Erkenntnisse des dritten WM-Spieltags

Der Schwächste kommt aus Nigeria

Von SPOX
Samstag, 26.06.2010 | 16:40 Uhr
Nigeria schied nach zwei Niederlagen und einem Remis mit 3:5 Toren aus dem Turnier aus
© Getty
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Die WM geht in die heiße Phase. Ab jetzt heißt es: Siegen oder Fliegen! SPOX zieht ein Fazit zu allen 16 Achtelfinalisten, benennt die Top-und-Flop-Spieler und zählt auf, wo der Unterschied zwischen Europa, Afrika und Südamerika liegt.

Wie lief es bei den Achtelfinalisten?

Uruguay: Eine der großen Überraschungen des Turniers. Sieben Punkte in einer Gruppe mit Frankreich, Mexiko und Gastgeber Südafrika sind stark. Zusammen mit Portugal das einzige Team, das noch kein Gegentor kassierte. Defensiv enorm stabil. Vorne mit Suarez und dem bislang überragenden Forlan mit starken Individualisten besetzt.

Mexiko: Mit Höhen und Tiefen bislang. Zwei eher mäßige Auftritte gegen Südafrika und Uruguay, andererseits auch mit einer glänzenden Vorstellung gegen Frankreich. Gut organisierte Defensive. Keeper Perez ist allerdings ein Schwachpunkt. In der Offensive gibt's mit Dos Santos, Vela, Hernandez, Franco, Barrera und Blanco viele Optionen. Aber: Mittelstürmer Franco enttäuschte bislang.

Argentinien: Drei Spiele, drei Siege - nur die Niederlande können da mithalten. Team und Coach Maradona scheinen sich bestens zu verstehen. Die Stimmung ist bislang prächtig. In der Offensive so stark besetzt wie keine andere Mannschaft und schon gut drauf. Dennoch mit Luft nach oben, denn Messi hat noch nicht getroffen. Hinten bislang kaum gefordert. Demichelis patzte allerdings einmal schwer und wirkte nicht immer souverän.

Südkorea: Der Sieg gegen Griechenland im ersten Spiel war Gold wert. Danach kam nicht mehr viel. Das 2:2 gegen Nigeria war alles andere als souverän. Physisch wie immer in absoluter Top-Verfassung. Zudem in der Offensive nur schwer auszurechnen. Innenverteidiger Jung-Soo Lee ist mit zwei Treffern torgefährlichster Abwehrspieler der WM bislang.

USA: Durch Donovans spätes Tor gegen Algerien in letzter Minute fürs Achtelfinale qualifiziert. Zuvor mit zwei Remis gegen England und Slowenien. Körperlich gut drauf, spielerisch mit Luft nach oben. Aber: Die Mannschaft steckt nie auf und harmoniert sehr gut. Manko: In der Offensive fehlt ein zuverlässiger Knipser.

England: Nur mit viel Mühe fürs Achtelfinale qualifiziert. Bislang noch mit keinem rundum überzeugendem Auftritt. Allerdings: Die Defensive steht gut. Erst ein Gegentor - und das nach einem dicken Patzer von Keeper Green. Zudem kaum Chancen zugelassen. Im Sturm läuft Rooney seiner Form hinterher. Und: Die Stimmung im Team scheint nicht harmonisch. Terry revoltierte gegen Coach Capello, wurde dann aber von den Kollegen zurückgepfiffen.

Deutschland: Zwei Siege ohne Gegentor sind okay, überzeugend war aber nur das 4:0 gegen Australien. Gegen Serbien und Ghana mit einigen Schwächephasen. Vor allem Abwehrchef Mertesacker ist bislang ein Sicherheitsrisiko. Auch links hinten scheint die Idealbesetzung noch nicht gefunden. Positiv: Schweinsteiger glänzt als Leader, Özil überzeugt als Ideengeber.

Ghana: Das einzige afrikanische Team im Achtelfinale. Vorne allerdings bislang ziemlich harmlos. Erst zwei Treffer - durch zwei Elfmeter von Gyan. Keeper Kingson ist ein Sicherheitsrisiko. Richtig stark präsentiert sich bislang Boateng als Kopf im Mittelfeld. Auch Abwehrchef John Mensah überzeugte.

Niederlande: Wie Argentinien noch ohne Punktverlust. Gruppensieger ohne größere Probleme. In allen Partien spielbestimmend, ohne allerdings zu glänzen. Van Bommel knüpft bislang an seine starke Saison beim FC Bayern an. In der namhaften Offensivabteilung ragte aber noch kein Akteur heraus. Vor allem van der Vaart enttäuschte. Immerhin gab Robben im letzten Spiel sein Comeback.

Japan: Als vermeintlich schwächstes Team in die Gruppe gestartet, stand am Ende nach zwei Siegen der Achtelfinaleinzug. Defensiv sehr gut organisiert, in der Offensive mit ansehnlichen Ballstafetten. Aber: Vorne ist man extrem von Superstar Honda abhängig. Der wurde den Ansprüchen allerdings bislang gerecht.

Paraguay: Gruppensieger in der Italien-Gruppe. Vorne allerdings mit wenig Durchschlagskraft. Valdez und Barrios konnten noch nicht überzeugen. Defensiv glänzend organisiert und mit einem der besten Defensivverhalten aller Mannschaften bislang. Überragend: Innenverteidiger Alcaraz.

Slowakei: Durch den Überraschungssieg gegen Italien unerwartet Gruppenzweiter. In den beiden Partien zuvor eher enttäuschend. Superstar Hamsik bislang noch mit wenigen Höhepunkten. Coach Weiss liefert sich eine Dauer-Fehde mit slowakischen Medien und drohte Journalisten bereits Prügel an. Positiv: Ex-Nürnberg-Stürmer Vittek ist mit drei Treffern unter den besten Stürmern.

Brasilien: In der vermeintlichen Todesgruppe ohne große Probleme als Gruppensieger qualifiziert. Längst nicht mehr mit so viel Offensivspektakel wie früher. Vielmehr mit nüchternem Ergebnis-Fußball. Defensiv gut abgestimmt, offensiv mit Luft nach oben. Kaka ist alles andere als in Top-Form.

Portugal: Die Zahlen sind überragend: Kein Spiel verloren, kein Tor kassiert und sieben Treffer erzielt - kein Team hat mehr. Aber: Alle Tore resultieren aus dem 7:0-Erfolg gegen Nordkorea. Noch läuft's in der Offensive nicht rund. Coach Queiroz hat noch keinen Mittelstürmer gefunden, Superstar Ronaldo fehlt die letzte Konsequenz im Abschluss. Aber: Die Defensive wirkt sicher. Und: Linksverteidiger Coentrao ist eine der Entdeckungen des Turniers.

Spanien: Überraschende Auftaktpleite gegen die Schweiz, zwei verdiente Siege gegen Honduras und Chile. Insgesamt bislang nicht so stark und überzeugend wie man den Europameister erwartet hatte. Torres wirkt noch nicht fit und ließ zahlreiche Top-Chancen aus. Dafür ist immerhin auf Nebenmann Villa Verlass. Und: Iniesta scheint nach einer Saison voller Verletzungen rechtzeitig auf Touren zu kommen.

Chile: Trotz einer 1:2-Niederlage gegen Spanien am letzten Spieltag reichte es fürs Achtelfinale. Spiele mit chilenischer Beteiligung haben bislang hohen Unterhaltungswert, weil die Südamerikaner mutigen Offensiv-Fußball zeigen. Das Problem: Defensiv herrscht häufig Unordnung. Und: Im Achtelfinale fehlen mit Medel, Ponce und Estrada drei Spieler gesperrt.

Wer sind die Top-und Flop-Spieler der Gruppenphase? Hier geht's weiter zu Seite 2

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