Dienstag, 11.02.2014

WM 2022 in Katar

Neue Arbeitsrichtlinien verabschiedet

Katar, Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022, hat laut einer Pressemitteilung vom Dienstag neue Richtlinien für die Arbeiter im Emirat am Persischen Golf verabschiedet.

Die Arbeitsverhältnisse bleiben das große Thema
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Die Arbeitsverhältnisse bleiben das große Thema

Nach der heftigen Kritik an Katar für den Umgang mit Arbeitskräften an den Stadien zur WM 2022 hat das WM-Komitee jetzt reagiert. Der Weltverband FIFA hatte einen Plan zur Reform der Arbeitspraktiken gefordert, das Komitee gelobte mit neuen Regelungen Besserung.

50 Seiten umfasst die Charter, die das Komitee fristgerecht am Dienstag einreichte. Neben Top-Standards in Sicherheit und Gesundheit verspricht das Dokument faire und gleiche Behandlung aller Arbeitskräfte und betont, dass deren Würde gewahrt wahren und weder Kinder- noch Zwangsarbeit toleriert werden solle. Auch die Löhne werden demnach garantiert pünktlich ausgezahlt.

Medienberichten zufolge starben im Jahr 2013 knapp 200 Arbeiter aus Nepal im Zuge der Bauarbeiten für die Weltmeisterschaft 2022. Die International Trade Union Confederation warnte, dass bei gleichbleibender Gesetzgebung rund 4.000 Menschen bis zur WM im Wüstenstaat sterben könnten.

382 Gastarbeiter gestorben

Ob damit das berüchtigte Kafala-System, das ausländische Arbeiter teils in sklavenähnliche Verhältnisse treibt, abgeschafft ist, blieb allerdings zunächst offen. Mit der zweiseitigen Pressemitteilung reagierte Katar am Dienstag auf die wiederholte internationale Kritik an den Arbeitsbedingungen im WM-Gastgeberland von 2022.

Wiederholt hatte es in den letzten Monaten Medienberichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Katar bei den zahlreichen Bauten gegeben. Dabei sollen in den beiden vergangenen Jahren laut des britischen Guardian 382 Gastarbeiter allein aus Nepal ums Leben gekommen sein.

Löhne und Arbeitszeiten werden überprüft

Laut Darstellung der Katerer habe das Arbeitsministerium nun die Anzahl der Arbeitsinspektoren um 30 Prozent erhöht. Dabei seien 11.500 Kontrollen vor Ort durchgeführt worden, eine Klassifizierung von 306 Unternehmen sei vorgenommen worden.

Klare Regeln sollen auch in Bezug auf die Einhaltung der Lohnzahlungen und -Höhe und der Unterkünfte der Arbeiter aufgestellt und auch überprüft werden. Unternehmen, die sich nicht an die vorgegebenen und vereinbarten Arbeitsstandards halten, soll im drastischsten Fall gekündigt werden können.

Adrian Bohrdt

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