
Buhrufe gegen Ashley Cole
Empörung über "verrückte Fans"
Englands Fußball-Seele kocht. Nach dem 5:1-Sieg der Three Lions in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan redete keiner über das Spiel. Eigentlich ging es ausschließlich um Ashley Cole, seinen Fehler, der zum Tor der Kasachen führte - und die wütenden Buhrufe der englischen Fans.
Cole hatte beim Stand von 2:0 für England einen katastrophalen Fehlpass gespielt und so den Anschlusstreffer verschuldet. Es war ein lässiger Lupfer von der Seitenlinie in die Mitte, der vermutlich Rio Ferdinand finden sollte. Tat er aber nicht. Der Kasache Kukejew bekam den Ball - und Cole war der Depp des Tages.
Viel mehr noch, er war das Hassobjekt für einen Teil der Fans. Sie riefen dem Linksverteidiger des FC Chelsea bei jeder Ballberührung Schmährufe hinterher und sorgten damit nicht nur für Betroffenheit bei Cole selbst, sondern auch für Empörung bei seinen Nationalmannschafts-Kollegen und dem Verband.
"Es ist verrückt, dass ein Teil unsere Fans die eigenen Spieler ausbuht", sagte ein Sprecher des Verbands FA. "Buhrufe helfen dem Team während eines Spiels ganz sicher nicht, und dem betroffenen Spieler schon gar nicht."
Beckham und Lampard verteidigen Cole
Ähnlich äußerten sich Coles Teamkollegen. "Ich kann gut mit Ashley mitfühlen", sagte David Beckham, der selbst schon Opfer von Anfeindungen der eigenen Fans war. "Wenn man hört, dass sich derartige Rufe gegen einen der besten Linksverteidiger der Welt richten, dann ist das einfach nicht gerecht."
Frank Lampard, ebenfalls schon einmal im Fokus der Unmutsäußerungen englischer Fans, fügte hinzu: "Ich weiß wirklich nicht, warum die Fans in Wembley der Meinung sind, unbedingt auf irgendjemandem herumhacken zu müssen. Egal wie nervenstark man ist, man spielt sicher nicht besser, wenn man von den eigenen Fans ausgebuht wird."
Wembley soll eine Festung werden
Zwar betonten alle Beteiligten, dass nur ein kleiner Teil der 90.000 Zuschauer für die schlechte Stimmung verantwortlich war. Der reichte aber aus, um im Vergleich zur Premier League für eine merklich schlechtere Atmosphäre zu sorgen.
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Und das ausgerechnet in Wembley, dem Stadion, in dem England alle Heimspiele austrägt. "Wenn wir Wembley zu einer Festung machen wollen, dann müssen wir natürlich als Team besser spielen", sagte Lampard. "Aber wir brauchen auch unsere Fans im Rücken."
Nächstes Heimspiel erst im April 2009
Am 1. April 2009 spielt England zum nächsten Mal in der WM-Qualifikation in Wembley. Gegen die Ukraine haben Fans und Spieler die Chance, sich wieder miteinander zu versöhnen. Auch mit Ashley Cole.
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