WM-Debütant Slowakei im Porträt

Alles Vladimir Weiss?

Von Marcus Giebel
Freitag, 04.12.2009 | 12:03 Uhr
Der Vater des Erfolgs: Vladimir Weiss saß erstmals am 20. August 2008 auf der slowakischen Bank
© Getty
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Vladimir Weiss war in den 60er Jahren tschechoslowakischer Nationalspieler, Vladimir Weiss trainiert die Auswahl der Slowakei, Vladimir Weiss gehört zu den hoffnungsvollen Nachwuchstalenten der Nationalmannschaft des WM-Neulings. Gibt's nicht? Doch! Die Lösung: Großvater, Vater und Sohn haben denselben Namen. Und sie haben die Geschichte des osteuropäischen Landes mitgeprägt. Weiss Sr. und Weiss Jr. machen derzeit die ganze Slowakei stolz.

Als es endlich vorbei war stürmten alle aufs Feld. Die Spieler, Trainer Vladimir Weiss und sein Betreuerteam kannten nach dem Schlusspfiff im letzten WM-Qualispiel kein Halten mehr. Im Schneegestöber von Chorzow rannten sie auf Torwart Jan Mucha zu und begruben ihn unter sich.

Sie hatten es geschafft. 15 Jahre nach der Unabhängigkeit ist die Slowakei erstmals für eine WM qualifiziert. Nach einer 90-minütigen Abwehrschlacht - ein frühes Eigentor der Polen genügte zum Sieg.

Fußball im Schatten von Eishockey

Nach dem Schlusspfiff ließ sich der Coach gar zu einem Liebesbekenntnis für "meine Jungs" hinreißen. Am Tag nach dem Triumph schrieb die Tageszeitung "Sme" von "Einem wahrhaft historischen Moment, ja, einem der größten sportlichen Erfolge in der neuzeitlichen Geschichte der Slowakei".

Sofort wurde die Hoffnung geweckt. Hoffnung auf mehr Anerkennung der Fußballer in dem kleinen 5,5-Millionen-Einwohner-Staat, der lange Zeit Teil der Tschechoslowakei war. Denn noch steht der weltweit beliebteste Sport in der Slowakei im Schatten des Eishockey.

Doch nun frohlockt Weiss: "Ich glaube, dass der Fußball durch unsere WM-Teilnahme einen ganz anderen Stellenwert bekommen kann." Auch die andere Seite ist begeistert. "Vor diesem Teamgeist und diesem Idealismus kann man nur den Hut ziehen", lobt Eishockey-Goalie Jan Lasak, der 2002 mit der Slowakei den WM-Titel gewann.

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Fehlender Nachwuchs: Karhan warnt

Miroslav Karhan, langjähriger Kapitän und Rekordspieler der Auswahl, hat "eine riesengroße Begeisterung" unter seinen Landsleuten ausgemacht. Der Bundesligaprofi aus Mainz nutzt die Gelegenheit aber auch, um auf die Missstände im slowakischen Fußball aufmerksam zu machen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Also erhebt Karhan im Augenblick des Triumphes den Zeigefinger und sagt: "Ich hoffe, dass dieser Erfolg dazu beiträgt, die Jugendarbeit zu verbessern. Zwar haben alle großen Vereine auch ihre Jugendabteilungen, aber besonders gut ist die Nachwuchsförderung nicht."

In seinem Heimatverein Spartak Trnava hat es seit Jahren kein Jugendlicher mehr in die A-Mannschaft geschafft. In der Nationalmannschaft gibt es hingegen hoffnungsvolle Talente. Allen voran die noch für die U 21 spielberechtigten Miroslav Stoch und Trainer-Sohn Vladimir Weiss.

Hamsik weckt Interesse von ManUtd

Der 20-jährige Stoch stand viermal in der WM-Quali auf dem Platz, Weiss Jr. war in den letzten vier Partien gar Stammspieler. Der 19-jährige Mittelfeldspieler steht seit Jahresbeginn im Profikader von Manchester City.

Die Stars im Team seines Vaters sind neben Karhan Liverpool-Verteidiger Martin Skrtel und Marek Hamsik vom SSC Neapel. An dem auch erst 22-jährigen offensiven Mittelfeldspieler zeigte zuletzt sogar Manchester United Interesse.

Stanislav Sestak vom VfL Bochum war mit sechs Toren treffsicherster Slowake in der Quali. Mittlerweile denkt sogar der Nürnberger Marek Mintal über eine Rückkehr ins Nationalteam nach.

Weiss' Punkteschnitt: 1,71 pro Spiel

Den größten Anteil am Erfolg jedoch hat der Coach. Weiss Sr. übernahm die Elf im Sommer 2008 und hat nach 17 Partien einen sensationellen Punkteschnitt von 1,71. Zuvor hatte er den heutigen MFK Petrzalka aus Bratislava 2005 und 2008 zur slowakischen Meisterschaft geführt - dazwischen stand ein ebenso kurzes wie erfolgloses Intermezzo beim russischen Erstligisten FK Saturn Ramenskoje.

Seine Bescheidenheit hat er auch nach den Erfolgen und mit dem Heldenstatus, der ihm in seiner Heimat zu Teil wurde, nicht verloren. So sagte der Trainer in Chorzow nach Schlusspfiff auch: "Für mich war nicht die Qualifikation für die WM 2010 das größte Ereignis, sondern, dass Zehntausende von Zuschauern zu unserem Spiel gegen Slowenien kamen."

1990 an Deutschland gescheitert

Weiss Sr. weiß um seine Vermittlerrolle zwischen dem Fußballsport und seinen Landsleuten. Für ihn wird Südafrika die zweite WM sein. 1990 in Italien war er als Aktiver für die Tschechoslowakei dabei. Das Team scheiterte erst im Viertelfinale gegen den späteren Champion aus Deutschland.

So weit wird es im nächsten Jahr für die Slowakei wahrscheinlich nicht gehen. Doch mit den begeisternden Spielen und den Erfolgen unter Weiss Sr. hat die Mannschaft den wichtigsten Schritt zu mehr Anerkennung schon getan. "Die Nation ist aufgewacht, die Menschen glauben an uns", sagt der 45-Jährige im Brustton der Überzeugung.

Und die Zuhörer spüren sofort: Er ist stolz auf das Werk der slowakischen Auswahl. Auf sein Werk.

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