WM-Finale: Dirk Kuyt im Porträt

Dirk Kuyt: Hollands goldene Flipperkugel

Von Florian Bogner
Freitag, 09.07.2010 | 15:19 Uhr
Dirk Kuyt (mit Sneijder auf dem Arm) hat in 70 Länderspielen für die Niederlande bislang 16 Tore erzielt
© Getty
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Dirk Kuyt ist bestimmt nicht der brillanteste Fußballer - dafür aber vielleicht bald Weltmeister (So., 20 Uhr im LIVE-TICKER und auf Sky). Für Oranje ist der Kämpfer mit dem unbedingten Willen mindestens so unverzichtbar wie Arjen Robben und Wesley Sneijder. Das hat nun auch der große Johan Cruyff bemerkt.

Im Fußball gibt es zwei Arten der Anerkennung: Lob und Verachtung. Der Niederländer Dirk Kuyt bekommt beides. Im Internet gibt es einen Spielplatz für anonyme Anhänger der zweitgenannten Huldigungsform. Er heißt schlicht: "Dirk Kuyt Sucks Forum".

Dort lassen sich Fans über den 29-Jährigen aus, wünschen ihm für seinen Spielstil die Pest an den Hals. Oder Schlimmeres. Kurzum: Sie wünschen alle, dass er nie wieder gegen ihre Mannschaft spielt.

Kuyt ist kein brillanter Fußballer. Er ist nicht besonders schnell und hat mitunter eine grausige Ballannahme. Ein expliziter Fan des Angreifers des FC Liverpool beschreibt in seinem Blog Kuyts ersten Ballkontakt nach einem weiten Pass wie eine Szene aus einer Tier-Doku.

"Der Löwe erreicht vielleicht mit einer Pranke das Hinterteil einer Gazelle, bekommt das Tier aber nicht richtig unter Kontrolle", schreibt der Blogger. "Kuyt springt der Ball ebenfalls weit weg. Er muss dann immer hilflos hinterher hecheln und zusehen, wie ein anderes Raubtier, meist ein Abwehrspieler, das Objekt seiner Begierde bekommt." Dennoch kommt der Verfasser des Textes zu dem Schluss: Kuyt ist einer der wichtigsten Spieler der Reds.

Kuyts ansteckender Enthusiasmus

Das weiß auch Niederlande-Trainer Bert van Marwijk. Der wurde während der WM gefragt, warum Kuyt auch bei ihm immer spielen würde. Der Bondscoach verwies auf den scheidenden Liverpool-Manager Rafael Benitez: "Wenn Benitez bei Liverpool aufstellte, schrieb er als erstes immer einen Namen auf: Dirk Kuyt. Punkt."

Kuyt ist kein Mittelstürmer und eigentlich auch kein Außen. Sein Spiel ist geprägt vom Prinzip "Trial and Error" - Versuch und Fehler. Er leistet sich viele Ballverluste, holt sich die Kugel aber gerne wieder höchstpersönlich beim Gegenspieler ab. Er beackert das Feld links, rechts und in der Mitte, je nachdem, wo er gebraucht wird. Die Zeitung "USA Today" beschreibt ihn als "wild gewordene Flipperkugel", immer und überall unterwegs.

Seine Lieblingsposition? "Das ist mir eigentlich ziemlich egal", sagt Kuyt. "Ich habe während meiner ganzen Karriere immer wieder auf verschiedenen Positionen gespielt." Dabei dient er stets als Vorbild.

"Er zeigt jedem, wie man spielen muss. Seine Wucht und sein Enthusiasmus sind ansteckend. Er ist unglaublich wichtig für uns", lobt ihn van Marwijk in den höchsten Tönen. Kapitän Giovanni van Bronckhorst ergänzt: "Wie er auf dem Platz kämpft und rackert, färbt auch auf die anderen ab."

Wirbel um die "Fab Four"

Dennoch steht Kuyt meist im Schatten der anderen. In seiner Heimat sprechen sie gerne von den "großen Vier" und meinen damit: Robin van Persie, Arjen Robben, Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart. Für Kuyt ist in dieser Reihe kein Platz. Und trotzdem spielt er immer.

Vor dem Turnier wurde in den Niederlanden ein kleines Fass aufgemacht, weil van Persie in einem Interview gesagt haben soll, er würde gerne mit den anderen drei "Großen" zusammen spielen.

Kuyt nahm's leicht. "Sie wissen doch, wie das ist", sagte er, darauf angesprochen. "Robin wurde gefragt, ob er gerne mit den anderen Kreativspielern zusammenspielt und er hat wahrheitsgetreu geantwortet. Ich spiele auch gerne mit ihnen allen zusammen! Aber ehe man sich versieht, machen die Medien Wirbel um die 'Fab Four'. Am Ende stellt aber immer noch der Trainer auf." Meistens ihn.

Schon 576 Profi-Spiele in den Beinen

Der 29-Jährige weiß selbst nur zu gut, dass er ein anderer Spielertyp als Robben oder Sneijder ist. Vor der EM 2008 meinte er bescheiden: "Es gibt Spieler, die eine Begegnung mit einer Aktion entscheiden können, und andere, die sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Ich habe nicht das geringste Problem damit, zuzugeben, dass ich zur zweiten Kategorie gehöre."

Heute sagt er: "Ich habe nicht das Talent eines van Persie oder eines Thierry Henry, aber meine Mentalität auf und abseits des Platzes, besonders im Training, hat mich immer stärker gemacht." Und egal, wo er spielt: Kuyt spielt immer.

In seiner Zeit in der Ehrendivision, als er für den FC Utrecht (1998 - 2003) und Feyenoord Rotterdam (2003 - 2006) spielte, verpasste er gerade mal neun Partien, vier davon in seiner ersten Saison. In Liverpool kommt er seit 2006 sogar auf stolze 200 Pflichtspiel-Einsätze. Insgesamt hat der Junge aus der Hafenstadt Katwijk schon 576 Spiele auf Vereins- und Länderspielebene absolviert - und das vor seinem 30. Geburtstag am 22. Juli.

Kuyt: "Das größte Kompliment, dass sie mir in Utrecht und Rotterdam machen konnten, war, dass stets jemand sagte: 'Haltet nicht nach einem neuen Dirk Kuyt Ausschau, denn es gibt keinen zweiten."

Drei Assists in der K.o.-Runde

Für Kuyt stehen stets zwei Dinge im Vordergrund: Der Erfolg und der Teamgedanke. "Es ist vielleicht meine größte Stärke, dass ich mich von van Persie, van der Vaart, Sneijder und Robben unterscheide. In einem guten Team ergänzen sich die Spieler. Ich bin vielleicht in einem Spiel entscheidend und ein anderer im nächsten. Nur so gewinnt man Titel - als Team."

Bei dieser WM hat Kuyt schon für Furore gesorgt - nur nahm kaum einer Notiz davon. In der K.o.-Phase legte er in jedem Spiel ein Tor auf. Seine uneigennützige Rückgabe auf Sneijder sorgte im Achtelfinale für das entscheidende 2:0 gegen die Slowakei. Eine Runde später führte seine Kopfballverlängerung zu Sneijder zum Siegtreffer gegen Brasilien. Und im Halbfinale landete seine Flanke punktgenau auf dem Kopf des Torschützen Arjen Robben.

Selbst getroffen hat Kuyt nur im ersten Spiel gegen Dänemark. Es war ein typisches Kuyt-Tor: Eljero Elia schloss einen späten Oranje-Konter mit einem Pfostenschuss ab. Zwei Dänen standen besser zum Ball, aber Kuyt kam ran und drückte ihn über die Linie.

"Über so ein Tor kann ich mich diebisch freuen. Ich habe bestimmt schon schönere gemacht, aber ich mag dieses Tor, weil ich eigentlich zu weit weg stehe, um den Ball noch zu erwischen", sagte Kuyt hinterher mit einem Grinsen.

Cruyff: "Kuyt mit Gold nicht aufzuwiegen"

Zum Fußball-Adel gehört man in den Niederlanden aber erst, wenn Johann Cruyff einen in den Adelsstand berufen hat. Und siehe da: Vor dem Halbfinale schrieb die WM-Legende in seiner Kolumne bei "de Telegraaf" tatsächlich eine Lobeshymne auf Kuyt.

"Ich finde es sehr schön, dass sich Dirk Kuyt zu einem der wertvollsten Spieler entwickelt hat. Vor dem ersten Spiel waren Zweifel angebracht, aber er hat sich gemacht: Begonnen hat er auf der rechten Seite, dann hat er Spitze gespielt und gegen Brasilien hat er auf der linken Seite dafür gesorgt, dass Maicon nicht ins Spiel kam. Zudem hat er auch noch das entscheidende Tor vorbereitet", schrieb Cruyff voller Anerkennung.

Sein Urteil über Kuyt: "Er ist mit Gold nicht aufzuwiegen."

Den goldenen WM-Pokal hat Cruyff indes bei zwei Final-Teilnahmen 1974 und 1978 nie in den Händen halten dürfen. Kuyt kann ihn am Sonntag in dieser Hinsicht in den Schatten stellen.

Pressestimmen zu Hollands Finaleinzug: "Bizarre Form moderner Kunst"

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