Diego Maradona überzeugt als Nationaltrainer

Die Renaissance Gottes

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 30.06.2010 | 09:42 Uhr
Diego Maradona ist seit Oktober 2008 Nationalcoach Argentiniens
© Getty
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Als Spieler war Diego Maradona einer der Größten aller Zeiten und der Stolz eines ganzen Landes. Als Trainer wurde er lange kritisch beäugt, steht mit Argentinien nun allerdings im WM-Viertelfinale. Dort trifft der 49-Jährige mit seinem Team am Samstag auf die deutsche Nationalmannschaft. Seine Spieler verehren ihn, weil Maradona einen ganz besonderen Umgang mit seiner Mannschaft pflegt. Inklusive persönlicher Liebesbotschaften für den Superstar.

Fidel Castro ist momentan im WM-Fieber. Viele der bisherigen Spiele hat Kubas Revolutionsführer live am Fernseher verfolgt. Dabei hatte der 83-Jährige lange Zeit überhaupt nichts übrig für Fußball.

"Früher waren das für mich elf Leute, die gegen andere elf Leute um einen Ball gestritten haben", sagt Castro. "Aber dank Diego Maradona hat das Spiel für mich eine neue Faszination bekommen, weil ich nun Taktik und Regeln verstehe."

Entziehungskur bei Castro

Castro und Maradona sind befreundet. Anfang des Jahrtausends lernten sich beide persönlich kennen. Es war die Zeit, als sich Maradona mit Drogen-, Alkohol- und Gewichtsproblemen herumschlug und auf Einladung Castros einer Entziehungskur auf Kuba unterzog.

Es war die Zeit, über die Maradonas Leibarzt Alfredo Cahe heute sagt: "Maradona war so gut wie tot. Ich habe ihn zweimal wiederbeleben müssen, einmal bin ich mit dem schwerkranken Maradona 14 Stunden durch Buenos Aires gefahren, und keine Klinik in der Stadt wollte ihn aufnehmen." Es war die Zeit, in der "el Dios" (Gott) am Ende schien.

Schwache Qualifikation

Doch diese Zeit ist nun vorbei. Maradona geht es im Moment so gut wie lange nicht mehr. Wahrscheinlich hat er sich nicht mehr so wohlgefühlt, seit er selbst als Star der argentinischen Nationalmannschaft auf dem Platz stand. Nun ist er derjenige, der die Stars auf dem Platz führen soll.

Seit Oktober 2008 ist Maradona Nationalcoach Argentiniens. Vorher hatte er in den 90er Jahren lediglich zwei kurze Engagements als Trainer in der argentinischen Liga, und damit quasi keinerlei Erfahrung als Coach. Viele hielten ihn schon alleine deshalb für die falsche Besetzung.

Das schwache Abschneiden in der WM-Qualifikation schien die Kritiker zu bestätigen. Erst durch zwei Siege in den letzten beiden Partien löste die Albiceleste das direkte Ticket für Südafrika. Doch selbst im eigenen Land traute man der Nationalmannschaft mit Maradona bei der WM nur wenig zu.

Immer mittendrin

Das hat sich längst geändert. Argentinien zählt mittlerweile zu den Topfavoriten auf den Titelgewinn. Dank Diego. "Argentinien ist ein fußballverrücktes Land. Maradona hat uns gezeigt, wie man mit diesem wahnsinnigen Druck umgeht", sagt Martin Demichelis im "Kicker". "Als das Schiff schlingerte, nahm er das Ruder in die Hand. Er ist ein wahrer Kapitän." Ein anderer allerdings als die meisten seiner Trainerkollegen.

Maradona ist kein Stratege a la Capello. Er ist auch kein Ruhepol wie del Bosque oder Hitzfeld und schon gar kein Disziplin-Fanatiker wie Dunga. Maradona hat seine eigene Art, eine Mannschaft zu führen.

Jeden Tag neue Schlagzeilen

Nach außen gibt er den Macho und Sprücheklopfer, der sich mal mit Pele, UEFA-Präsident Michel Platini oder FIFA-Boss Sepp Blatter anlegt, mal mit Trainerkollegen und Journalisten. Maradona liefert immer Stoff für Geschichten und nahezu jeden Tag neue Schlagzeilen. Seine Spieler haben so ihre Ruhe.

Im Umgang mit der Mannschaft ist Maradona ohnehin ganz anders, so gar nicht egozentrisch. Seinen Spielern soll es gut gehen. Täglich zwischen 18 und 21 Uhr darf das Team im Mannschaftshotel Freunde und Familie empfangen. Superstar Lionel Messi wohnt, wie gewünscht, im Zimmer Nummer 10 und Carlos Tevez bekam wegen eines FKK-Ticks als einziger im Kader ein Einzelappartement. Jeder soll sich wohlfühlen.

"Er ist ein Trainer, der ganz nah bei den Spielern ist. Er weiß in jedem Moment, was in uns vorgeht", sagt Lionel Messi. Maradona empfindet sich als Teil der Mannschaft, ist immer mittendrin und versteht es so, eine besondere Stimmung innerhalb des Kaders zu erzeugen.

Higuain: "Er war immer unser großer Held"

Im Training kickt er mit, vor Spielen nimmt er jeden Spieler einzeln zur Seite und spricht ihm Mut zu, bei Toren jubelt er so ausgelassen mit, als habe er selbst den Treffer erzielt, und nach den Begegnungen bedankt er sich liebevoll bei jedem Akteur. Bei seinen Spielern kommt das an.

"Er war immer unser großer Held, jeder im Team ist mit ihm als Idol aufgewachsen", sagt Gonzalo Higuain. "Das gibt uns besondere Motivation."

Jeder ist wichtig

Kein anderes Team tritt in Südafrika als derart eingeschworener Haufen auf wie Argentinien, weil Maradona jedem das Gefühl gibt, wichtig zu sein. Jeden Tag holt er sich einen anderen Spieler in sein Büro, appelliert an dessen Stärken und schwört ihn auf das gemeinsame Ziel ein.

Die Folge: Ergänzungsspieler wie Diego Milito, immerhin Triple-Gewinner mit Inter Mailand, nehmen ihre Rolle auf der Bank klaglos hin, sind gleichzeitig aber auch sofort zur Stelle, wenn sie gebraucht werden.

Besonderes Verhältnis zu Messi

"Er ist ein Trainer, der uns viel Selbstvertrauen gibt", sagt Messi. Zu seinem Superstar pflegt Maradona ein ganz besonderes Verhältnis. Wo es nur geht, hebt er Messi heraus, schwärmt öffentlich von seinen Qualitäten oder fordert mehr Schutz von den Schiedsrichtern.

Maradona ist Messis Fan und scheut sich nicht, das auch zu zeigen. Zu Messis Geburtstag in der vergangenen Woche schenkte der Trainer seinem Spieler ein Trikot mit persönlicher Widmung: "Mit all meiner Liebe und Bewunderung. Für Lio. Dein Trainer. Diego".

Die spezielle Zuwendung Maradonas scheint Messi gut zu tun. In der Nationalmannschaft hatte man Top-Leistungen wie beim FC Barcelona bislang vermisst, bei der WM zeigt sich Messi nun in richtig starker Verfassung.

Gewiefter Taktiker?

Wie zuletzt in Barcelona spielt Messi auch für Argentinien hinter den Spitzen. Trotz aller Freiheiten für den 23-Jährigen präsentiert sich die Albiceleste bislang allerdings auch defensiv gut organisiert.

Inwieweit das Maradonas Verdienst ist, ist kaum zu sagen. "Die Energie, die er überträgt, seine Erfahrung, auch sein Wissen, er macht das durchaus wie van Gaal und erklärt uns Dinge bis ins Detail. Das täglich zu erleben ist phänomenal", sagt Demichelis.

Dennoch halten ihn viele Experten für keinen besonders gewieften Taktiker. Doch Maradona hat Leute um sich geschart, die ihn taktisch offenbar bestens beraten. Neben den beiden Co-Trainer Alejandro Mancuso und Hector Enrique vertraut er vor allem auf den Rat von Weltmeistercoach Carlos Bilardo.

So hat Maradona Argentinien wieder mal in ein WM-Viertelfinale geführt. Dort soll längst nicht Schluss sein. Maradona will Weltmeister werden - aus einfachem Grund: "Ich möchte neue Helden für Argentinien." Dabei feiert Argentiniens großer Fußball-Held derzeit selbst eine Wiedergeburt. Es ist die Renaissance Gottes.

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