WM 2010

FIFA ist machtlos: Streiks sorgen für Chaos

SID
Dienstag, 15.06.2010 | 18:18 Uhr
Die Ordner in den WM-Stadien streiken für höhere Löhne
© Getty
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Massive Streiks der Busfahrer und Ordner haben den Beginn der WM in Südafrika überschattet und für ein Chaos gesorgt. Der Weltfußball-Verband FIFA kann nicht eingreifen.

Ordner und Busfahrer streiken, und die FIFA muss zuschauen: Der mächtigste Sportverband der Welt ist bei den Organisationspannen der Fußball-WM in Südafrika machtlos.

"Das ist eine Angelegenheit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Wir können da nichts tun", sagte FIFA-Mediendirektor Nicolas Maingot nach den Streiks in Kapstadt, Durban und Johannesburg, die am Sonntag und Montag zu chaotischen Verhältnissen rund um die WM-Stadien geführt hatten.

"Ein Streik wegen Lohnforderungen gehört zu den verfassungsrechtlich geschützten Rechten in diesem Land", betonte OK-Sprecher Rich Mkhondo: "Dies gilt solange, wie es keine Gewalt und keine Gefahr für Menschen gibt. Sollte dagegen verstoßen werden, greift die Polizei ein."

In Durban war die Polizei massiv gegen die demonstrierenden Ordnungskräfte vorgegangen. Zwei Tage nach den Krawallen sind rund 2000 Sicherheitskräfte in der Nähe des Moses-Mabhida-Stadion am Dienstag ausbezahlt worden. Am Montag war in Kapstadt wegen des Streiks sogar zwischenzeitlich die Austragung des Auftaktspiels von Weltmeister Italien gegen Paraguay (1:1) gefährdet gewesen.

Polizeischüler sollen für Ordnung sorgen

Die Polizei setzte kurzerhand eigene Kräfte ein und vereinbarte mit dem WM-OK, in beiden Städten der zuständigen Sicherheitsfirma den Ordnerdienst zu entziehen und ihn selbst zu übernehmen. Die südafrikanische Regierung versicherte, dass durch mögliche Streiks der Stadionordner in den WM-Arenen die Sicherheit für die Zuschauer nicht gefährdet sei.

"Die südafrikanische Polizei und andere Sicherheitsfirmen haben alles im Griff. Sie stehen bereit, wie in Kapstadt geschehen, um zu übernehmen, wenn die privaten Sicherheitsbediensteten nicht zur Verfügung stehen", sagte Sprecher Themba Maseko in Pretoria.

Das überwiegend aus Polizeischülern bestehende Aufgebot soll auch am Freitag beim Risiko-Spiel zwischen England und Algerien diese Aufgaben übernehmen. Die Partie ist eine von elf mit erhöhtem Terrorrisiko. Das Problem: Die Polizeischüler sind für die Kontrollen auf Waffen nicht ausgebildet.

Mkhondo beschwichtigte dennoch. "Die WM läuft in geordneten Bahnen. Die Spiele können rechtzeitig angepfiffen werden und werden pünktlich am 11. Juli abgepfiffen", sagte der OK-Sprecher. Sein Chef Danny Jordaan hatte die streikenden Stewards harsch kritisiert: "Wir haben Respekt vor den Rechten der Arbeiter, aber es ist inakzeptabel, die Abläufe an einem Spieltag zu stören."

"Wir haben eine Einigung erzielt."

Massive Störungen gab es auch in Johannesburg, wo die Busfahrer sogar ohne Wissen ihrer Gewerkschaft streikten. Rund 1000 Fußball-Fans kamen nach dem Spiel der Niederlande gegen Dänemark im Soccer-City-Stadion (2:0) am Montag nicht mit dem Linien des Busnetzes BRT zurück ins Stadtzentrum. "Es war ein überraschender Streik, wir wussten nichts davon", gab Tahir Sema, Sprecher der Gewerkschaft Samwu zu.

Am Dienstag gab Lisa Seftel, Chefin des Transportsystems von Johannesburg, Entwarnung: "Die Busse fahren wieder ganz normal. Wir haben in der Nacht eine Einigung erzielt." Die Busfahrer hatten eine Überstundenbezahlung verlangt, weil sie aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zusätzliche Schichten einlegen mussten.

60 Fahrer hatten sich an der spontanen Arbeitsniederlegung beteiligt. Schon im Vorfeld der WM hatten immer wieder Streiks für Probleme gesorgt, sowohl beim Bau der Stadien als auch bei der Verbesserung der Infrastruktur.

Für die massiven Transportprobleme, die vor allem in Johannesburg die WM überschatten, machte die Polizei indes auch die Zuschauer selbst verantwortlich. "Anstatt zum nächsten Parkplatz am Stadion sollten die Fans zum nächsten Park-and-Ride-Parkplatz an ihrem Haus fahren", sagte Polizeisprecherin Edna Mamonyane. Zudem riet sie, mit mehreren Zuschauern eine Fahrgemeinschaft zu bilden: "Das entspannt die Situation."

1000 Fans saßen wegen Busfahrerstreik fest

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