Donnerstag, 17.06.2010

WM 2010

Ball soll schuld am schwachen WM-Niveau sein

Viele Experten begründen das bisher schwache Niveau der WM-Spiele mit den Flugeigenschaften des neuen Balls. "Der Ball fliegt in der Höhenluft ganz anders", so Lothar Matthäus.

Jabulani ist laut verschiedener Experten schuld am schwachen WM-Niveau
© sid
Jabulani ist laut verschiedener Experten schuld am schwachen WM-Niveau

Für die einen ist der Ball oder die Höhe schuld, für die anderen die gute taktische Schulung der "Kleinen": Das schwache Niveau mit vielen Fehlpässen und wenigen Toren bei der WM in Südafrika hat eine Experten-Diskussion ausgelöst. "Der Ball fliegt in der Höhenluft ganz anders. Alle Teams haben mit ihren Pässen Probleme. Sehr oft fliegt die Kugel über die Köpfe der Adressaten ins Aus", stellte Lothar Matthäus in der Bild-Zeitung fest.

Nigerias Trainer Lars Lagerbäck sieht dagegen andere Gründe für die Torflaute und das meist langweilige Mittelfeldgeplänkel der ersten WM-Tage. "Alle Teams sind sehr gut organisiert und taktisch viel besser vorbereitet als früher", sagte der Schwede, wollte in das allgemeine Klagelied über das niedrige Niveau allerdings nicht einstimmen: "Es fallen zwar wenig Tore, aber ich habe bislang in den Spielen eine Menge Fußball gesehen."

Studieren und analysieren

Ähnlich beurteilt Diego Maradona den geringen Unterhaltungswert der ersten Partien. "Die Mannschaften studieren und analysieren sich noch gegenseitig. Da ist man in den ersten Spielen vielleicht vorsichtiger, als man sein sollte", sagte der frühere Weltklasse-Fußballer und versicherte: "Ich mache mir auch keine Sorgen darüber, dass bislang so wenige Tore gefallen sind. Das wird sich noch ändern."

Fakt ist: Nur 25 Tore in den ersten 16 Spielen, den ersten Auftritten jeder Mannschaft, sind WM-Negativrekord. Nur Deutschland (beim 4:0 gegen Australien) und Brasilien (beim 2:1 gegen Nordkorea) gaben jeweils zehn Schüsse aufs Tor ab, alle anderen Teams deutlich weniger. Erschreckend: In einigen Spielen kamen weniger als 65 Prozent der Pässe an, bei der Partie Serbien gegen Ghana (0:1) sogar nur acht Prozent der Flanken. Selbst bei Standards ist die Erfolgsquote teilweise extrem niedrig: Beim Spiel Südkorea gegen Griechenland (2:0) fanden nur zwei von 17 Eckbällen ihren Adressaten.

Druck ist zu groß

Kein Wunder, dass die Experten die Hände vors Gesicht schlagen. "Ich kann nicht glauben, was ich da sehe", sagte "ARD"-Experte Günter Netzer beim 1:0 Japans gegen Kamerun fassungslos. Und "TV-Bundestrainer" Jürgen Klopp stellte bei "RTL" fest: "Das Niveau ist bislang noch nicht das höchste." Für den Trainer von Borussia Dortmund liegt die mangelnde Qualität vor allem am großen Druck: "In der Vorrunde geht es vor allem darum, die Punkte einzufahren."

Bilder des Tages - 17. Juni
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Für die meisten ist der Ball "Jabulani" das Grundübel. "Dieser Ball ist der schlechteste, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er ist schrecklich für die Spieler", schimpfte Englands Trainer Fabio Capello. Vor allem in Kombination mit der Höhe - fünf der neun WM-Städte liegen mehr als 1000 m hoch - sei der Ball schwer zu kontrollieren. "Da ist er 20 bis 25 Prozent schneller", meint "ZDF"-Experte Oliver Kahn. Der Grund: In der dünnen Luft trifft der Ball auf geringeren Widerstand.

Meier versteht Diskussion nicht

Der ehemalige Schiedsrichter Urs Meier kann die Diskussion um das Spielgerät indes nicht nachvollziehen. "In der Schweiz spielt man schon seit einem halben Jahr mit diesem Ball, und das gilt auch für andere Nationen. Jetzt wird auf einmal groß darüber diskutiert", meinte der Schweizer.

Die Bedingungen bei der WM seien aber anders als in der Liga, betont der Niederländer Mark van Bommel: "Wir spielen schon seit November bei den Bayern mit diesem WM-Ball. Aber er fliegt in dieser Höhe ganz anders als in der Bundesliga."

Einen ganz anderen Grund für ihren mühsamen WM-Auftakt fanden die Brasilianer. "Es war furchtbar kalt. Das macht uns schwer zu schaffen", sagte Torschütze Maicon nach dem 2:1 gegen Nordkorea.

Capello schimpft über WM-Ball


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