Donnerstag, 05.12.2013

Vergabe der WM 2022

Spahn: Kritik ist "fremdenfeindlich"

Der frühere DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn hat mit scharfen Worten auf die internationale Kritik an Katar in der Vorbereitung auf die WM 2022 reagiert. Spahn, derzeit Direktor des Zentrums für Sport-Sicherheit in Katar, stellt der Regierung ein gutes Zeugnis aus.

Helmut Spahn warnt vor überzogener Kritik zur WM 2022 in Katar
© getty
Helmut Spahn warnt vor überzogener Kritik zur WM 2022 in Katar

Im Interview mit der "Welt" erklärte Spahn die Visa-Probleme ausländischer Gastarbeiter und Sportler mit "historischen Gründen". Es werde aber Änderungen geben: "Ich weiß, dass die Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeitnehmer und Menschenrechte ganz oben auf der Agenda stehen. Da passiert sehr viel."

Zudem sei die Kritik überzogen, die miserablen Bedingungen vieler Arbeiter seien nicht staatlich legitimiert: "Das katarische Arbeitsrecht entspricht nahezu den westeuropäischen Standards." Eine "generelle pauschale Ausbeutung" liege nicht vor, die Regierung müsse Missstände aber schneller ahnden.

Mehr Respekt für Kulturen

Zur gegenteiligen Meinung vieler Experten sagte er: "Ich kann es manchmal nicht mehr hören. Wenn ich alles, was anders ist als zu Hause, ablehne, dann ist das auch eine Form von Fremdenfeindlichkeit. Katar ist nicht Deutschland oder Frankreich, man muss auch mal andere Länder, Kulturen, Religionen und Lebensformen respektieren."

Katar war in weltweit in die Schusslinie geraten, als britische Medien über unerträgliche Zustände und Todesopfer bei den Gastarbeitern berichtet hatten.


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