Freitag, 16.04.2010

32 Länder - 32 Geschichten: USA

Ehefrau interessant, Freistöße langweilig

32 Teams nehmen an der Weltmeisterschaft in Südafrika teil. Jedes Teilnehmerland hat seine eigene Geschichte zu erzählen. SPOX greift aktuelle Entwicklungen auf, lässt Protagonisten zu Wort kommen oder beleuchtet historische Ereignisse. Heute: USA.

David Beckham wechselte 2007 von Real Madrid zu Los Angeles Galaxy in die MLS
© Getty
David Beckham wechselte 2007 von Real Madrid zu Los Angeles Galaxy in die MLS

Ist Fußball nur ein Sport für Mädchen? Interessieren sich die Amerikaner mehr für David Beckhams Ehefrau, aber nicht für seine Flanken? Warum behindert die schulische Ausbildung die Entwicklung des Fußballs in den USA?

SPOX sprach mit einem Insider über Wahrheit und Klischees im Soccer.

Der Deutsche Oliver Weiss lebt seit seiner Jugend in den USA und ist dort einer der bekanntesten Technik- und Taktiktrainer im Nachwuchsbereich. Als Coach am College (unter anderem der Virginia Tech University) und Leiter der Top Flight Soccer Academy brachte er etliche talentierte Jugendliche in den Profifußball. Mit SPOX sprach der 45-Jährige über die Entwicklung des Fußballs in den USA.

SPOX: Fußball ist in den USA ein Sport für Mädchen: Wahrheit oder Klischee?

Oliver Weiss: Ein Klischee. In den späten 70er und frühen 80er Jahren wurde Fußball für Kinder und Jugendliche zum Breitensport. Das heißt, damals haben Mädchen und Jungs gleichzeitig mit Fußball begonnen. Und deshalb hatten die USA lange einen großen Vorsprung im Frauenbereich und waren entsprechend erfolgreich. So ist das Klischee wahrscheinlich entstanden.

SPOX: Und dass die Amis zwar die Tattoos von David Beckham bewundern, seine Flanken aber langweilig finden: Auch ein Klischee?

Weiss: Leider nein. Im professionellen Erwachsenbereich ist der Fußball noch nicht so weit. Mal ehrlich: Die Leute reden hier nicht über Beckhams Freistöße - sie reden über seine Ehefrau und seine Klamotten. So wird Fußball weiterhin eher belächelt. Bevor Soccer wirklich massentauglich wird, muss sich die Kultur erst total verändern. Das kommt vielleicht in 25 Jahren, wenn die Hälfte der USA hispanisch wird.

Oliver Weiss (r.) besuchte über Ostern Michael Ballack beim FC Chelsea
Oliver Weiss (r.) besuchte über Ostern Michael Ballack beim FC Chelsea
© Oliver Weiss

SPOX: Eigentlich sollte Beckham als Gallionsfigur den Fußball in USA populär machen....

Weiss: Das sollte Beckenbauer auch. Aber den Franz kennen nur ich und meine Fußballfreunde. Deshalb sind die USA unter Fußballern übrigens auch ein sehr beliebtes Ferienziel. Bei uns können die rumlaufen, ohne Sonnenbrille oder Hut und ganz anonym bei Aldi einkaufen, ohne dass jemand sie anspricht. Leute, die selbst Fußball spielen, kennen noch die Nationalspieler der USA. Alle anderen kennen höchstens Beckham.

SPOX: Also bleibt Fußball weiter klar im Schatten der anderen US-Sportarten?

Weiss: Ich fürchte schon. Wir Fußballer sind im Moment noch so verstreut, dass wir fast in einem Mikrokosmos leben. Fußball ist im Grunde eine Art Subkultur. Wenn du hier einen nach der "Hand Gottes" fragst, weiß kein Mensch, worum es geht. Die Amerikaner lieben spektakuläre Spiele und highscoring Sports. Der Fußball dagegen lebt von Nuancen und Details. Eine schwierige Ballannahme oder einen guten Laufweg zu bewundern, passt nicht recht zur amerikanischen Kultur.

SPOX: Genau das macht den Fußball im Rest der Welt aber so populär.

Weiss: Absolut. Ich glaube auch, dass Fußball immer noch etwas von Klassenkampf beinhaltet. Viele Leute, die auf Fußball stehen, kennen Kampf aus ihrem eigenen Leben - meistens geht es um ökonomische Kämpfe. Und dieser Kampf spiegelt sich am Wochenende auf dem Fußballplatz wider. In 90 Minuten erlebst du alles, was auch dein Leben prägt: Freude, Trost, der Kampf David gegen Goliath, Nürnberg gegen Bayern, Siege, Niederlagen, Verletzungen, Mogelei, ungerechte Entscheidungen. Deshalb gehen wir zum Fußball. Er reflektiert unser eigenes Leben, wir können uns mit Spielern und Mannschaften bis in kleine Details identifizieren.

SPOX: Viele Amerikaner offenbar nicht. Ist der Bedarf durch die traditionellen US-Sportarten einfach übersättigt?

Weiss: Möglich. Im Erwachsenenbereich liegt Soccer in den USA nur auf Platz vier oder fünf. Aber grundsätzlich ist Sport immer ein Produkt der Kultur des jeweiligen Landes. Und Amerika liebt eben die Vielfalt. Im Fernsehen wird über diverse Sportarten sehr ausführlich berichtet, die meisten Amis sind Fan von drei bis vier Sportarten und von vier bis sechs Teams gleichzeitig.

SPOX: Auch an den Schulen werden immer verschiedene Disziplinen parallel gefördert...

Weiss: Richtig. An den Schulen wird sehr viel Sport angeboten und gefördert, aber man spezialisiert sich erst sehr spät. Viel ist jahreszeitlich bedingt: Im Herbst wird Soccer und American Football gespielt, im Winter kommt Schwimmen, Ringen und Basketball. Im Frühling ist dann Baseball, Tennis und Leichtathletik. Und im Sommer sind die Camps angesagt. Und auch da zeigt sich die typisch amerikanische Haltung: Mehr Vielfalt, wenig Spezialisierung. In zehn Wochen Sommerferien macht ein Kind manchmal zwei Soccercamps, zwei Baseballcamps und ein Basketballcamp.

SPOX: Die wenigsten entscheiden sich aber später für Soccer, sondern wechseln zu den US-Sportarten. Deshalb hat Fußball auch immer ein wenig den Ruf einer "Kindersportart".

Die Fußball-Weltmeisterschaften von 1930 bis 2006
1930: Das erste WM-Finale aller Zeiten gewinnt Gastgeber Uruguay gegen Argentinien (4:2)
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1930: Das erste WM-Finale aller Zeiten gewinnt Gastgeber Uruguay gegen Argentinien (4:2)
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1934: Auch vier Jahre später gewinnt der Gastgeber. Italien schlägt die Tschechoslowakei mit 2:1 n. V. Trainer Vittorio Pozzo wird auf Händen getragen
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1934: Auch vier Jahre später gewinnt der Gastgeber. Italien schlägt die Tschechoslowakei mit 2:1 n. V. Trainer Vittorio Pozzo wird auf Händen getragen
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1938: Vom Turnier in Frankreich hat nur das offizielle Plakat als Bild überlebt. Im Finale schlug Italien die Ungarn mit 4:2
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1938: Vom Turnier in Frankreich hat nur das offizielle Plakat als Bild überlebt. Im Finale schlug Italien die Ungarn mit 4:2
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1950: In Brasilien sichert sich Uruguay erneut den Titel. In der Finalgruppe gewann man das entscheidende Spiel gegen den Gastgeber im Maracana mit 2:1
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1950: In Brasilien sichert sich Uruguay erneut den Titel. In der Finalgruppe gewann man das entscheidende Spiel gegen den Gastgeber im Maracana mit 2:1
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1954: Das vielzitierte Wunder von Bern. Nach dem 3:2 im Finale gegen Ungarn fallen sich die deutschen Spieler kollektiv um den Hals
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1954: Das vielzitierte Wunder von Bern. Nach dem 3:2 im Finale gegen Ungarn fallen sich die deutschen Spieler kollektiv um den Hals
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1958: Peles Stern geht auf. Im Finale gegen Gastgeber Schweden netzt der beste Fußballer aller Zeiten zum zwischenzeitlichen 3:1 ein
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1958: Peles Stern geht auf. Im Finale gegen Gastgeber Schweden netzt der beste Fußballer aller Zeiten zum zwischenzeitlichen 3:1 ein
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Ein Bild, das um die Welt ging. Der zweifache Torschütze Pele vergießt nach dem 5:2-Finalerfolg Freudentränen
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Ein Bild, das um die Welt ging. Der zweifache Torschütze Pele vergießt nach dem 5:2-Finalerfolg Freudentränen
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1962: Der Titel-Doppelschlag der Selecao. Im Finale in Chile hieß der Gegner Tschechoslowakei, den man mit 3.1 besiegte
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1962: Der Titel-Doppelschlag der Selecao. Im Finale in Chile hieß der Gegner Tschechoslowakei, den man mit 3.1 besiegte
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1966: Das legendäre Finale mit dem legendären Wembley-Tor. Hier klärt Keeper Hans Tilkowski im Strafraum gegen die Engländer
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1966: Das legendäre Finale mit dem legendären Wembley-Tor. Hier klärt Keeper Hans Tilkowski im Strafraum gegen die Engländer
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Am Ende hieß es 4:2 nach Verlängerung für die Truppe um Bobby Charlton, Gordon Banks und Geoff Hurst
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Am Ende hieß es 4:2 nach Verlängerung für die Truppe um Bobby Charlton, Gordon Banks und Geoff Hurst
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1970: Das Jahrhundertspiel. Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Der eingewechselte Rivera besorgt in der 111. Minute das spielentscheidende 4:3
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1970: Das Jahrhundertspiel. Halbfinale zwischen Italien und Deutschland. Der eingewechselte Rivera besorgt in der 111. Minute das spielentscheidende 4:3
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Im Finale hatte die Squadra Azzurra jedoch das Nachsehen und wurde mit 4:1 von den Brasilianern abgefertigt. Hier trifft Jairzinho zum 3:1
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Im Finale hatte die Squadra Azzurra jedoch das Nachsehen und wurde mit 4:1 von den Brasilianern abgefertigt. Hier trifft Jairzinho zum 3:1
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1974: Schlimmer konnte es nicht laufen. Johan Neeskens verwandelt im Finale schon in der 2. Minute einen Elfmeter zur 1:0 Führung für Holland
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1974: Schlimmer konnte es nicht laufen. Johan Neeskens verwandelt im Finale schon in der 2. Minute einen Elfmeter zur 1:0 Führung für Holland
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Doch die Deutschen schlugen zurück und drehten dank des Treffers von Gerd Müller zum 2:1 die Partie. Das Olympiastadion stand Kopf
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Doch die Deutschen schlugen zurück und drehten dank des Treffers von Gerd Müller zum 2:1 die Partie. Das Olympiastadion stand Kopf
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Gastgeber Deutschland um Kapitän Franz Beckenbauer beim Posieren mit dem WM-Pokal
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Gastgeber Deutschland um Kapitän Franz Beckenbauer beim Posieren mit dem WM-Pokal
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1978: Die Schmach von Cordoba. Nach der 2:3-Pleite gegen Österreich schleichen Rüdiger Abramczik und Rainer Bonhof betröppelt vom Platz
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1978: Die Schmach von Cordoba. Nach der 2:3-Pleite gegen Österreich schleichen Rüdiger Abramczik und Rainer Bonhof betröppelt vom Platz
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Im Finale bezwang Gastgeber Argentinien die Niederlande mit 3:1 nach Verlängerung. Der Spieler des Turniers, Mario Kempes, bejubelt sein 2:1
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Im Finale bezwang Gastgeber Argentinien die Niederlande mit 3:1 nach Verlängerung. Der Spieler des Turniers, Mario Kempes, bejubelt sein 2:1
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Daniel Passarella präsentiert den WM-Pokal dem Publikum in Buenos Aires
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Daniel Passarella präsentiert den WM-Pokal dem Publikum in Buenos Aires
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1982: Die brutalste Szene des Turniers in Spanien. Toni Schumacher streckt Patrick Battiston im Halbfinale gegen Frankreich nieder
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1982: Die brutalste Szene des Turniers in Spanien. Toni Schumacher streckt Patrick Battiston im Halbfinale gegen Frankreich nieder
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Im Finale war für Deutschland gegen Italien nichts zu machen. Torschützenkönig Paolo Rossi macht das 1:0 und dreht jubelnd ab
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Im Finale war für Deutschland gegen Italien nichts zu machen. Torschützenkönig Paolo Rossi macht das 1:0 und dreht jubelnd ab
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Nach dem 3:1-Finalsieg läuft Dino Zoff mit dem WM-Pokal durch das weite Rund des Madrider Bernabeu Stadions
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Nach dem 3:1-Finalsieg läuft Dino Zoff mit dem WM-Pokal durch das weite Rund des Madrider Bernabeu Stadions
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1986: Die Hand Gottes. Im Viertelfinale gegen England erzielt Diego Maradona das 1:0 betrügerisch per Hand. Am Ende heißt's 2:1 für Argentinien
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1986: Die Hand Gottes. Im Viertelfinale gegen England erzielt Diego Maradona das 1:0 betrügerisch per Hand. Am Ende heißt's 2:1 für Argentinien
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Im Finale lagen die Deutschen schon mit 0:2 zurück, ehe Rudi Völler zehn Minuten vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte
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Im Finale lagen die Deutschen schon mit 0:2 zurück, ehe Rudi Völler zehn Minuten vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte
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Gebracht hat's leider nichts. Jorge Burruchaga erzielt nur drei Minuten später das 3:2 in Mexiko-Stadt und macht Argentinien zum Weltmeister.
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Gebracht hat's leider nichts. Jorge Burruchaga erzielt nur drei Minuten später das 3:2 in Mexiko-Stadt und macht Argentinien zum Weltmeister.
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Der Spieler des Turniers und damals der beste Kicker der Welt: Diego Maradona liebkost die Trophäe
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Der Spieler des Turniers und damals der beste Kicker der Welt: Diego Maradona liebkost die Trophäe
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1990: Die hässlichste Szene des Turniers. Hollands Frank Rijkaard bepöbelt und bespuckt den unschuldigen Rudi Völler. Deutschland siegt 2:1
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1990: Die hässlichste Szene des Turniers. Hollands Frank Rijkaard bepöbelt und bespuckt den unschuldigen Rudi Völler. Deutschland siegt 2:1
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Der Schuss ins Glück. Andreas Brehme verwandelt im Finale gegen Argentinien den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der 85. Minute
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Der Schuss ins Glück. Andreas Brehme verwandelt im Finale gegen Argentinien den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der 85. Minute
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Wie war das schön! Brehme, Pierre Littbarski und Kapitän Lothar Matthäus schreien die Freude über den WM-Titel heraus
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Wie war das schön! Brehme, Pierre Littbarski und Kapitän Lothar Matthäus schreien die Freude über den WM-Titel heraus
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1994: Vom Regen in die Traufe. Thomas Häßler verliert das Kopfballduell gegen Jordan Letschkow, Bodo Illgner ohne Chance - Deutschland ist draußen
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1994: Vom Regen in die Traufe. Thomas Häßler verliert das Kopfballduell gegen Jordan Letschkow, Bodo Illgner ohne Chance - Deutschland ist draußen
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Im Finale in Los Angeles steht es zwischen Italien und Brasilien nach 120 Minuten 0:0. Roberto Baggio verschießt den entscheidenden Elfer...
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Im Finale in Los Angeles steht es zwischen Italien und Brasilien nach 120 Minuten 0:0. Roberto Baggio verschießt den entscheidenden Elfer...
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...und macht damit die Selecao zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder zum Weltmeister
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...und macht damit die Selecao zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder zum Weltmeister
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1998: Im Viertelfinale verliert Deutschland gegen Kroatien erst Christian Wörns nach diesem Foul und dann das Spiel mit 0:3
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1998: Im Viertelfinale verliert Deutschland gegen Kroatien erst Christian Wörns nach diesem Foul und dann das Spiel mit 0:3
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Im Finale avanciert Frankreichs Zinedine Zidane zum Matchwinner. Sein Kopfball-Doppelpack bringt die Equipe Tricolore auf die Siegerstraße
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Im Finale avanciert Frankreichs Zinedine Zidane zum Matchwinner. Sein Kopfball-Doppelpack bringt die Equipe Tricolore auf die Siegerstraße
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Nach dem 3:0 über Brasilien reckt Bixente Lizarazu den Pokal in den Himmel von Paris
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Nach dem 3:0 über Brasilien reckt Bixente Lizarazu den Pokal in den Himmel von Paris
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2002: Finale in Südkorea. Oliver Kahn lässt einen haltbaren Schuss von Rivaldo abprallen, Ronaldo ist zur Stelle und bringt Brasilien mit 1:0 in Führung
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2002: Finale in Südkorea. Oliver Kahn lässt einen haltbaren Schuss von Rivaldo abprallen, Ronaldo ist zur Stelle und bringt Brasilien mit 1:0 in Führung
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Ein weiteres Tor von Ronaldo besiegelt die 0:2-Niederlage der Deutschen. Kahn lehnt geknickt am Pfosten, bester Torhüter des Turniers wurde er dennoch
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Ein weiteres Tor von Ronaldo besiegelt die 0:2-Niederlage der Deutschen. Kahn lehnt geknickt am Pfosten, bester Torhüter des Turniers wurde er dennoch
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Rivaldo, Ronaldo und Gilberto Silva freuen sich in Yokohama über den fünften Weltmeistertitel für Brasilien
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Rivaldo, Ronaldo und Gilberto Silva freuen sich in Yokohama über den fünften Weltmeistertitel für Brasilien
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2006: Die wohl entscheidende Aktion im Finale in Berlin. Zidanes Kopfstoß gegen Marco Materazzi zieht die Rote Karte nach sich
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2006: Die wohl entscheidende Aktion im Finale in Berlin. Zidanes Kopfstoß gegen Marco Materazzi zieht die Rote Karte nach sich
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Im Elfmeterschießen behielt Fabio Grosso gegen Fabien Barthez die Nerven und verwandelt zum 5:3
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Im Elfmeterschießen behielt Fabio Grosso gegen Fabien Barthez die Nerven und verwandelt zum 5:3
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Italien ist Weltmeister. Kapitän Fabio Cannavaro hält den Pokal in die Höhe. Mal sehen, wer ihm 2010 in Südafrika folgen wird
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Italien ist Weltmeister. Kapitän Fabio Cannavaro hält den Pokal in die Höhe. Mal sehen, wer ihm 2010 in Südafrika folgen wird
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Weiss: Es ist richtig, dass besonders viele kleine Jungen und Mädchen im Sommer zu uns in die Camps kommen. In der gesamten amerikanischen Sportkultur ist Fußball noch weit zurück. Es gibt praktisch keine "Straßenfußballer", es gibt zu wenige qualifizierte Trainer - und schließlich auch zu wenig hochklassige Spiele im Fernsehen. Bei den Kids kommt zu wenig "wirklicher" Fußball an.

SPOX: Fehlt dadurch auch so etwas wie ein "natürlicher" Zugang zu diesem Sport? In Deutschland treten die meisten Jungs fast zwangsläufig gegen den Ball...

Weiss: Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Über Ostern habe ich eine U-14-Mannschaft für 10 Tage nach England gebracht, wir haben dort beim FC Chelsea trainiert und ein paar Spiele gegen englische Klubs gemacht. Und am sechsten Tag gab es tatsächliche eine Art kulturellen Wandel: Ich kam morgens auf das Chelsea-Gelände und sah meine Jungs plötzlich schon fünf gegen fünf spielen.

SPOX: Und das hätten sie in den USA nicht gemacht?

Weiss: Nein, da hätten sie mit Sicherheit erst auf den Trainer und seine Anweisungen gewartet. Aber dort in England waren sie permanent von Fußball umgeben - und fanden es ganz natürlich, eine Runde zu kicken.

SPOX: Gerade für Kinder ist das im Sport eine wichtige Erfahrung.

Weiss: Und im Fußball ganz besonders. Es ist enorm wichtig, sich früh intensiv mit dem Ball zu beschäftigen. Im Gegensatz zu Baseball, Football oder Basketball wird Soccer nicht mit der Hand gespielt. Den Ball mit den Füßen zu kontrollieren ist viel schwieriger. Man braucht früh einen spielerischen Zugang, sonst kommen die technischen Grundlagen zu kurz. Deshalb schaffen es in Amerika viele Jungs nicht, das Spiel bis zu einem nuancierten Level hin zu erlernen...

SPOX: ...und da wird das Spiel erst richtig interessant...

Weiss: Das gilt übrigens auch für taktische Dinge und Spielintelligenz. Die Kids sehen einfach zu wenig echten Fußball, um ein wirkliches Gefühl zu entwickeln. Wie biete ich mich seitlich an, wie gehe ich in den Zweikampf, wann spiele ich einen Doppelpass. Amerikanische Kinder haben das nicht schon aus dem Fernsehen verinnerlicht, es dauert viel länger, bis sie das lernen - und deshalb dauert es auch länger, bis sie wirklich Genuss aus dem Spiel ziehen. Ich muss allerdings sagen, dass der Fußball im Fernsehen jedes Jahr ein bisschen wächst. Dieses Jahr bringt sogar ESPN Live-Spiele aus der englischen Liga, die es zuvor nur auf einem speziellen Fußballkanal gab.

SPOX: In den USA ist schließlich auch der Übergang vom Nachwuchs- zum Profifußball komplizierter als in Europa.

Weiss: Das ändert sich jetzt zum Glück langsam. Immerhin haben die Profiklubs mittlerweile fast alle ihre eigenen Akademien. Was die Sache aber zum Teil erschwert, ist die allgemeine Haltung der USA gegenüber der schulischen Ausbildung. Schule und Sport sind hier immer hauteng verknüpft. Zum größten Teil ist das eine tolle Sache. Die jungen Leute wissen, dass es wenige von ihnen schaffen, Profisportler zu werden, und haben für den Fall dann in der Regel einen Abschluss in der Tasche, um eine andere berufliche Laufbahn einzuschlagen.

SPOX: Aber es verzögert die Entwicklung von großen Talenten.

Weiss: Ein junger Portugiese wird vielleicht mit 16 Jahren auf der Bank von Benfica sitzen, mit 17 macht er sein erstes Spiel und mehrmals die Woche trainiert er so oder so mit den Profis. Das ist in den USA unvorstellbar. Auch wer das erkennbare Talent hat, Profi zu werden, hat praktisch keine andere Möglichkeit, als zunächst ans College zu gehen. Nach vielleicht zwei Jahren wird er dann von einer Profimannschaft gedraftet. So ist das System - und das macht den Übergang natürlich schwerer, als bei einem europäischen Klub mit angeschlossener Nachwuchsabteilung. Daher werden unsere Talente meistens erst so richtig "wach", wenn sie nach Europa gehen, aber dann sind sie auch schon 20-23 Jahre alt. In dem Alter ist es natürlich viel schwieriger sich zu entwickeln als mit 17.

SPOX: Das heißt, es gibt in den USA keine ernsthafte Amateur- oder Nachwuchsliga?

Weiss: Darin liegt das Hauptproblem. Es gibt fast gar keine Vereine, die eine richtige Herrenmannschaft haben. Von einer zweiten oder dritten Mannschaft ganz zu schweigen. Es gibt tausende von Jugendvereinen - und dann die 16 MLS- und die 12-16 unterklassigen Profiklubs. Deshalb können junge Talente zum Herrenbereich nicht hochgezogen werden. Die 16 MLS-Klubs können einige junge Spieler integrieren. Der Rest muss aufs College oder an die Uni. Sie übernehmen die Position der ersten Herrenmannschaften.

SPOX: Wie ist dort die Förderung?

Weiss: Durch die starke Verknüpfung mit der Schule ist das Training stark reglementiert. Außerdem ist die Saison sehr kurz: Zwischen 25. August und 31. Oktober machen die Colleges ungefähr 17-20 Spiele. Die besseren Unis haben dann noch 4-8 Playoff-Spiele und dann ist die Saison vorbei. Zudem wird Anzahl und Umfang der Trainingseinheiten zugunsten der schulischen Ausbildung so stark begrenzt, dass es eigentlich keinen Sinn macht, talentierte Spieler dorthin zu schicken. Die Struktur ist nicht geeignet für die talentiertesten Spieler des Landes. Jedenfalls nicht für die Entwicklung auf allerhöchster Ebene.

SPOX: Auch die Qualität an den Unis ist nicht mit europäischem Amateurfußball zu vergleichen.

Weiss: Die besseren Fußball-Unis bieten noch eine qualitativ gute Alternative zum Amateurfussball an, obwohl sie nur drei bis fünf Monate im Vollbetrieb stehen. Am Ende gibt es einfach nicht genug Amateurmannschaften im Herrenbereich, in denen das ganze Jahr über trainiert und hochklassig gespielt wird. Auch in den Altersklassen der 16- bis 18-Jährigen muss man weite Wege fahren oder fliegen, um überhaupt gute Gegner zu finden. Daher ist oft das taktische und psychologische Knowhow dieser Spieler in dieser wichtigen Entwicklungsphase des Fußballs einfach nicht ausreichend. Bei uns wird auch oft von klein auf der schnelle und physisch starke Spieler bevorzugt. Somit werden kleinere, technische Spieler, die den Fußball weiterbringen könnten, erst sehr spät oder überhaupt nicht gefördert. Für die Anzahl der Talente, die wir in den USA haben, müssten wir viel mehr gute Spieler hervorbringen. Ich glaube, dass sich das in den nächsten zehn bis 20 Jahren stark verbessern wird. Ich hoffe aber, dass wir es eher aus eigenen Initiativen als mit Hilfe des europäischen Herrenfußballs schaffen werden.

SPOX: Trotz all der Probleme im Nachwuchsbereich stellt die USA immer wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammen.

Weiss: Wir haben letztlich genug Spieler in Europa und der MLS, um eine brauchbare Mannschaft aufzustellen. Außerdem sind die Nationaltrainer meistens richtig gut und haben das Vertrauen der Spieler. Und eines darf man nicht vergessen: Wir Amis glauben gegen jeden Gegner immer an die Chance, das Spiel zu gewinnen. Das ist unsere Miracle-on-Ice-Einstellung - wir sind einfach gern der Underdog. Und das wird im Sommer in Südafrika auch wieder so sein!

Der komplette WM-Spielplan im Überblick

Interview: Jan-Hendrik Böhmer / Stefan Moser

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