WM-Favorit: Brasilien im Porträt

Viva Germania!

Von Marcus Giebel
Freitag, 04.12.2009 | 12:01 Uhr
Als Aktiver betritt Carlos Dunga 91 Länderspiele für die Selecao und erzielte sechs Tore
© Getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Serie A
Palmeiras -
Sao Paulo
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
Premier League
West Brom -
Stoke
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
Serie B
Empoli -
Bari
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Lettland -
Schweiz
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

Brasilien entdeckt den europäischen Fußball für sich. Seit Trainer Carlos Dunga nach der enttäuschenden WM 2006 das Zepter beim fünfmaligen Weltmeister übernommen hat, hat sich der Spielstil der Selecao enorm verändert. Weg vom Offensivfeuerwerk mit spektakulären Einzelaktionen der Stars, hin zu mehr Disziplin und Ordnung in allen Mannschaftsteilen - den typisch deutschen Tugenden. Und trotzdem haben die Brasilianer aus der Bundesliga bei Dunga schlechte Karten.

Im August 2008 lag die Selecao am Boden. Und mit ihr Trainer Carlos Dunga. "Der brasilianische Fußball, fünfmal Weltmeister, informiert darüber, dass das Team von Carlos Dunga in Peking gestorben ist", verkündete "O Globo" in einer mit großen Lettern aufgemachten Traueranzeige. Es war der Tag nach dem Halbfinalaus bei Olympia. Gegen Argentinien. Ausgerechnet Argentinien.

Dunga schien am Ende. Obwohl er ein Jahr zuvor die Südamerikameisterschaft gewonnen hatte. Obwohl er mit der Selecao Kurs Richtung WM 2010 genommen hatte. Obwohl er in drei Vergleichen mit der A-Nationalmannschaft des Erzrivalen Argentinien ohne Niederlage und Gegentor geblieben war.

Doch für die stolzen Brasilianer ist jede Niederlage wie ein Weltuntergang. Und bei Dunga kam erschwerend hinzu, dass das Spiel seines Teams nicht sonderlich ansehnlich ist. Am Zuckerhut lieben sie das Spektakel, doch der aktuelle Trainer setzt eher auf nüchterne Hausmannskost.

Wen soll Löw mit zur WM nehmen? Jetzt selbst aufstellen und gewinnen!

Kopfbälle statt Tanzen im Bus

Damit nicht genug: Er verbot den Spielern das Tanzen im Bus auf der Fahrt ins Stadion, er unterband die üblichen Interviews seiner Akteure während der Trainingseinheiten. Und noch schlimmer: Dunga ließ ausführlich Standardsituationen einstudieren und führte die verhassten Kopfballübungen wieder ein. "Ruhende Bälle sind ein wesentlicher Aspekt des modernen Fußballs", erklärte er seinen verdutzten Landsleuten.

Wie der ehemalige Stuttgarter Kapitän war auch sein jetziger Co-Trainer Jorginho in den 1990er Jahren eine feste Größe in der Bundesliga. Die in Deutschland gemachten Erfahrungen setzt das Duo seit 2006 in der Heimat um.

Jorginho: "Nie aufgeben"

"Das habe ich in meiner Bundesliga-Zeit gelernt: Ohne Disziplin geht es nicht. Sich nicht hängen lassen, nie aufgeben", betont Jorginho, von 1989 bis 1995 für Bayer Leverkusen und Bayern München aktiv.

Sein Chef pflichtet ihm bei: "Erst in dem Moment, in dem Brasilien denselben Antrieb und dieselbe Willenskraft hat wie andere Mannschaften, wird unsere Technik den Unterschied ausmachen." Das klingt wie eine Drohung an die Löws, Del Bosques, Maradonas und Capellos dieser Welt.

Nur Josue gehört zum Stamm

Und vermeintlich wie eine Art Freifahrtschein für die heutigen Bundesliga-Brasilianer. Doch weit gefehlt. Dunga und Jorginho bedienen sich zwar der Tugenden ihrer früheren Wahlheimat, doch Spieler wie Bremens Abwehrmann Naldo oder Schalkes Außenverteidiger Rafinha haben - wenn überhaupt - nur eine Nebenrolle.

Einzig Wolfsburgs Kapitän Josue gehört zum Stamm, Hoffenheims Edeltechniker Carlos Eduardo debütierte zuletzt bei den Testspielen gegen England und den Oman. Seine Chancen auf einen WM-Platz sind angesichts der Konkurrenz im offensiven Mittelfeld mit Kaka oder Diego jedoch gering.

Hulk für Pato

Obwohl Dunga auch vor großen Namen nicht zurückschreckt: "Es gibt keine Stars und keine Stammplätze mehr", stellte der 46-Jährige bei seinem Amtsantritt klar. Diesem Leitsatz folgt er eisern. So nominierte er im vergangenen Monat auch Hulk und Michel Bastos erstmals für die Selecao, verzichtete dagegen aber überraschend auf Alexandre Pato vom AC Milan.

Ze Roberto hat auch längst ausgedient - weil der jetzige Hamburger 2007 nicht für Brasilien an der Copa America teilnehmen wollte. Dunga und Jorginho sahen darin einen Affront gegen ihre Arbeit, die Nationalmannschaft und das ganze Land.

Bei ihnen zählen frühere Erfolge nichts mehr. Anders als ihre Vorgänger wie Carlos Alberto Parreira, der (zu) lange an den Altstars wie Ronaldo, Roberto Carlos oder Cafu festhielt, stellen sie stets nur nach Leistung auf. Fixsterne in der Auswahl scheinen einzig Torwart Julio Cesar, Kapitän Lucio und Kaka, der Chef im Mittelfeld, zu sein.

Robinho: "Nicht ausruhen"

Die neue Philosophie kommt bei den Nationalspielern an. "In Europa denken die Trainer anders, sie wechseln viel und am Ende gibt es 15 oder 16 Stammspieler. Das kann auch eine neue Mentalität in der Selecao sein", unterstützt Kaka das Vorhaben seines Trainers. Und Robinho, der mehr denn je um Einsatzzeit kämpfen muss, weiß: "In unserer Mannschaft kann sich niemand auf seinen Lorbeeren ausruhen."

Dennoch sind die heimischen Journalisten noch immer nicht überzeugt vom "System Dunga". So titelte "Folha de Sao Paulo" kürzlich über die Selecao: "Der Lack ist ab." Die Sportzeitung "Lance" setzte noch einen drauf: "Die Nationalmannschaft spielt und keiner guckt hin."

Doch die Sticheleien seiner schreibenden Landsleute lassen Dunga mittlerweile kalt. Darauf angesprochen, lächelt er nur und sagt: "Ich bin nicht hier, um irgendjemand zu gefallen, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen. Die geben nie Ruhe."

Für ihn gibt es nur das eine Ziel: den WM-Titel 2010. Dafür setzt er sich gegen alle Widerstände durch. Ob mit oder ohne Bundesliga-Profis.

Hier geht's zum Geheimfavoriten

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung