Freitag, 05.09.2008

WM 2010

Lippi, del Bosque & Co. vor ersten Aufgaben

Weltmeister Italien und Europameister Spanien machen sich mit neuen Trainern auf den Weg zur Fußball-WM 2010 in Südafrika. Für Frankreichs Coach Raymond Domenech droht schon die Qualifikation zur Sackgasse zu werden. (Sa., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Marcello Lippi, Italien, WM 2010, Qualifiaktion
© Imago

Denn während Marcello Lippi und Vicente del Bosque bei ihren Pflichtspiel-Debüts noch mit anfänglichem Kredit rechnen dürfen, steht beim Vize-Weltmeister Coach Domenech schon in Österreich mächtig unter Druck.

Im Schlagerspiel des ersten Spieltages der neun europäischen WM- Qualifikationsgruppen, aus denen nur der jeweils Erste sicher in Südafrika dabei ist, wird in der Heimat Wiedergutmachung für das Vorrunden-Aus bei der EM gefordert.

Galgenfrist für Domenech

"Der Trainer hat drei Spiele, um zu zeigen, dass 'Les Bleus' eine neue Richtung eingeschlagen haben. Und um seinen Job zu retten", schrieb die Sportzeitung "L'Equipe". 69 Tage nach Spaniens Finalerfolg über Deutschland in Wien will Domenech am Endspielort der für Frankreich enttäuschenden EURO eine neue Ära einleiten.

"Es ist eine neue Generation mit all den Risiken, die das mit sich bringt", sagte der seit 2004 für die Equipe Tricolore verantwortliche 56-Jährige.

Frankreich setzt auf die Jugend

Nachdem er im Sommer für sein Vertrauen in die inzwischen aus dem Nationalteam zurückgetretenen Mittdreißiger Lilian Thuram und Claude Makelele kritisiert worden war, setzt Domenech nun verstärkt auf Jungstars wie Arsenals Samir Nasri (21) oder Lyons Karim Benzema (20).

Aufgrund der Verletzungen von Bayern-Ass Franck Ribéry und Patrick Vieira ruhen vorerst aber viele Hoffnungen auf Thierry Henry, der das Team als einziger verbleibender Weltmeister von 1998 als Kapitän führen soll.

Brückner angriffslustig - Hitzfeld vor Debüt

Die Österreicher wollen in Pflichtspiel eins unter dem als Nachfolger von Josef Hickersberger geholten Karel Brückner ihrerseits den ersten Schritt zu ihrer achten WM-Teilnahme machen. Der 68 Jahre alte tschechische Trainerfuchs kündigte an: "Wir haben vier Stürmer. Da zähle ich auch die zweite Reihe dazu."

Auf der Bank von Österreichs EM-Co-Gastgeber erwartet Ex-Bayern- Coach Ottmar Hitzfeld bei seiner Punktspielpremiere als Schweizer Nationaltrainer in Tel Aviv gegen Israel einen "Hexenkessel". Als härtesten Widersacher in der Gruppe 2 schätzt Hitzfeld den in Luxemburg startenden Ex-Europameister Griechenland ein, bei dem trotz der schwachen EM weiter Otto Rehhagel das Sagen hat.

Neue Trainer bei den amtierenden Titelträgern

Mit neuen Chefs gehen Europameister Spanien und Weltmeister Italien in das Rennen um die 13 europäischen Plätze bei der ersten WM-Endrunde in Afrika (11. Juni bis 11. Juli 2010). Dabei zählt für Vicente del Bosque als Nachfolger des zu Fenerbahce Istanbul gewechselten EM-Helden Luis Aragones mit Spanien gegen Bosnien- Herzegowina ebenso nur ein Sieg wie für Italiens Marcello Lippi auf Zypern.

Der für den geschassten Roberto Donadoni zurückgekehrte Weltmeister-Coach hofft besonders auf treffsichere Frustbewältigung von Bayern-Topstürmer Luca Toni ("Die EM war die größte Enttäuschung meiner Karriere").

Trappatoni wieder in Deutschland

Als neuer Boss von Italiens Gruppengegner Irland kehrt Ex-Bayern- Trainer Giovanni Trapattoni nach Deutschland zurück, da Georgien sein erstes "Heimspiel" wegen der Krise am Kaukasus nach Mainz verlegen musste.

Unter dem Eindruck der Politik steht auch die Begegnung zwischen Armenien und EM-Halbfinalist Türkei. Der angekündigte Besuch von Staatspräsident Abdullah Gül darf als Annäherung der Türkei an die Armenier verstanden werden, mit denen der Staat vom Bosporus seit Jahren keine diplomatischen Beziehungen pflegt.

Engländer und Portugiesen mit vermeintlich leichten Aufgaben

Während bei EM-Viertelfinalist Portugal Carlos Queiroz seinen ersten großen Auftritt als Erbe des zum FC Chelsea gewechselten Luiz Felipe Scolari mit einem Sieg auf Malta feiern will, peilen auch die bei der EM fehlenden Engländer den ersten Dreier mit neuem Coach an.

Allerdings haben die Insel-Profis schon vor der Partie in Barcelona gegen Andorra erfahren müssen, dass sie unter Disziplin-Fanatiker Fabio Capello kein Zuckerschlecken erwartet.

Keine Schokolade bei Capello

Dank ihrer Proteste gegen seine allzu strenge Diät vor dem letzten Test gegen Tschechien hat der Italiener zwar immerhin wieder die bei den Spielern beliebte Pasta auf den Speiseplan gesetzt, Schokolade muss aber weiterhin ins Teamquartier geschmuggelt werden.


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