Samstag, 14.08.2010

WM

Blatter will Unentschieden abschaffen

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter will den Fußball weiter revolutionieren. Der Schweizer plädiert für die Abschaffung des Unentscheidens in den Vorrunden von Weltmeisterschaften.

Sepp Blatter wurde 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
© Getty
Sepp Blatter wurde 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Die Zeit des Unentschiedens könnte im Fußball schon bald vorbei sein. Nach Überlegungen des Weltverbandes FIFA soll es in den Vorrunden künftiger Weltmeisterschaften nur noch Sieger und Verlierer geben, die nach der regulären Spielzeit notfalls sofort per Elfmeterschießen ermittelt werden.

"Wir überlegen, das Unentschieden in der Vorrunde abzuschaffen - und die Verlängerung auch", sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter im Interview des Nachrichtenmagazins "Focus": "Wenn es nach 90 Minuten keinen Sieger gibt, geht es gleich zum Elfmeter-Schießen. Auch das Golden Goal, das es bis 2002 gab, könnte man wieder einführen. Das erste Tor bestimmt den Sieger, beide Mannschaften müssen stürmen."

Blatter verspricht sich von dem Vorstoß spannendere Vorrunden-Spiele, als es bisher der Fall sei: "Die Mannschaften starten in die Vorrunde, und in erster Linie wollen sie nicht verlieren - und dann gibt es ein langweiliges Spiel."

Klare Absage an Videobeweis

Der FIFA-Boss bekräftigte zudem die Planungen für technische Schiedsrichter-Hilfen zur sicheren Anerkennung von Toren: "Sobald wir eine sichere unkomplizierte und schnelle Tor-Anzeige haben, werden wir die Goal-Line-Technology sofort einsetzen."

Den Video-Beweis für Fouls oder Abseits während des Spiels schloss er dagegen aus: "Das spontane Spiel würde gestoppt, der Schiedsrichter schaut sich den Film an ... und wie viele Kameras würde man benötigen? Das gilt ganz besonders fürs Abseits. Das ist so kompliziert, damit muss man eben leben."

Blatter kritisiert Vereine

Den Liga-Vereinen warf Blatter vor, sich zu Unrecht über Nachteile aus der Abstellung von Spielern für die Nationalmannschaft zu beklagen.

Gegen Verletzungen der Spieler müssten die Vereine sie versichern: "Wir haben eine Pauschale von 40 Millionen Dollar für 2010 und 70 Millionen für 2014 für die Klubs reserviert. Das ist viel mehr Geld, als jede Versicherung kostet."

Außerdem kündigte Blatter einen neuen Vorstoß zur sogenannten Sechs-plus-fünf-Regelung an, die eine Mehrheit an einheimischen Spielern in Liga-Klubs vorsieht und deshalb nach EU-Meinung gegen geltendes Recht verstößt.

Die EU habe "derzeit andere Aufgaben, als sich um Fußball zu kümmern", sagte Blatter: "Und wir haben jene Regelung etwas aufgeweicht, nach der sechs Spieler in der Start-Elf stehen sollen, die für die jeweilige Nationalmannschaft spielen dürften. Auch wer in dem Land aufgewachsen ist, oder nach seinem 18. Geburtstag fünf Jahre im Land war, wären jetzt berechtigt. Wenn die UEFA da mitzieht, dann dürfte das durchgehen."

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