Pflichtspieldebüt für Capello

Der neue Mourinho

Von Torsten Adams
Freitag, 05.09.2008 | 14:28 Uhr
Fußball, England, Nationalmannschaft, Fabio Capello
© Getty
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Wenn am Samstag der Anpfiff zum ersten WM-Qualifikationsspiel Englands ertönt, steht alles im Zeichen der Pflichtspiel-Premiere des neuen Trainers Fabio Capello.

289 Tage nach der verpassten EM-Quali und dem Rausschmiss von Steve McClaren setzt der englische Verband mit der Verpflichtung der italienischen Trainerlegende alles daran, wieder auf die große internationale Fußballbühne zurückzukehren.

Dass der Trainerjob in England traditionell kein Zuckerschlecken ist und die britischen Medien die Arbeit des Coaches mit Argusaugen beurteilen, ist für Capello kein Problem.

"Für mich ist Druck etwas Alltägliches. Druck zu haben, ist mein Job", sagt der 62-Jährige. "Wenn du gewinnst, bist du der Größte, wenn du verlierst, bist du ein Dummkopf. Ich kenne die Situation."

Termine, Paarungen, Ergebnisse: Alles zu Englands WM-Quali-Gruppe

"Er hat eine unglaubliche Aura"

Um nicht schon wieder als Dummköpfe dazustehen, müssen sich die Inselkicker unbedingt als eines der 32 Teams für die WM in Südafrika qualifizieren.

"Die größte Herausforderung besteht darin, die Spieler dazu zu bringen, für England ebenso zu spielen wie für ihre Klubs. Ihnen mangelt es an Selbstvertrauen. Es gilt, dieses Selbstvertrauen wieder aufzubauen", sieht sich Capello als Motivator.

Zumindest Frank Lampard hat der Italiener mit seiner bisherigen Arbeit überzeugt. Der Mittelfeldstratege vom FC Chelsea ist angetan vom neuen England-Coach: "Fabio Capello ist mit Jose Mourinho vergleichbar. Er hat eine unglaubliche Aura, ein einzigartiges Charisma und etwas Besonderes, was ihn von anderen Trainern unterscheidet."

Von Mailand über Madrid nach England: Fabio Capello im Steckbrief

Verzicht auf Michael Owen

Eine wichtige Komponente in Capellos Philosophie nimmt Stuart Pearce ein. Der Ex-Nationalspieler versorgt den Italiener als Co-Trainer mit Insider-Wissen über den englischen Fußball und fungiert bisweilen als Vermittler zwischen Trainer und Spieler, da Capellos Englischkenntnisse noch ausbaufähig erscheinen.

Kleine, aber brisante Veränderungen nahm der frühere AC Mailand- und Real-Madrid-Coach auch an seinem Kader für die beiden kommenden Aufgaben gegen Andorra (Sa., 20 Uhr im LIVE-TICKER) und Kroatien vor. Europas Fußballer des Jahres 2001, Michael Owen, steht nicht auf Capellos Nominierungsliste.

Für Ex-Chelsea-Spieler Graeme Le Saux ist die Entscheidung durchaus nachvollziehbar, den 28-Jährigen nicht zu berücksichtigen: "Owens Nicht-Nominierung ist keine Überraschung. Seine Fitness wirft Fragezeichen auf und er ist nicht mehr so dynamisch, wie wir ihn eigentlich kennen."

Terry Kapitän der Three Lions

Einen weitaus höheren Rang in der Spielerliste des Trainers nimmt Chelseas Innenverteidiger John Terry ein.

Der Teamkollege von Michael Ballack wurde von Capello aufgrund seines starken Charakters als Kapitän der Three Lions bestimmt: "John ist eine große Persönlichkeit und daher eminent wichtig für das Team."

Gleichzeitig machte der neue Nationalcoach jedoch deutlich, dass es für keinen Spieler einen Freifahrtsschein gäbe, denn "niemand ist unantastbar, nicht der Kapitän, nicht der Vizekapitän, niemand".

Heiß auf die Revanche

Gegen Andorra treffen die Engländer auf ein Land, dessen 71.000 Einwohner alle problemlos im Wembley-Stadion Platz finden würden und das sich auf Platz 186 der aktuellen FIFA-Weltrangliste befindet.

Viel wichtiger wird jedoch das Duell gegen Kroatien. Jenes Team, das unlängst den Three Lions den Weg zur EM 2008 verbaute und für Englands ersten Fehlschlag bei einer Qualifikation seit 1993 sorgte.

Stürmer-Star Wayne Rooney brennt geradezu auf ein Wiedersehen mit den Osteuropäern: "Nach dem, was passiert ist, können die Spieler die Partie gegen Kroatien kaum erwarten. Wir würden am liebsten sofort dorthin fahren und sie besiegen."

Weniger optimistisch sieht Kroatien-Coach Slaven Bilic das bevorstehende Aufeinandertreffen der beiden Rivalen: "Das ist der schwerste Gegner, den ich mir vorstellen kann. Natürlich wollten wir lieber nicht auf England treffen."

Der England-Kader für die Spiele gegen Andorra und Kroatien
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