich glaube, er hätte mehr auf die Missstände aufmerksam machen müssen. Er ist rhetorisch sehr geschickt und windet sich auch heute noch um eine klare Aussage herum", sagt Burghardt.

Vor allem die Mütter der Plaza de Mayo sind von dieser Haltung des Trainers und der meisten Spieler enttäuscht. Sie hatten bereits vor und während des Turniers für ihre verschwundenen Söhne und Töchter demonstriert und auf die Missstände in ihrem Land aufmerksam gemacht.

Menotti selbst sagte nach dem WM-Sieg: "Meine klugen und gleichermaßen talentierten Spieler haben die Diktatur der Taktik und den Terror der Systeme besiegt." Das argentinische Volk musste noch fünf Jahre warten, bis es seinen Sieg über das Terrorregime feiern konnte.

Die WM 1978 in Argentinien

Andreas Lehner

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