Der Formcheck zur WM

Nur Ronaldo zieht noch nicht mit

Von Fatih Demireli
Montag, 07.06.2010 | 15:00 Uhr
Nicht zufrieden: Cristiano Ronaldo (r.) sucht bei der Nationalmannschaft noch nach seiner Form
© Imago
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Am Freitag geht es endlich los! Der Startschuss der WM 2010 fällt in Johannesburg, wenn sich Südafrika und Mexiko gegenüber stehen. Die lange Vorbereitungszeit ist so gut wie zu Ende - jetzt geht es um die Feinheiten. SPOX hat die 32 Teilnehmer im Formcheck unter die Lupe genommen.

Spanien

Testspiele: Saudi-Arabien (3:2), Südkorea (1:0)

Fazit: Der Europameister steht unter Druck. Nach der starken EURO 2008 und der mehr als souveränen Qualifikation zur WM sind die Erwartungen an das Team von Vicente del Bosque immens. Der Spanien-Coach hat die Zügel im Trainingslager angezogen, fördert den Konkurrenzkampf. Spieler wie Jesus Navas drängen in die Startelf.

Die Stars ziehen gut mit. Auch wenn die Leistungen in den Testspielen nicht immer überragend waren, waren Ansätze vom starken Zusammenspiel wieder zu sehen. Spanien wirkt manchmal wie eine Klub-Mannschaft, die jede Woche zusammenspielt. Einziger Störfaktor sind die ständigen Transfergerüchte um Stars wie Cesc Fabregas, David Silva oder Fernando Torres.

England

Testspiele: Mexiko (3:1), Japan (2:1)

Fazit: Der Ausfall von Rio Ferdinand beim ersten Training in Südafrika sorgte für große Enttäuschung im Lager der Three Lions. Der Kapitän und Abwehrchef war eine wichtige Stütze im Team von Trainer Fabio Capello. "Er ist eine Säule unserer Mannschaft, aber wir müssen jetzt damit leben", sagt der Italiener. Ferdinand ist Capellos einzig richtiges Sorgenkind.

Das andere war Gareth Barry, der in der WM-Qualifikation gesetzt war und spätestens im Achtelfinale zurückgewartet wird. Den Ausfall des Mittelfeldspielers könnte Capello zumindest in der Gruppenphase kompensieren. Die größte Stärke der Engländer ist ohnehin Capello selbst. Die Stars gehorchen ihrem Coach, ordnen sich unter. Der Teamspirit der Engländer ist so stark wie nie.

Niederlande

Testspiele: Mexiko (2:1), Ghana (4:1), Ungarn (6:1)

Fazit: Der Verletzungsfluch vor der WM hat auch die Niederlande erreicht. Arjen Robben erlitt im Testspiel gegen Ungarn einen Muskelfaserriss. Somit wird er wohl auf jeden Fall das Auftaktmatch verpassen, bevor er wieder fit ist. Aber Bondscoach Bert van Marwijk hat genügend Alternativen in seiner Mannschaft.

Die Niederlande war in jedem ihrer Testspiele klar überlegen und präsentierte sich in Torlaune. Besonders die Vorstellung gegen überforderte Ungarn war klasse. Schon bei der EM 2008 war die Oranje ganz stark in der Vorbereitung in der Gruppenphase, baute aber in der K.o.-Runde unerklärlich stark ab. Diesmal sollte es besser laufen.

Deutschland

Testspiele: Ungarn (3:0), Bosnien-Herzegowina (3:1)

Fazit: Ballack, Adler, Rolfes, Träsch, Westermann - die Ausfallliste der Deutschen ist lang - eigentlich zu lang, um optimistisch für die WM zu sein. Aber die Vorstellungen in den Testspielen und die konzentrierte Arbeit im Trainingslager in Südtirol machen Hoffnung.

Bemerkenswert schnell haben sich mit Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger zwei Spieler in der Hierarchie nach oben gearbeitet. Die Gruppengegner sind unangenehm, aber dennoch machbar. Für den weiteren Verlauf des Turniers hält ein Klischee her: Deutschland ist eine Turniermannschaft.

Portugal

Testspiele: Kapverdische Inseln (0:0), Kamerun (3:1)

Fazit: Das blamable 0:0 gegen die Kapverdischen Inseln hat den Portugiesen Angst gemacht. Gegen Kamerun sah es da schon wieder viel besser aus. Die heimische Presse frohlockte nach dem 3:1 gegen Kamerun. Einzig Cristiano Ronaldo ist noch nicht in WM-Stimmung. Sind es die Strapazen der langen Saison?

Serbien

Testspiele: Neuseeland (0:1), Polen (0:0), Kamerun (4:3)

Fazit: Wenn nur die Offensive eine Rolle spielen würde, wären die Serben WM-Favorit: Krasic, Pantelic und Co. sind in Topform. Aber die Defensive funktioniert trotz Namen wie Vidic und Subotic noch nicht nach Wunsch. Radomir Antic sucht noch die richtige Mischung.

Dänemark

Testspiele: Senegal (2:0), Australien (0:1), Südafrika (0:1)

Fazit: Trainer Morten Olsen hat vor der WM Verletzungssorgen. Simon Kjaer laboriert an einer Knieverletzung. Auch Nicklas Bendtner ist angeschlagen. Ohne seine jungen Hoffnungsträger würden es die Dänen sehr schwer haben. Die Testspielergebnisse gegen Australien und Südafrika sind ernstzunehmende Warnsignale.

Italien

Testspiele: Mexiko (1:2), Schweiz (1:1)

Fazit: Mit Andrea Pirlo fehlt zumindest zum WM-Auftakt der Stratege im Mittelfeld. Gegen Mexiko und die Schweiz konnte Italien nicht überzeugen - vor allem in der Vorwärtsbewegung fehlt den Italienern der Elan. Marcelo Lippi hat noch viel Arbeit vor sich.

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