Das DFB-Team in der Einzelkritik

Butt überzeugt - Aogo flattert

Von Für SPOX in Südafrika: Stefan Rommel
Samstag, 10.07.2010 | 22:37 Uhr
Bayern-Torhüter Jörg Butt (hier gegen Cavani) machte gegen Uurguay sein viertes Länderspiel
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat das Spiel um Platz drei bei der WM 2010 gewonnen. Im kleinen Finale von Port Elizabeth besiegte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw Uruguay mit 3:2 (1:1) und wiederholte damit ihr Abschneiden bei der Heim-WM vor vier Jahren.

Gegen die Südamerikaner musste Löw gleich fünf Umstellungen im Vergleich zum Halbfinal-Aus gegen Spanien vornehmen. Eine Grippe machte die Einsätze von Kapitän Philipp Lahm und Lukas Podolski unmöglich.

Vor 48.000 Zuschauern im Nelson Mandela Bay Stadium in Port Elizabeth erzielten Thomas Müller mit seinem fünften Turniertor (19.), Marcell Jansen (56.) und Sami Khedira (82.) mit ihren jeweils ersten WM-Toren überhaupt die Treffer für die deutsche Mannschaft. Edinson Cavani (28.) und Diego Forlan (51.) trafen für Uruguay.

Bester deutscher Spieler auf dem Platz war aber keiner der Torschützen - sondern Ersatzkeeper Jörg Butt.

Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik

Jörg Butt: Kam wie aus dem Nichts zu seinem ersten WM-Spiel überhaupt, das eine unglaubliche Saison für Butt krönte - weil die eigentliche Nummer zwei Tim Wiese verletzt ausfiel. In der ersten Halbzeit ohne Beschäftigung, beim Tor von Cavani ohne Chance. Dann aber oft im Brennpunkt und einige Male mit tollen Paraden. Note 2

Jerome Boateng: Durfte für den kranken Lahm auf seiner eigentlich angestammten Seite ran. Nach vorne nicht so auffällig, dafür defensiv wachsam und mit einigen wichtigen Tacklings. Taute in der zweiten Halbzeit auch offensiv etwas auf und schlug einige gefährliche Flanken. Note 3

Per Mertesacker: Zeigte wieder das, was man von ihm erwarten darf: Ruhe, Souveränität und ein gutes Stellungsspiel. Allerdings hatte auch er einige Probleme, wenn Forlan oder Cavani einliefen. Note 3

Arne Friedrich: Stellungsfehler vor Suarez' Chance, als er seinen Gegenspieler aus den Augen verlor. Beim Gegentor rannte er schnurstracks nach vorne, statt sich nach dem Abspiel wieder auf seine Position zurückfallen zu lassen. Hatte im Zweikampf das eine oder andere Mal große Probleme mit Suarez. Dafür offensiv bei Standards gefährlich. Insgesamt aber seine schwächste Turnierleistung. Note 4

Dennis Aogo: Auch für den Hamburger war es der erste Einsatz bei einem WM-Endturnier. Begann äußerst nervös und holte sich bei einem völlig übermotivierten Einsatz früh die Gelbe Karte ab. Wirkte in der Defensive nicht immer sicher, biss sich aber nach und nach in die Partie und bekam seine Seite im Laufe der 90 Minuten besser in den Griff. Note 4

Sami Khedira: Der Stuttgarter war um Linie und Struktur bemüht, machte aber wie seine Kollegen auch ungewohnte Fehler - wie den Fehlpass in der Vorwärtsbewegung vor der Chance von Suarez in der ersten Halbzeit. Wieder mit etwas mehr Offensivakzenten als gegen Spanien, aber in den entscheidenden Szenen nicht mehr mit der nötigen Endgeschwindigkeit. Immerhin entschied er mit einem perfekten Kopfball dann doch noch das Spiel. Note 3

Bastian Schweinsteiger: Licht und Schatten wechselten sich beim Ersatz-Kapitän ab. Unter sehr kluge Pässe und die Vorarbeit von Müllers 1:0 mischten sich Unkonzentriertheiten im Passspiel und der schlimme Fehler vor dem Ausgleich. Danach wieder mit dem einfacheren und deutlich sicheren Spiel. Riss die Partie Mitte der zweiten Halbzeit immer mehr an sich. Note 3

Thomas Müller: Er brachte die uruguayische Abwehr zu Beginn richtig ins Laufen. Nach seinem Tor aber dann nicht mehr so auffällig, weil ihm die Zufuhr an Zuspielen abgeschnitten wurde. Im zweiten Durchgang wechselte er deshalb immer mal wieder in die Mitte, um so mehr ins Spiel eingebunden zu werden. Note 3

Mesut Özil: War erneut viel unterwegs, konnte sich aber nicht immer von seinem Schatten Arevalo trennen. Wenn er den Ball hatte, versuchte er oft den direkten Pass - leider zu selten mit Erfolg. Seine Körpersprache drückte den unbedingten Siegeswillen nicht wirklich aus, wirkte fast ein bisschen phlegmatisch. Note 4

Marcell Jansen: Der Hamburger war sehr bemüht, aber oft auch unglücklich in seinen Aktionen. Rannte und kämpfte sich die linke Außenbahn auf und ab, hatte aber im Zusammenspiel mit Aogo defensiv einige Aussetzer. In der Offensive waren seine Flanken zu ungenau. Immerhin machte er seine technischen Mängel mit viel Leidenschaft und Einsatz wieder wett. Note 3

Cacau: Gegen die Abwehr der Uruguayer mit einem schweren Stand. Erstaunlich viele technische Fehler beim Klose-Ersatz, wie vor dem 1:2, als er einen Ball nicht sauber verarbeitete und an Arevalo verlor. Steigerte sich aber in der zweiten Halbzeit etwas, was ihn allerdings nicht vor der Auswechslung nach 73 Minuten bewahrte. Note 4

Stefan Kießling: Durfte ab der 73. Minute ran und hatte schnell zwei sehr brauchbare Szenen. Wirkte agiler als Cacau - allerdings kam ihm auch die immer mehr auseinanderfallende Verteidigung des Gegners zugute. Das Ding kurz vor Schluss nach Özils Pass muss er aber machen oder auf Müller ablegen! Keine Bewertung

Toni Kroos: Kam noch ein paar Minuten zum Einsatz, als er in der 80. Minute für Jansen aufs Feld kam. Fiel auf der linken Seite nicht mehr groß auf. Keine Bewertung

Serdar Tasci: Durfte noch 60 Sekunden WM-Luft schnuppern. Mehr nicht. Keine Bewertung

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