"Spanien ist unser Vorbild"

Von Interview: Jörn Duddeck
Freitag, 05.09.2008 | 17:33 Uhr
Stocklasa, Martin, Liechtenstein
© Imago
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Club Friendlies
FC St. Pauli -
VfL Bochum 1848
Ligue 1
Amiens -
Montpellier
Ligue 1
Angers -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Lyon
Ligue 1
Lille -
Rennes
Ligue 1
Metz -
St. Etienne
Ligue 1
Toulouse -
Nantes
Copa del Rey
DAZN-Konferenz: Copa del Rey
Copa del Rey
Atletico Madrid -
FC Sevilla
Copa del Rey
Valencia -
Alaves
Ligue 1
PSG -
Dijon
Copa del Rey
Espanyol -
FC Barcelona
Indian Super League
Mumbai City -
Bengaluru
Copa del Rey
Leganes -
Real Madrid
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City -
Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
Saint-Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)

Wenn am Samstag zum Auftakt der WM-Qualifikation Liechtenstein auf Deutschland trifft (20.30 Uhr im SPOX-TICKER), dann kommt es zu einem Duell der Gegensätze. 

Die Münchner Allianz-Arena bietet rund 69.000 Zuschauern Platz. Würde man ausschließlich Einwohner des Fürstentums Liechtenstein mit Karten versorgen, dann wäre das Stadion nur etwa zur Hälfte gefüllt.

Der Fußballverband umfasst gerade mal sieben Vereine, die aufgrund der geringen Landesgröße alle am Schweizer Ligabetrieb teilnehmen. Nationaltrainer Hans-Peter Zaugg muss fast jeden Spieler nominieren, der einigermaßen vernünftig mit dem Ball umgehen kann.

Umso erstaunlicher, dass die Nationalmannschaft des souveränen Zwergenstaates im Alpenraum zwischen Österreich und der Schweiz sich immer weiterentwickelt und zumindest anderen kleineren Nationen Paroli bieten kann.

Vor dem Duell mit der deutschen Nationalelf sind die Rollen allerdings klar verteilt. SPOX sprach mit Liechtensteins Innenverteidiger Martin Stocklasa (zum Steckbrief) über das Duell mit Deutschland, den Reformer Klinsmann und die Chance, Geschichte zu schreiben.

SPOX: Herr Stocklasa, haben Sie vor dem ungleichen Duell zwischen Liechtenstein und Deutschland schon ein wenig Bammel?

Martin Stocklasa: Nein, wir haben uns schon bei der Auslosung gefreut, als uns die Deutschen zugelost wurden. Alles unter fünf bis sechs Gegentoren wäre für uns ein großer Erfolg. Dann wäre das ganze Land stolz auf uns.

SPOX: Wie bereitet man sich auf ein Spiel gegen einen Gegner vor, der einem auf allen elf Positionen klar überlegen ist?

Stocklasa: Wir versuchen immer, uns auf die Spielweise der jeweiligen Gegner einzurichten. Wenn man gegen Deutschland spielt, muss man vor allem bei Standardsituationen höllisch aufpassen.

SPOX: In letzter Zeit erzielte Liechtensteins Nationalmannschaft beachtliche Erfolge. Unter anderem gab es in der Qualifikation zur WM 2006 gegen Portugal ein 2:2. Locker angehen lassen dürfen es die Deutschen also nicht.

Stocklasa: Meistens haben wir gut ausgesehen, wenn die Gegner uns unterschätzt haben. Portugal hat zur Halbzeit 2:0 geführt und danach nur noch eine ruhige Kugel geschoben. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir uns weiterentwickelt haben und nicht mehr so aussichtslos in Begegnungen gehen wie früher. Vor allem in die Jugendarbeit wurde viel investiert. Gegen Aserbaidschan, Finnland oder Wales haben wir zu Hause durchaus Chancen.

SPOX: Sie spielen in Österreich beim SV Ried. Haben Sie auch in Deutschland einen Lieblingsverein?

Stocklasa: Ich bin schon seit Jahren begeisterter Anhänger von Bayern München. Als Fan sehe ich vor allem die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann positiv. Man sollte gewisse neue Strömungen nicht aufhalten und ruhig mal alte Strukturen aufbrechen.

SPOX: Nach hohen Niederlagen bekommen Sie sicher in der Kabine ihres Vereins immer mal dumme Sprüche zu hören. Wie gehen Sie damit um?

Stocklasa: Es sind in der Regel die jungen Spieler, die dann mal ein paar Sprüche rauslassen. Die erfahrenen Spieler können die Leistung besser einschätzen. Viele, die sich über einen lustig machen, wären doch selbst froh, wenn sie schon so viele Länderspiele hätten. Die ganz hohen Resultate muss man sowieso inzwischen suchen.

SPOX: An welchen fußballerischen Aspekten muss noch gearbeitet werden, damit man sich den anderen Nationen weiter annähert?

Stocklasa: Manche Spieler sind technisch sehr gut, setzen es aber nicht in der entsprechenden Geschwindigkeit um. Die holt man sich nur durch Vereinserfahrung in höheren Ligen. Leider setzt der Spitzenverein FC Vaduz nur auf ausländische Spieler und nicht auf unsere Talente. Wir haben mit der gesamten Mannschaft während der EM einige Spiele besucht und versucht, uns einiges abzuschauen. Zum Vorbild nehmen wir uns vor allem die Spanier aufgrund der Schnelligkeit ihres Spiels.

SPOX: Ärgern Sie sich manchmal, nicht für eine größere Nation spielen zu können?

Stocklasa: Ich bin unheimlich stolz, für mein Land zu spielen. Man kann Geschichte schreiben mit Resultaten, die niemand erwartet und bekommt die Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Viele Fußballer würden sich doch die Finger nach einem Länderspiel lecken.

SPOX: In der Mannschaft spielen insgesamt nur elf Profis. Die meisten Spieler arbeiten bei Banken und Versicherungsgesellschaften. Wie bekommt man Job und Nationalmannschaft unter einen Hut?

Stocklasa: Ein Job bei der Bank ist in jedem Fall günstiger, als wenn man auf dem Bau schuften müsste. Die Arbeitgeber kommen unserem Team sehr entgegen. Man hat ja schließlich nur vier bis fünf Länderspiele im Jahr. Da bereitet man sich dann ganz anders drauf vor als ein Bundesligaspieler.

SPOX: Im Film "Kicken für die Krone", der in der Schweiz, Österreich und Deutschland zu sehen war, wurde Ihr Team intensiv begleitet. Vor allem die Bodenständigkeit wurde herausgehoben. Der Dokumentarfilm stellt Ihre Mannschaft als eingeschworene Truppe dar, die stolz darauf ist, mit der Krone auf der Brust gegen die ganz Großen der Fußballwelt anzutreten. Entspricht der ausgeprägte Teamgedanke auch der Realität?

Stocklasa: Für uns war es eine gelungene Abwechslung, um der Öffentlichkeit auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen, was bei uns geschieht. In unserem Land schaut man nicht so auf die große Karriere. Eine Kameradschaft wie bei uns findet man sicher woanders nicht so schnell. Die Spieler kennen sich schon seit ihrer Kinderzeit. Man kennt sich fast zu gut. Das kann man natürlich auch negativ sehen und feststellen, dass die Mannschaft sich fast von selber aufstellt.

SPOX: Sie sind Vizekapitän der Nationalelf und waren von 2006 bis 2007 auch Kapitän von Dynamo Dresden. Wo liegt der Unterschied zwischen den Kapitänsaufgaben im Verein und in der Nationalmannschaft?

Stocklasa: Im Verein muss man auch mal dazwischenhauen und für unangenehme Situationen sorgen. In der Nationalmannschaft ist die Zielsetzung eine ganz andere. Da geht es weniger ums Dazwischenhauen, sondern hier muss ich vor allem mit meiner Leistung vorangehen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung