Freitag, 14.05.2010

32 Länder - 32 Geschichten: Paraguay

"Wir sind nicht mehr die Deppen des Spiels"

32 Teams nehmen an der Weltmeisterschaft in Südafrika teil. Jedes Teilnehmerland hat seine eigene Geschichte zu erzählen. SPOX greift aktuelle Entwicklungen auf, lässt Protagonisten zu Wort kommen oder beleuchtet historische Ereignisse. Heute: Paraguay.

Jose Luis Chilavert wird Ende Juli 45 Jahre alt
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Jose Luis Chilavert wird Ende Juli 45 Jahre alt

16. August 2001: Durch ein Unentschieden im WM-Qualifikationsspiel zwischen Paraguay und Brasilien haben beide Mannschaften soeben die Qualifikation für die Endrunde in Japan und Südkorea geschafft. Offenbar guter Dinge steuert Paraguays Torhüter Jose Luis Felix Chilavert über den Platz geradewegs auf Brasiliens Roberto Carlos zu.

Die Kameraleute wittern ein emotionales Bild und halten voll drauf, als Chilavert tief einatmet, offenbar um dem brasilianischen Superstar noch ein paar warme Worte mit auf den Weg zu geben. Aus seinem Mund kommt aber kein netter Abschiedsgruß, sondern ein großer Klumpen minutenlang angesammelten Speichels, der direkt im Auge seines Gegenüber landet.

WM-Achtelfinale 2002: Chilavert schießt im Spiel gegen Deutschland einen Freistoß
WM-Achtelfinale 2002: Chilavert schießt im Spiel gegen Deutschland einen Freistoß
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Chilavert ist unschuldig

Noch Jahre später wird Paraguays ehemaliger Nationaltorhüter auf diese Szene angesprochen, die von den Kameras in Großaufnahme und bester Qualität festgehalten wurde.

Der mittlerweile 44-Jährige reagiert immer noch emotional: "Er war es, der mich nach dem Spiel beleidigt hatte. Wem würde es schon in den Sinn kommen, jemanden anzugreifen, ohne dass vorher etwas gewesen wäre?"

Bestimmt nicht die extrovertierte Torwart-Legende, deren lange Karriere sich zu großen Teilen aus Eskapaden und blumigen Anekdoten zusammensetzt.

"Wir können das Spiel selbst entscheiden"

1988 wechselte Chilavert nach vier Jahren in Paraguay und Argentinien nach Spanien zu Real Saragossa. Seine erste Station in Europa verlief für den ebenso talentierten wie ehrgeizigen Torhüter jedoch ernüchternd. Streitigkeiten mit dem Trainer brachten ihm letztlich einen Platz auf der Ersatzbank ein und er floh regelrecht zurück nach Südamerika.

Trotzdem markierte das dreijährige Engagement einen Wendepunkt in seiner Karriere, denn erst in Spanien wurden Chilaverts besondere Qualitäten bekannt, auch wenn sich die Anhänger erst an den mitspielenden Torhüter gewöhnen mussten: "Als ich für Saragossa spielte und regelmäßig mit dem Ball am Fuß meinen Kasten verließ, rasteten die Fans aus und brüllten mich an, ich solle schleunigst wieder ins Tor zurückkehren", erinnert er sich.

Die besten Torhüter der letzten 20 Jahre
Mutter Diskuswerferin, Vater Gewichtheber, Schwester Volleyballspielerin. Bei den Buffons sind Hände der Schlüssel zum Erfolg. Gigi weiß damit umzugehen
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Mutter Diskuswerferin, Vater Gewichtheber, Schwester Volleyballspielerin. Bei den Buffons sind Hände der Schlüssel zum Erfolg. Gigi weiß damit umzugehen
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Ein Goalgetter unter den Torhütern. Peter Schmeichel stieg bei ManUtd zur Legende auf und ist der einzige Torwart, dem zwei Tore aus dem Spiel heraus gelangen
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Einst irrte der heutige Welttorhüter Iker Casillas durch den Strafraum, als hätte er zu tief ins Glas geschaut. Heute zählt er mit seinen Paraden und Reflexen zu den Top drei der Welt
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Einst irrte der heutige Welttorhüter Iker Casillas durch den Strafraum, als hätte er zu tief ins Glas geschaut. Heute zählt er mit seinen Paraden und Reflexen zu den Top drei der Welt
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Der Titan unter den Torhütern. Der dreimalige Welttorhüter Oliver Kahn bleibt sowohl als herausragender Torwart als auch als Kung-Fu-Kahn oder Vulkahn in Erinnerung
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Der Titan unter den Torhütern. Der dreimalige Welttorhüter Oliver Kahn bleibt sowohl als herausragender Torwart als auch als Kung-Fu-Kahn oder Vulkahn in Erinnerung
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Der torgefährlichste Keeper aller Zeiten. Jose Luis Chilavert, ein Mann zwischen Genie und Wahnsinn. Hier beim Freistoß gegen Deutschland bei der WM 2002 in Japan
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Der torgefährlichste Keeper aller Zeiten. Jose Luis Chilavert, ein Mann zwischen Genie und Wahnsinn. Hier beim Freistoß gegen Deutschland bei der WM 2002 in Japan
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Modebewusst wie kein Zweiter. Der Italiener Walter Zenga hält noch heute den Rekord, den er bei der WM 1990 aufstellte: 517 Minuten ohne Gegentreffer bei einem Endrunden-Turnier
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Modebewusst wie kein Zweiter. Der Italiener Walter Zenga hält noch heute den Rekord, den er bei der WM 1990 aufstellte: 517 Minuten ohne Gegentreffer bei einem Endrunden-Turnier
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Mit 38 Jahren immernoch auf höchstem Niveau und einer der Besten: ManUtd-Keeper Edwin van der Sar. Hier im Zweikampf mit Chelseas Florent Malouda
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Mit 38 Jahren immernoch auf höchstem Niveau und einer der Besten: ManUtd-Keeper Edwin van der Sar. Hier im Zweikampf mit Chelseas Florent Malouda
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Der Rugby-Torwart: Peter Cech verletzte sich bei einem Premier-League-Spiel so schwer, dass er seitdem einen Rugby-Helm zum Schutz trägt
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Ebenfalls ein Hingucker: der Belgier Michel Preud´homme. Er stand in seiner aktiven Zeit unter anderem bei Standard Lüttich und Benfica Lissabon zwischen den Pfosten
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Der Elfer-Killer höchstpersönlich. Der Brasilianer Claudio Taffarel wurde für seinen Instinkt bei Elfmetern genauso gefürchtet, wie für seine Patzer belächelt
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Der Elfer-Killer höchstpersönlich. Der Brasilianer Claudio Taffarel wurde für seinen Instinkt bei Elfmetern genauso gefürchtet, wie für seine Patzer belächelt
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Während seiner Zeit auf der iberischen Halbinsel begann er beinahe täglich Sondereinheiten zu absolvieren, um seine Schusstechnik bei Elfmetern und Freistößen zu optimieren. Je nach Laune, schoss er bis zu 120 Bälle auf den leeren Kasten. "Nun sind wir nicht mehr die Deppen des Spiels, die nur in ihrem Tor warten und bei jedem Fehler hart kritisiert werden. Wir können das Spiel selbst entscheiden" verkündete er damals.

Ein Tor aus 60 Metern

1991 heuerte der Querdenker bei Velez Sarsfield an. Neun Jahre sollte er dem argentinischen Klub treu bleiben und die erfolgreichste Zeit seiner Karriere erleben. Er wurde Meister und gewann unter anderem die Copa Libertadores. Knapp 30 Tore steuerte er bei und heimste 1995, 1997 und 1998 sogar den Titel "Welttorhüter des Jahres" ein.

Ein besonders spektakulärer Treffer gelang ihm im März 1997: Einer seiner Mitspieler wurde kurz vor der Mittellinie gefoult und wälzte sich vor Schmerzen am Boden. Chilavert sprintete aus dem Tor, rief seinen entsetzten Mitspielern "Aus dem Weg, den versenke ich!" zu und setzte den Ball aus 60 Metern unter die Latte.

Paraguay = Chilavert

El Arquero (der Bogenschütze) leistete sich aber auch immer wieder Aussetzer, die seine Popularität noch steigerten, ihm aber einen zweifelhaften Ruf eintrugen. Der Waffennarr verprügelte einen Journalisten, der in einem Nebensatz bemerkt hatte, dass Chilavert an Gewicht zugelegt hätte. Den kolumbianischen Stürmerstar Fausto Asprilla malträtierte er einst mit einem Fausthieb.

Für gegnerische Fans und Spieler wurde er mehr und mehr zu Reizfigur. Nach Niederlagen begleiteten ihn Schmähgesänge auf dem Weg in die Katakomben.

Einzig die Menschen in seinem Heimatland hielten immer vorbehaltslos zu ihrem Superstar: In Paraguay wurden für ihn schon mal Recht und Gesetz zurechtgerückt. Als er wegen einer Schlägerei gut ein Jahr Berufsverbot und eine Gefängnisstrafe von drei Monaten absitzen sollte, nominierte ihn der damalige Nationaltrainer bereits drei Tage später wieder für ein Länderspiel und der unverbesserliche Keeper durfte für sein Land auflaufen.

Das zweite Gesicht

Die WM 1998 in Frankreich hebt Chilavert als das Ereignis seiner Karriere hervor. Als totaler Außenseiter qualifiziert, äußerte er im Vorfeld Ansprüche auf den Weltmeistertitel. Paraguay entpuppte sich als Überraschungsteam und zog mit nur einem Gegentor ins Achtelfinale gegen Frankreich ein.

Das Spiel sollte zu seiner persönlichen One-Man-Show werden, bei der Chilavert bis zur 113. Minute seinen Kasten mit sensationellen Paraden sauber halten konnte, ehe Laurent Blanc das Golden Goal für den Gastgeber und späteren Weltmeister erzielte. Der Keeper tobte und sogar als neutraler Zuschauer war man froh, dass sich bei seinem ersten Ausbruch niemand in seiner unmittelbaren Nähe befand.

Doch nur einen winzigen Moment später zeigte der grantige Tohüter sein zweites Gesicht: Fast schon liebevoll kümmerte er sich um seine vor Erschöpfung und Enttäuschung am Boden liegenden Mitspieler, sprach ihnen Mut zu und richtete einen nach dem anderen wieder auf.

Abstieg und Pokalsieg

2000 ging er noch einmal nach Europa. In Strasburg durchlebte er - bezeichnend für seine gesamte Karriere - Licht und Schatten: Nachdem der Abstieg 2001 bereits feststand, führte er den kleinen Klub zum Pokal-Sieg. Im Elfmeterschießen wehrte er einen Schuss ab und traf selbst zur Entscheidung.

Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea überstand Paraguay abermals die Vorrunde und traf im Achtelfinale auf Deutschland. "Bei einem Sieg über Deutschland wäre bei uns Karneval, dann könnte Jose Luis Chilavert sogar Staatspräsident werden", sagte damals ein Journalist aus Paraguay.

Die Fußball-Weltmeisterschaften von 1930 bis 2006
1930: Das erste WM-Finale aller Zeiten gewinnt Gastgeber Uruguay gegen Argentinien (4:2)
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1930: Das erste WM-Finale aller Zeiten gewinnt Gastgeber Uruguay gegen Argentinien (4:2)
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1934: Auch vier Jahre später gewinnt der Gastgeber. Italien schlägt die Tschechoslowakei mit 2:1 n. V. Trainer Vittorio Pozzo wird auf Händen getragen
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1938: Vom Turnier in Frankreich hat nur das offizielle Plakat als Bild überlebt. Im Finale schlug Italien die Ungarn mit 4:2
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1950: In Brasilien sichert sich Uruguay erneut den Titel. In der Finalgruppe gewann man das entscheidende Spiel gegen den Gastgeber im Maracana mit 2:1
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1950: In Brasilien sichert sich Uruguay erneut den Titel. In der Finalgruppe gewann man das entscheidende Spiel gegen den Gastgeber im Maracana mit 2:1
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1954: Das vielzitierte Wunder von Bern. Nach dem 3:2 im Finale gegen Ungarn fallen sich die deutschen Spieler kollektiv um den Hals
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1958: Peles Stern geht auf. Im Finale gegen Gastgeber Schweden netzt der beste Fußballer aller Zeiten zum zwischenzeitlichen 3:1 ein
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Ein Bild, das um die Welt ging. Der zweifache Torschütze Pele vergießt nach dem 5:2-Finalerfolg Freudentränen
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1962: Der Titel-Doppelschlag der Selecao. Im Finale in Chile hieß der Gegner Tschechoslowakei, den man mit 3.1 besiegte
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1966: Das legendäre Finale mit dem legendären Wembley-Tor. Hier klärt Keeper Hans Tilkowski im Strafraum gegen die Engländer
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Am Ende hieß es 4:2 nach Verlängerung für die Truppe um Bobby Charlton, Gordon Banks und Geoff Hurst
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1970: Das Jahrhundertspiel. Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Der eingewechselte Rivera besorgt in der 111. Minute das spielentscheidende 4:3
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1970: Das Jahrhundertspiel. Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Der eingewechselte Rivera besorgt in der 111. Minute das spielentscheidende 4:3
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Im Finale hatte die Squadra Azzurra jedoch das Nachsehen und wurde mit 4:1 von den Brasilianern abgefertigt. Hier trifft Jairzinho zum 3:1
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Im Finale hatte die Squadra Azzurra jedoch das Nachsehen und wurde mit 4:1 von den Brasilianern abgefertigt. Hier trifft Jairzinho zum 3:1
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1974: Schlimmer konnte es nicht laufen. Johan Neeskens verwandelt im Finale schon in der 2. Minute einen Elfmeter zur 1:0 Führung für Holland
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Doch die Deutschen schlugen zurück und drehten dank des Treffers von Gerd Müller zum 2:1 die Partie. Das Olympiastadion stand Kopf
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Doch die Deutschen schlugen zurück und drehten dank des Treffers von Gerd Müller zum 2:1 die Partie. Das Olympiastadion stand Kopf
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Gastgeber Deutschland um Kapitän Franz Beckenbauer beim Posieren mit dem WM-Pokal
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1978: Die Schmach von Cordoba. Nach der 2:3-Pleite gegen Österreich schleichen Rüdiger Abramczik und Rainer Bonhof betröppelt vom Platz
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Im Finale bezwang Gastgeber Argentinien die Niederlande mit 3:1 nach Verlängerung. Der Spieler des Turniers, Mario Kempes, bejubelt sein 2:1
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Daniel Passarella präsentiert den WM-Pokal dem Publikum in Buenos Aires
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1982: Die brutalste Szene des Turniers in Spanien. Toni Schumacher streckt Patrick Battiston im Halbfinale gegen Frankreich nieder
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Im Finale war für Deutschland gegen Italien nichts zu machen. Torschützenkönig Paolo Rossi macht das 1:0 und dreht jubelnd ab
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Nach dem 3:1-Finalsieg läuft Dino Zoff mit dem WM-Pokal durch das weite Rund des Madrider Bernabeu Stadions
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1986: Die Hand Gottes. Im Viertelfinale gegen England erzielt Diego Maradona das 1:0 betrügerisch per Hand. Am Ende heißt's 2:1 für Argentinien
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Im Finale lagen die Deutschen schon mit 0:2 zurück, ehe Rudi Völler zehn Minuten vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte
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Gebracht hat's leider nichts. Jorge Burruchaga erzielt nur drei Minuten später das 3:2 in Mexiko-Stadt und macht Argentinien zum Weltmeister.
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Der Spieler des Turniers und damals der beste Kicker der Welt: Diego Maradona liebkost die Trophäe
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1990: Die hässlichste Szene des Turniers. Hollands Frank Rijkaard bepöbelt und bespuckt den unschuldigen Rudi Völler. Deutschland siegt 2:1
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Der Schuss ins Glück. Andreas Brehme verwandelt im Finale gegen Argentinien den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der 85. Minute
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Der Schuss ins Glück. Andreas Brehme verwandelt im Finale gegen Argentinien den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der 85. Minute
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Wie war das schön! Brehme, Pierre Littbarski und Kapitän Lothar Matthäus schreien die Freude über den WM-Titel heraus
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1994: Vom Regen in die Traufe. Thomas Häßler verliert das Kopfballduell gegen Jordan Letschkow, Bodo Illgner ohne Chance - Deutschland ist draußen
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Im Finale in Los Angeles steht es zwischen Italien und Brasilien nach 120 Minuten 0:0. Roberto Baggio verschießt den entscheidenden Elfer...
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Im Finale in Los Angeles steht es zwischen Italien und Brasilien nach 120 Minuten 0:0. Roberto Baggio verschießt den entscheidenden Elfer...
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...und macht damit die Selecao zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder zum Weltmeister
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...und macht damit die Selecao zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder zum Weltmeister
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1998: Im Viertelfinale verliert Deutschland gegen Kroatien erst Christian Wörns nach diesem Foul und dann das Spiel mit 0:3
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Im Finale avanciert Frankreichs Zinedine Zidane zum Matchwinner. Sein Kopfball-Doppelpack bringt die Equipe Tricolore auf die Siegerstraße
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Nach dem 3:0 über Brasilien reckt Bixente Lizarazu den Pokal in den Himmel von Paris
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2002: Finale in Südkorea. Oliver Kahn lässt einen haltbaren Schuss von Rivaldo abprallen, Ronaldo ist zur Stelle und bringt Brasilien mit 1:0 in Führung
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2002: Finale in Südkorea. Oliver Kahn lässt einen haltbaren Schuss von Rivaldo abprallen, Ronaldo ist zur Stelle und bringt Brasilien mit 1:0 in Führung
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Ein weiteres Tor von Ronaldo besiegelt die 0:2-Niederlage der Deutschen. Kahn lehnt geknickt am Pfosten, bester Torhüter des Turniers wurde er dennoch
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Ein weiteres Tor von Ronaldo besiegelt die 0:2-Niederlage der Deutschen. Kahn lehnt geknickt am Pfosten, bester Torhüter des Turniers wurde er dennoch
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Rivaldo, Ronaldo und Gilberto Silva freuen sich in Yokohama über den fünften Weltmeistertitel für Brasilien
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Rivaldo, Ronaldo und Gilberto Silva freuen sich in Yokohama über den fünften Weltmeistertitel für Brasilien
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2006: Die wohl entscheidende Aktion im Finale in Berlin. Zidanes Kopfstoß gegen Marco Materazzi zieht die Rote Karte nach sich
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2006: Die wohl entscheidende Aktion im Finale in Berlin. Zidanes Kopfstoß gegen Marco Materazzi zieht die Rote Karte nach sich
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Im Elfmeterschießen behielt Fabio Grosso gegen Fabien Barthez die Nerven und verwandelt zum 5:3
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Im Elfmeterschießen behielt Fabio Grosso gegen Fabien Barthez die Nerven und verwandelt zum 5:3
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Italien ist Weltmeister. Kapitän Fabio Cannavaro hält den Pokal in die Höhe. Mal sehen, wer ihm 2010 in Südafrika folgen wird
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Italien ist Weltmeister. Kapitän Fabio Cannavaro hält den Pokal in die Höhe. Mal sehen, wer ihm 2010 in Südafrika folgen wird
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Deutschland gewann das Spiel bekanntlich 1:0, und Chilavert beendete nach der WM frustriert seine Nationalmannschaftskarriere. Seitdem verging kaum ein Tag, an dem er sich nicht als Nationalcoach ins Gespräch bringt: "Ich habe Erfahrung und viel erlebt. Davon könnte die Mannschaft profitieren."

Am 11. November 2004 beendete er dann auch seine Vereinskarriere. Im letzten Spiel für Velez Sarsfield, wie sollte es auch anders sein, traf er per Freistoß.

"Beckenbauer des paraguayischen Fußballs"

Auch ohne Chilavert qualifizierte sich Paraguay für die WM in Deutschland 2006, wo man jedoch in der Vorrunde scheiterte. In Südafrika trifft die "Albirroja" nun auf die Slowakei, Italien und Neuseeland. Eine machbare Gruppe. Aber unabhängig vom Abschneiden des Teams wird sich Chilavert spätestens nach dem Turnier bei den Verantwortlichen ins Gespräch bringen. Und wie immer wird er dafür nicht nur Lob ernten.

Chilavert genießt es zu polarisieren. Selbstinszenierung war schon immer eine seiner größten Stärken. Fast zwangsläufig landete der wahrscheinlich bekannteste Paraguayer beim Fernsehen. Chilavert reist durch Südamerika und sucht junge Spieler, die an einer Fußball-Reality-Show in den USA teilnehmen wollen.

Seine besondere Form des Understatements hat sich der 44-Jährige bis heute bewahrt. In verhältnismäßig weniger bescheidenen Momenten denkt er dann auch schon einmal laut darüber nach, der "Beckenbauer des paraguayischen Fußballs zu werden". Oder kokettiert mit einer Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Paraguay. Alles realistische Ziele. Zumindest zum Frank Rijkaard des paraguayischen Fußballs hat er es ja schon vor langer Zeit gebracht.

Der komplette WM-Spielplan im Überblick

Jan Wunder

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