DFB-Team - Trainingslager in Südtirol

Die Zeit der großen Erkenntnisse ist angebrochen

Von Für SPOX in Eppan: Stefan Rommel
Montag, 24.05.2010 | 13:09 Uhr
Auf Joachim Löw (r.), Andreas Köpke (M.) und Hansi Flick kommen schwierige Tage zu
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Def y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So15:15
SC Freiburg -
Turin
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal

Die Vorbereitung auf die WM geht in die heiße Phase. Joachim Löw steht vor einem ganzen Berg unbeantworteter Fragen. Die Tage in Südtirol sind von grundlegender Bedeutung.

Manchmal sind es die kleinen Zwischentöne, die von entscheidender Bedeutung sind. Joachim Löws Wort ist ein gefragtes Gut in diesen Tagen und im Vorfeld auf die Weltmeisterschaft in Südafrika selbstredend ein universaler Indikator für den Stand der Vorbereitungen.

Also wird viel nachgehakt und interpretiert, notiert und bewertet. Aus den unzähligen Fragmenten sticht aber ein offenkundig unscheinbarer Satz besonders hervor, den der Bundestrainer jüngst hat fallen lassen: "Wir müssen uns regelrecht reinarbeiten in dieses Turnier."

Löw und sein Trainerteam haben es wahrlich nicht leicht in diesen Tagen der Vorbereitung. Mit Michael Ballack und Rene Adler fallen zwei zentrale Figuren der Mannschaft für das Endturnier aus, der eine Kapitän, der andere die vorbestimmte Nummer eins.

Alle Mann an Bord

Dazu erschwert das Terminplan-Puzzle Löws Arbeit zusätzlich. Quasi tröpfchenweise trudelten seine Auserwählten ein, ein geregelter Arbeitsablauf war in den letzten Tagen nur bruchstückhaft möglich. Jetzt aber ist das Vorgeplänkel vorbei.

Mit den sieben Bayern-Spielern ist der vorläufige WM-Kader ab Mittwoch endlich komplett, dann kann Löw voll einsteigen in ein Unternehmen, das spätestens nach Ballacks Aus so aussichtslos erscheint wie der Gewinn eines Grand-Slam-Turniers durch einen deutschen Tennis-Profi.

Bisher war das Programm durchsetzt mit allerhand Teambuilding-Maßnahmen und Einheiten mit überschaubarem Trainingscharakter, ein beschwingter Geist sollte entstehen. Jetzt aber kommen die Spieler der besten Vereinsmannschaft Deutschlands ins beschauliche Südtirol - und mit ihnen eine ganze handvoll Führungsspieler und ein deutlich auffrischender Wind.

Khedira macht den Ballack

Die heiße Phase der Vorbereitung hat begonnen. Im Grunde wird die WM am Montag beginnen. Jetzt wird geprobt, ausprobiert, getüftelt, oder wie es Löw nennt, "der Feinschliff geholt". Und am Ende wird aussortiert. 26 Spieler umfasst der Kader, 23 davon wird der Bundestrainer am 1. Juni der FIFA als endgültigen Kader übersenden müssen.

Jetzt werden die Lösungen gefunden auf die dringlichsten Fragen, von denen es so viele gibt, dass Löw beinahe gar nicht mehr weiß, mit welcher er am besten anfangen soll. Die endgültigen Antworten darauf wird es erst in Südafrika geben. In Form von Punkten und Toren.

Immerhin lässt sich Löw schon zu ersten vagen, und manchmal auch zu sehr konkreten Andeutungen hinreißen. So steht Sami Khedira als Ballack-Ersatz nicht nur in den Startlöchern. Der Stuttgarter wird die Position des 33-Jährigen ausfüllen.

"Man kann davon ausgehen, dass Khedira der erste Anwärter für diese Position ist. Er hat großes Potenzial und ist ein Spieler, der beim VfB Stuttgart schon viel Verantwortung übertragen bekommt - und zeigt, dass er der auch gewachsen ist", sagt Löw.

Der Star ist die Mannschaft

Das heißt im Umkehrschluss auch, dass er seiner bevorzugten Formation mit zwei zentralen defensiven Mittelfeldspielern treu bleiben wird. "Unser System steht, da wird nichts geändert. Das war sowieso immer unabhängig von Personen. Die Spieler sind gezwungen, die Aufgaben in dem System wahrzunehmen."

Flexibilität ist gefragt. Die deutsche Nationalmannschaft war Jahrzehnte lang geprägt von großen Alphatieren. Jetzt muss plötzlich die Mannschaft der große Star sein. Oder besser werden. Im Findungsprozess bleiben Löw gerade gut zwei Wochen und genauso viele ernsthafte Testspiele.

Dann muss das Gerüst stehen und mit ihm die Mechanismen funktionieren. Ohne Ballack, den dominanten Spieler des letzten Jahrzehnts im Nationalteam, eine unheimlich schwere Aufgabe. Trotzdem sieht Löw im Ausfall seiner Basis auch eine große Chance.

"Es ist häufig so, dass andere nach vorne kommen, wenn ein Führungsspieler ausfällt. Solch eine Reaktion brauchen wir für die WM. Ich erwarte, dass sich andere Spieler entsprechend präsentieren. Das muss man verlangen. Es wird noch mehr Verantwortung auf einem Bastian Schweinsteiger liegen. Auch Lahm, Klose oder Mertesacker müssen über sich hinauswachsen."

Unerfahren wie noch nie

Einzelne Spieler können auch trotz einer langen und kräftezehrenden Saison noch einmal einen Höhepunkt setzen. Aber kann der Kader das in seiner Gesamtheit auch? Immerhin ist die Mannschaft in ihrer momentanen Zusammensetzung die unerfahrenste aller Zeiten.

Sieben U-21-Europameister sind dabei, dazu bis vor einem Jahr noch gänzlich unbekannte oder unspektakuläre Spieler wie Thomas Müller, Christian Träsch oder Cacau. 15 Spieler haben weniger als zehn Länderspiele absolviert. Von der WM-Mannschaft 2006 sind lediglich sieben Spieler vertreten.

"2008 war ich noch der jüngste Spieler im Kader, jetzt liege ich schon in der Mitte", sagt der Hamburger Marcell Jansen. Auch so ein Spezialfall übrigens. Jansen wäre gesetzt, muss aber wegen seiner immer noch nicht ganz auskurierten Syndesmosebandverletzung um seine Teilnahme zittern.

Entscheidende Woche

Noch in dieser Woche soll eine zwar eher nebensächliche, aber für das Mannschaftsgefüge doch wichtige Entscheidung fallen. Von den sieben Bayern-Spielern stehen drei in der Auswahl zum neuen Kapitän der Mannschaft.

"Wir sind in unserer Entscheidungsfindung bei der Torwart- und Kapitänsfrage klar", sagt Löw. Allerdings möchte er zunächst Einzelgespräche mit den betreffenden Spielern führen, bevor er es der Öffentlichkeit mitteilt. "Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger sind Kandidaten. Aber auch ein Miro Klose. Er hat die meisten Länderspiele."

Alleine hier offenbart sich aber sogleich die nächste Hürde für den Bundestrainer. Klose mag die meisten Länderspiele auf dem Buckel haben - aber er hat eben auch keinen Stammplatz.

Der deutschen Mannschaft und ihrem Trainerteam steht eine entscheidende Woche bevor. Wohl noch nie zuvor waren die letzten Tage eines Trainingslagers von so entscheidender Bedeutung für eine Mission wie dieses Mal. Die Zeit der großen Erkenntnisse ist angebrochen.

News und Infos zur Nationalmannschaft

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung