Sonntag, 16.05.2010

WM 2018

FA-Boss Triesman tritt zurück

Der englische FA-Präsident David Triesman ist zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen nach seinen Manipulationsvorwürfen gegenüber Russland und Spanien.

FA-Präsident David Triesman trat nach seinen Vorwürfen zurück
© sid
FA-Präsident David Triesman trat nach seinen Vorwürfen zurück

Die Bewerbung des englischen Fußball-Verbandes FA um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2018 wird durch den Rücktritt von FA-Präsident David Triesman vom Amt des Bewerbungs-Chefs stark belastet.

Der 66 Jahre alte Ex-Minister und Lord war nach seinen Verdächtigungen gegen die Bewerber-Konkurrenten Spanien und Russland nicht mehr in seinem Amt zu halten und zog am Sonntag die Konsequenzen.

"Es ist sicher die richtige Entscheidung. Unsere oberste Priorität als neue Regierung ist es, den Zuschlag für die Ausrichtung zu erhalten. Ich begrüße es, dass das Bewerbungskomitee zügig reagiert hat. Noch ist nichts verloren", sagte der neue englische Sportminister Hugh Robertson zum Rücktritt Triesmans, der allerdings FA-Boss bleiben will.

"Spanien und Russland wollen Schiedsrichter bestechen"

Nach einem Bericht der Zeitung "Mail on Sunday" verdächtigt Triesman Spanien und Russland der Manipulation sowie einer möglichen Schiedsrichter-Bestechung bei der WM-Endrunde in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli).

Die Zeitung zitiert aus einem Gespräch zwischen Triesman und seiner Ex-Geliebten Melissa Jacobs, das angeblich von Jacobs auf einem Tonband aufgezeichnet wurde. In dem Gespräch soll Triesman die Vermutung geäußert haben, dass Spanien während der WM in Südafrika Schiedsrichter bestechen will und dabei auf Hilfe aus Russland hofft.

Als Gegenleistung könnten die Spanier, die sich gemeinsam mit Portugal um die WM-Ausrichtung 2018 bewerben, ihre Bewerbung zurückziehen und dafür sorgen, dass ihre Sympathisanten im Exekutiv-Komitee des Weltverbands FIFA für Russland stimmen.

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Entschuldigungsschreiben aus England

Nach Angaben der "Mail on Sunday" habe die FA vergeblich versucht, den Bericht durch einen richterlichen Beschluss verhindern zu lassen. Weder der russische noch der spanische Verband wollte sich zu den Vorwürfen äußern.

Das englische WM-Bewerbungskomitee hat die Aussagen Triesmans derweil indirekt bestätigt.

Die Engländer faxten Entschuldigungsschreiben an den russischen und den spanischen Verband sowie die FIFA. Darin distanziert sich das Komitee von den Aussagen des FA-Präsidenten.

Die FIFA will am 2. Dezember über den Ausrichter der WM 2018 entscheiden. Neben England, Russland, Spanien/Portugal bewerben sich die Niederlande/Belgien, die USA und Australien.

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