Australiens Harry Kewell im Porträt

Daddy Cool lebt

Von Fatih Demireli
Freitag, 04.06.2010 | 11:11 Uhr
Harry Kewell (r.) schoss zwischen 2008 und 2010 in 43 Pflichtspielen für Galatasaray 17 Tore
© Getty
Advertisement
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers-Celtic: Das Old Firm in Glasgow steht an!
CSL
Beijing Guoan -
Shanghai SIPG
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
Primeira Liga
Porto -
Portimonense
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby County -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru

Harry Kewell war schon abgeschrieben. Kaum jemand hat noch auf ihn gesetzt. Doch in der Türkei feierte Daddy Cool seine Wiedergeburt und will sich trotz aller Probleme nun mit Australien bei der WM beweisen.

Es war im Sommer 2008. Der türkische Spitzenklub Galatasaray warb für sein neues Mobilfunkangebot und ließ seine Stars in den Werbespots als Hauptdarsteller ran.

Jeder sollte seine eigene Geschichte erzählen. Der Youngster Arda Turan sprach davon, wie er als Balljunge hinter dem Tor stand und Vorbildern wie Gheorghe Hagi zujubelte. Lincoln sprach von Gott, der ihm den Weg zu Galatasaray vorzeichnete.

"Er steht nicht mehr auf"

Und da war noch Harry Kewell. Der Australier erzählte, dass ihn alle schon abgeschrieben hatten. "Sie sagten alle: 'Er steht nicht mehr auf, für ihn ist es aus', aber ich wurde bei Galatasaray wiedergeboren." Kewells Spot beruhte auf einer wahren Begebenheit.

Der Australier galt lange Zeit als einer der besten Fußballer in England, spielte für Leeds United und den FC Liverpool auf hohem Niveau und gewann 2005 die Champions League. Beim legendären Finale gegen den AC Mailand stand Kewell in der Startelf.

"Galatasaray? Nein!"

Doch den vielen Highlights in der Karriere des Offensivspielers folgten meistens böse Verletzungen, die ihn lange außer Gefecht setzten und sogar den Fortlauf seiner Karriere bedrohten. Bei Galatasaray schien die Leidenszeit aber endlich ein Ende zu nehmen.

"Der Wechsel zu Galatasaray war absolut die richtige Entscheidung. Ich muss zugeben, dass ich damals, als ich das Angebot bekam, erst einmal gesagt habe: Galatasaray? Nein! Aber beim zweiten Hinsehen habe ich es dann doch gemacht", so Kewell zu Beginn seiner Gala-Zeit im Sommer 2008.

Die Wiedergeburt

Kewell avancierte schnell zum Publikumsliebling und auch die schlimmen Verletzungen gerieten in Vergessenheit. Kewell spielte und spielte. Links, rechts, hinter der Spitze, als Stürmer - sogar als Innenverteidiger half er im UEFA-Cup gegen den Hamburger SV aus. Kewell war wiedergeboren.

Als zu Beginn der vergangenen Saison Frank Rijkaard bei Galatasaray das Zepter übernahm, kamen zunächst Gerüchte auf, dass der Niederländer Kewell in seinem Kader nicht haben will. Konditionelle Probleme wurden dem Linksfuß angelastet - in der Tat spielte Kewell selten 90 Minuten durch.

Liebling der Fans

Aber Kewells überragende Form in der Vorbereitung und in der Hinrunde machten ihm zum Stammspieler. Er war aus dem Team nicht wegzudenken und schon gar nicht aus dem Ali Sami Yen Stadion, indem er einen Sonderstatus genoss.

Die Fans liebten ihn, widmeten ihm persönlich sogar eine leicht abgeänderte Form des Partyschlagers "Daddy Cool" mit dem Namen ihres sympathischen Superstars. Die Liebe der Fans wurde aber zum ernsthaften Problem für den Verein.

Schlimme Verletzung

Als sich Kewell im Januar schwer an der Leiste verletzte und für den Rest der Saison auszufallen drohte, dachte Galatasaray an eine vorzeitige Auflösung des ohnehin zum Ende der Saison endenden Vertrags.

Hintergrund war die Verpflichtung neuer ausländischer Spieler, die Galatasaray plante, aber aufgrund der Ausländerbegrenzung nicht tätigen konnte, ohne einen Spieler gehen zu lassen.

Kewell schien aufgrund seiner Verletzung geradezu prädestiniert, aber die Fans wüteten, gründeten Webseiten und skandierten im Stadion den Namen Kewells.

Trotz Sorgen im WM-Kader

Der Vorstand knickte ein und trennte sich stattdessen von Shabani Nonda - dem damals einzigen gesunden Stürmer. Galatasaray spielte mehrere Wochen ohne einen echten Stürmer und verlor wohl auch aufgrund dieser Tatsache früh den Kampf um den Titel.

Die Genesung Kewells sollte als Trost herhalten, doch dass der Routinier in der Rückrunde nur zwei Minuten auf dem Platz stand, machte das Dilemma perfekt.

Trotz Verletzungs- und Fitnesssorgen hat Pim Verbeek, Trainer Australiens, Kewell nun in seinen Kader für die WM berufen.

"Das schaffe ich"

Kewell hat noch kein Testspiel absolviert, trainierte noch nicht einmal voll mit der Mannschaft. Trotzdem plant Verbeek mit Kewell sogar für den WM-Auftakt gegen Deutschland am 13. Juni.

"Das Team braucht mich in bester Verfassung, und ich glaube, das schaffe ich", sagt Kewell. Daddy Cool gibt ein Lebenszeichen und nicht nur seine Landsleute freuen sich darüber.

Der Kewell-Einsatz zum Auftakt gegen Deutschland bleibt aber weiter offen. Ähnlich wie seine Zukunft. Eine Gruppe von Galatasaray-Fans gründete zwar die Webseite "staywithusharry.com", aber diesmal will sich die sportliche Führung nicht manipulieren lassen.

Neuer Klub gesucht

"Harry wird in der kommenden Saison nicht mehr bei uns sein. Aufgrund seines Alters und seiner Verletzung sind wir zu diesem Schritt gezwungen", sagt Fußballchef Haldun Üstünel. Wohl fühlt er sich bei dieser Aussage nicht.

Kewell würde gerne bleiben, wird die WM aber auch dafür nutzen, um sich neu zu beweisen und sich für neue Klubs zu empfehlen. Und vielleicht stehen ja bald der nächste Werbespot und die nächste Wiedergeburt an.

Australien im Teamporträt: Jesus und die Maschinen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung