Die Pedro Pinto Kolumne

WM der entthronten Superstars

SID
Dienstag, 06.07.2010 | 13:24 Uhr
Lionel Messi konnte der WM nicht seinen Stempel aufdrücken. Er blieb ohne Torerfolg
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
Premier League Asia Trophy
Sa12:00
West Bromwich -
Crystal Palace
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League Asia Trophy
Sa14:30
Leicester -
Liverpool
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby

Im Vorfeld schien es, als sollte dieses Turnier drei der ganz Großen gehören: Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Wayne Rooney waren ausgezogen, um sich in den Fußball-Olymp zu spielen. Jeder von ihnen hatte im Saisonverlauf hervorragende Leistungen gezeigt. Ihre Tore, so waren sich viele sicher, würden die Glanzstücke dieser 30 Tage werden. Schließlich hatten sie im vergangenen Jahr insgesamt ganze 110 Mal eingenetzt.

Bei der WM hingegen lautet ihre traurige Gesamtbilanz: 13 Spiele, ein Tor. Und so überrascht es wenig, dass sich alle drei Herren inzwischen nicht mehr im Scheinwerferlicht der südafrikanischen Arenen aufhalten, sondern vor dem Flimmern ihres Fernsehers.

Was ist passiert? Im Folgenden eine kurze Einzelanalyse.

In 53 Spielen für Barcelona hat es Messi auf nicht weniger als 47 Tore, für die Albiceleste bei der WM den Ball aber kein einziges Mal über die Torlinie gebracht. Leo im Pech - mit etwas mehr Glück hätte zumindest einer seiner 15 Torschüsse auch sitzen können. Das Hauptproblem war aber, dass er in der argentinischen Elf oft genug sein eigener Wasserträger sein musste.

Im Gegensatz zu seinen Auftritten für Barca, bei denen er zumeist mit einem Zuspiel in der Nähe des Strafraums bedient wird, war er gezwungen, sich die Kugel im Dress des zweimaligen Weltmeisters häufig an der Mittelfeldlinie selbst zu organisieren.

Messi wurde vom Team im Stich gelassen

Regelmäßig musste er sich zurückfallen lassen und zunächst als Spielmacher agieren, bevor er dann in Personalunion mit dieser Rolle als Stürmer den Abschluss suchen konnte. Das ist nicht seine Aufgabe, das war einfach zu viel für ihn.

So kam es, dass Messi eine Menge Energie fortlaufend dort vergeudete, wo das Mittelfeld eigentlich nach vorne hätte kombinieren sollen, um dann für ihn aufzulegen. Auch die Statistik spricht hier Bände: 11 seiner 15 Schüsse feuerte er vor der Strafraumgrenze ab oder nach einem Lauf von teils mehr als 35 Metern.

Fazit: Ausnahmespieler ja, Superheld nein.

Und Cristiano Ronaldo? Einige Fans in der Heimat werfen ihm vor, in der Nationalmannschaft nicht genug zu geben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Er arbeitete hart, war aber vorne schlichtweg isoliert. Trainer Carlos Queiroz ließ seinen Star entgegen seiner Position im Verein als klassischen Stürmer auflaufen und sollte diesen Fehler zu spüren bekommen.

Ronaldo auf sich allein gestellt

Beim Kantersieg gegen Nordkorea traf er zwar - so wie quasi die gesamte portugiesische Elf - hatte dabei aber mächtig Glück. Nebenbei bemerkt war dies das erste Tor für sein Land in 16 Monaten. Vergleicht man seine Quote im Verein, manifestiert sich dies als deutliches Zeichen für die Fehlaufstellung des Trainers.

War Ronaldo in Ballbesitz, hatte er nur selten eine Anspielstation. Im von Queiroz verordneten Kontersystem fehlte dem Real-Star vorne nur zu oft die nötige Unterstützung. Seine Mannschaftskollegen schienen darauf zu vertrauen, dass er schon irgendwie ohne ihre Mithilfe an mehreren gegnerischen Spielern vorbeidribbeln und zum Torerfolg kommen würde.

Fazit: Allein unter ferner liefen.

Rooney mit schlappen sechs Torschüssen

Was war los, Wayne Rooney? Nicht zu 100 Prozent fit wirkte der Engländer, dementsprechend mangelte es ihm an allen Ecken und Enden an seiner gewohnten Durchschlagskraft. So brachte er es in vier Spielen auf gerade einmal sechs Torschüsse.

Hinzu kam ein gravierender Mangel an Passfreudigkeit auf Seiten seiner Hinterleute. Insbesondere in Strafraumnähe setzten weder Frank Lampard noch Steven Gerrard den Power-Stürmer von ManUtd angemessen in Szene.

Als Folge sah man Rooney häufig gleichermaßen verzweifelt wie ziellos auf dem Platz umherirren, um doch noch irgendwie in Ballbesitz zu kommen. Ein größtenteils glückloses Unterfangen.

Fazit: Viel unterwegs für Nichts.

Nun, da Wayne, Cristiano und Leo die Heimreise bereits angetreten haben und die Vorschlussrunde ins Haus steht, verengt sich der Fokus auf die verbliebenen Teams. Mein Favorit bleiben nach wie vor die Niederlande, doch die anderen drei werden da sicherlich noch ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben.

Wer wird Weltmeister? Jetzt die WM durchspielen!

Pedro Pinto ist Sports-Anchor bei CNN International in London. Gemeinsam mit dem CNN World Sport-Team berichtet der gebürtige Portugiese von Sportereignissen auf der ganzen Welt. Vor seiner Tätigkeit bei CNN in London arbeitete er im Hauptquartier des Senders in Atlanta und moderierte in seiner Heimat Portugal mehrere Sportsendungen. Im Laufe seiner Karriere hat Pinto zahlreiche Sport-Stars wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Roger Federer, Gianluigi "Gigi" Buffon oder die Fußballlegende Pele interviewt.  Für CNN International übernimmt Pinto die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika (www.cnn.com/worldcup).


Werbung
Werbung
Werbung
Werbung