Daddy Cool lebt

Von Fatih Demireli
Freitag, 04.06.2010 | 11:11 Uhr
Harry Kewell (r.) schoss zwischen 2008 und 2010 in 43 Pflichtspielen für Galatasaray 17 Tore
© Getty
Advertisement
Fed Cup Women National Team
Sa21.04.
Halbfinale! Kerber, Görges und Co. gegen Tschechien
Ligue 1
Nantes -
Rennes
Championship
Millwall -
Fulham
Ligue 1
Dijon -
Lyon
Primera División
Leganes -
La Coruna
J1 League
Kobe -
Nagoya
Primera División
Eibar -
Getafe
Premiership
Hibernian -
Celtic
Premier League
West Bromwich -
Liverpool
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Serie A
SPAL -
AS Rom
Championship
Ipswich -
Aston Villa
Premier League
Watford -
Crystal Palace
Primera División
Celta Vigo -
Valencia
Ligue 1
Marseille -
Lille
Serie A
Sassuolo -
Florenz
Super Liga
Radnicki Nis -
Roter Stern
Ligue 1
Amiens -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Monaco
Ligue 1
Metz -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Angers
Championship
Cardiff -
Nottingham
Serie A
AC Mailand -
Benevento
Copa del Rey
FC Sevilla -
FC Barcelona
Primeira Liga
Estoril -
Benfica
Primera División
Girona -
Espanyol
Serie A
Cagliari -
Bologna
Premier League
Arsenal -
West Ham
Ligue 1
Nizza -
Montpellier
Serie A
Udinese -
Crotone
Serie A
Chievo Verona -
Inter Mailand
Serie A
Lazio -
Sampdoria
Serie A
Atalanta -
FC Turin
Premier League
ZSKA Moskau -
FK Krasnodar
Primera División
Malaga -
Real Sociedad
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
St. Etienne -
Troyes
Premier League
Man City -
Swansea
First Division A
Brügge -
Lüttich
Primera División
Las Palmas -
Alaves
Premier League
Stoke -
Burnley (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Real Betis
Serie A
Juventus -
Neapel
Ligue 1
Bordeaux -
PSG
Superliga
Boca Juniors -
Newell's Old Boys
Serie A
CFC Genua -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Newcastle
Primera División
Bilbao -
Levante
Primeira Liga
FC Porto -
Setubal
J1 League
Kashima -
Kobe
Super Liga
Roter Stern -
Cukaricki
DBU Pokalen
Bröndby -
Midtjylland
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Univ Chile
First Division A
Genk -
Brügge
Championship
Fulham -
Sunderland
Ligue 1
Montpellier -
St. Etienne
Primera División
Levante -
FC Sevilla
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Espanyol -
Las Palmas
Premier League
Liverpool -
Stoke
CSL
Guangzhou Evergrande -
Jiangsu
Championship
Aston Villa -
Derby County
Premier League
Huddersfield -
Everton
Primera División
Real Sociedad -
Bilbao
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Ligue 1
Lyon -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Chievo Verona
Championship
Middlesbrough -
Millwall
Premier League
Swansea -
Chelsea
Primera División
Real Madrid -
Leganes
Primeira Liga
Benfica -
Tondela
Ligue 1
Bordeaux -
Dijon
Ligue 1
Lille -
Metz
Ligue 1
Monaco -
Amiens
Ligue 1
Strassburg -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Leicester (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Celta Vigo
Serie A
Inter Mailand -
Juventus
Premier League
Southampton -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Burnley -
Brighton (Delayed)
Primera División
Getafe -
Girona
Serie A
Crotone -
Sassuolo
Premiership
Celtic -
Rangers
Eredivisie
Feyenoord -
Sparta
Ligue 1
Rennes -
Toulouse
Serie A
Sampdoria -
Cagliari
Serie A
Atalanta -
CFC Genua
Serie A
Bologna -
AC Mailand
Serie A
Hellas Verona -
SPAL
Serie A
Benevento -
Udinese
Premier League
West Ham -
Man City
Primera División
Alaves -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
Marseille
Premier League
Man United -
Arsenal
Superliga
Bröndby -
Nordsjälland
Serie A
Florenz -
Neapel
Primera División
Valencia -
Eibar
Primeira Liga
Maritimo -
FC Porto
Primera División
La Coruna -
FC Barcelona
Serie A
FC Turin -
Lazio
Ligue 1
PSG -
Guingamp
Premier League
FK Krasnodar -
Lok Moskau
Premier League
Tottenham -
Watford
Primera División
Real Betis -
Malaga
Copa Libertadores
Nacional -
Santos
J1 League
Kobe -
Tokyo

Harry Kewell war schon abgeschrieben. Kaum jemand hat noch auf ihn gesetzt. Doch in der Türkei feierte Daddy Cool seine Wiedergeburt und will sich trotz aller Probleme nun mit Australien bei der WM beweisen.

Es war im Sommer 2008. Der türkische Spitzenklub Galatasaray warb für sein neues Mobilfunkangebot und ließ seine Stars in den Werbespots als Hauptdarsteller ran.

Jeder sollte seine eigene Geschichte erzählen. Der Youngster Arda Turan sprach davon, wie er als Balljunge hinter dem Tor stand und Vorbildern wie Gheorghe Hagi zujubelte. Lincoln sprach von Gott, der ihm den Weg zu Galatasaray vorzeichnete.

"Er steht nicht mehr auf"

Und da war noch Harry Kewell. Der Australier erzählte, dass ihn alle schon abgeschrieben hatten. "Sie sagten alle: 'Er steht nicht mehr auf, für ihn ist es aus', aber ich wurde bei Galatasaray wiedergeboren." Kewells Spot beruhte auf einer wahren Begebenheit.

Der Australier galt lange Zeit als einer der besten Fußballer in England, spielte für Leeds United und den FC Liverpool auf hohem Niveau und gewann 2005 die Champions League. Beim legendären Finale gegen den AC Mailand stand Kewell in der Startelf.

"Galatasaray? Nein!"

Doch den vielen Highlights in der Karriere des Offensivspielers folgten meistens böse Verletzungen, die ihn lange außer Gefecht setzten und sogar den Fortlauf seiner Karriere bedrohten. Bei Galatasaray schien die Leidenszeit aber endlich ein Ende zu nehmen.

"Der Wechsel zu Galatasaray war absolut die richtige Entscheidung. Ich muss zugeben, dass ich damals, als ich das Angebot bekam, erst einmal gesagt habe: Galatasaray? Nein! Aber beim zweiten Hinsehen habe ich es dann doch gemacht", so Kewell zu Beginn seiner Gala-Zeit im Sommer 2008.

Die Wiedergeburt

Kewell avancierte schnell zum Publikumsliebling und auch die schlimmen Verletzungen gerieten in Vergessenheit. Kewell spielte und spielte. Links, rechts, hinter der Spitze, als Stürmer - sogar als Innenverteidiger half er im UEFA-Cup gegen den Hamburger SV aus. Kewell war wiedergeboren.

Als zu Beginn der vergangenen Saison Frank Rijkaard bei Galatasaray das Zepter übernahm, kamen zunächst Gerüchte auf, dass der Niederländer Kewell in seinem Kader nicht haben will. Konditionelle Probleme wurden dem Linksfuß angelastet - in der Tat spielte Kewell selten 90 Minuten durch.

Liebling der Fans

Aber Kewells überragende Form in der Vorbereitung und in der Hinrunde machten ihm zum Stammspieler. Er war aus dem Team nicht wegzudenken und schon gar nicht aus dem Ali Sami Yen Stadion, indem er einen Sonderstatus genoss.

Die Fans liebten ihn, widmeten ihm persönlich sogar eine leicht abgeänderte Form des Partyschlagers "Daddy Cool" mit dem Namen ihres sympathischen Superstars. Die Liebe der Fans wurde aber zum ernsthaften Problem für den Verein.

Schlimme Verletzung

Als sich Kewell im Januar schwer an der Leiste verletzte und für den Rest der Saison auszufallen drohte, dachte Galatasaray an eine vorzeitige Auflösung des ohnehin zum Ende der Saison endenden Vertrags.

Hintergrund war die Verpflichtung neuer ausländischer Spieler, die Galatasaray plante, aber aufgrund der Ausländerbegrenzung nicht tätigen konnte, ohne einen Spieler gehen zu lassen.

Kewell schien aufgrund seiner Verletzung geradezu prädestiniert, aber die Fans wüteten, gründeten Webseiten und skandierten im Stadion den Namen Kewells.

Trotz Sorgen im WM-Kader

Der Vorstand knickte ein und trennte sich stattdessen von Shabani Nonda - dem damals einzigen gesunden Stürmer. Galatasaray spielte mehrere Wochen ohne einen echten Stürmer und verlor wohl auch aufgrund dieser Tatsache früh den Kampf um den Titel.

Die Genesung Kewells sollte als Trost herhalten, doch dass der Routinier in der Rückrunde nur zwei Minuten auf dem Platz stand, machte das Dilemma perfekt.

Trotz Verletzungs- und Fitnesssorgen hat Pim Verbeek, Trainer Australiens, Kewell nun in seinen Kader für die WM berufen.

"Das schaffe ich"

Kewell hat noch kein Testspiel absolviert, trainierte noch nicht einmal voll mit der Mannschaft. Trotzdem plant Verbeek mit Kewell sogar für den WM-Auftakt gegen Deutschland am 13. Juni.

"Das Team braucht mich in bester Verfassung, und ich glaube, das schaffe ich", sagt Kewell. Daddy Cool gibt ein Lebenszeichen und nicht nur seine Landsleute freuen sich darüber.

Der Kewell-Einsatz zum Auftakt gegen Deutschland bleibt aber weiter offen. Ähnlich wie seine Zukunft. Eine Gruppe von Galatasaray-Fans gründete zwar die Webseite "staywithusharry.com", aber diesmal will sich die sportliche Führung nicht manipulieren lassen.

Neuer Klub gesucht

"Harry wird in der kommenden Saison nicht mehr bei uns sein. Aufgrund seines Alters und seiner Verletzung sind wir zu diesem Schritt gezwungen", sagt Fußballchef Haldun Üstünel. Wohl fühlt er sich bei dieser Aussage nicht.

Kewell würde gerne bleiben, wird die WM aber auch dafür nutzen, um sich neu zu beweisen und sich für neue Klubs zu empfehlen. Und vielleicht stehen ja bald der nächste Werbespot und die nächste Wiedergeburt an.

Australien im Teamporträt: Jesus und die Maschinen

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung