Vorbereitungen zur WM 2022 in Katar

Über 450 Arbeiter 2012/2013 gestorben

SID
Montag, 17.02.2014 | 15:56 Uhr
Katar geriet aufgrund der Arbeitsbedingungen und zahlreicher Todesopfer erneut in dei Kritik
© getty
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Katar ist aufgrund der Arbeitsbedingungen und zahlreicher Todesopfer erneut in die Kritik geraten. Nach Angaben der indischen Botschaft in Katar sind in den beiden vergangenen Jahren insgesamt über 450 indische Arbeitskräfte in Katar gestorben.

Dies berichtet die Nachrichten-Agentur "AFP".

Im Jahr 2012 wurden 237, in den ersten elf Monaten 2013 218 Todesopfer verzeichnet. Der britische Guardian hatte zuvor bereits über Hunderte nepalesische Gastarbeiter, die im Emirat am Persischen Golf zu Tode gekommen waren, berichtet. Die indische Botschaft gab allerdings keine Details an, unter welchen Umständen die indischen Arbeitskräfte umgekommen waren.

Erst in der vergangenen Woche hatte Katar verkündet, neue Arbeitsrichtlinien, die internationalen Standards entsprechen sollen, in die Tat umzusetzen. Amnesty International und der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hatte bereits die Arbeitsbedingungen in Katar mehrfach angeprangert. Teilweise sollen die Arbeiter dort wie Sklaven behandelt worden sein.

Der Weltverband FIFA hatte zuletzt den Eindruck vermittelt, dass er trotz der offenkundigen Menschenrechtsverletzungen an der Vergabe der Endrunde 2022 an Katar festhalten wolle.

Neuvergabe der WM?

"Ein WM-Entzug wäre absolut kontraproduktiv", hatte FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger nach der Anhörung zum Thema Katar vor dem Menschrechtsausschuss der Europäischen Union erst am vergangenen Donnerstag in Brüssel gesagt. Zwanziger verwies darauf, dass erst die WM-Vergabe die Zustände in Katar öffentlich gemacht habe.

Die "Welt am Sonntag" hatte hingegen berichtet, dass die FIFA über eine Neuvergabe der WM-Endrunde 2022 nachdenke. Es sei eine "ernstzunehmende Option", dass die WM beim Kongress im Frühjahr 2015 neu vergeben werde.

Dies soll ein hochrangiger Mitarbeiter des Weltverbandes gesagt haben. Eine Entscheidung solle auf der letzten Sitzung des Exekutivkomitees im Jahr 2014 herbeigeführt werden. "Dann wäre noch genug Zeit, das Turnier neu zu vergeben", so der FIFA-Mitarbeiter in der WamS.

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