Fussball

Südafrika im Halbfinale: Die Party geht weiter

SID
Trotz der Pleite gegen Spanien: Für Steven Pienaar und die Südafrikaner geht die Party weiter
© Getty

Zwei bange Minuten lang hielt Südafrika den Atem an, die Vuvuzelas verstummten, die Spieler bildeten einen Kreis und warteten - dann wurden aus Verlierern doch noch Sieger.

Die laute afrikanische Fußball-Party geht weiter. "Die Erleichterung war riesengroß", sagte Mittelfeldstar Steven Pienaar nach dem 0:2 (0:0) der Gastgeber beim Confed-Cup gegen Europameister Spanien. "Wir haben unser Ziel erreicht."

Als der Stadionsprecher in Bloemfontein das 0:0 des Irak gegen Neuseeland bekannt gab, antworteten die Plastiktröten noch lauter als zuvor: Die "Bafana Bafana" hatten das Halbfinale erreicht und damit ein Jahr vor der ersten WM in Afrika die Fußball-Eurphorie im Gastgeberland weiter angeheizt.

"Das ganze Land steht hinter uns", sagte Verteidiger Matthew Booth. "Die Atmosphäre ist grandios - eine riesige Werbung für die Weltmeisterschaft. Das wird fantastisch nächstes Jahr."

Während die Spanier nach ihrem Weltrekord mit dem 15. Sieg in Folge den nächsten Titel ins Visier nahmen, feierten die Fans auf den Straßen des fußballverrückten Bloemfontein noch lange nach dem Schlusspfiff den größten Erfolg ihrer Jungs seit der Afrikameisterschaft 1996.

Mokoena: "Es ist historisch für uns"

"Es ist historisch für uns", sagte Kapitän Aaron Mokoena, "dass wir bei einem solchen Turnier das Halbfinale erreichen."

Am Donnerstag werden im Ellis Park von Johannesburg die Vuvuzelas wieder ohrenbetäubenden Lärm machen. Die Südafrikaner wussten allerdings, bei wem sie sich zu bedanken hatten.

"Ein großes Dankeschön an Neuseeland", schickte Verteidiger Booth nach Johannesburg, wo die bereits ausgeschiedenen Kiwis Asienmeister Irak einen Punkt abknöpften und damit den Weg in die Runde der letzten Vier versperrten.

"Es ist bittersüß, wir haben verloren und trotzdem gewonnen", meinte Booth und fügte schnell an: "Aber es war gegen die beste Mannschaft der Welt."

Spanier alleiniger Rekordhalter

Die Besten der Welt, die seit Samstagabend alleinige Weltrekordler im Siegen sind, wollen ihre Serie am Mittwoch in Bloemfontein fortsetzen.

"Es war eine schwierige Aufgabe, diesen Rekord aufzustellen", sagte Mittelfeldspieler Xabi Alonso: "Wir sind sehr stolz darauf, und wir werden jetzt nicht aufhören zu gewinnen."

Der seit 35 Spielen ungeschlagene Europameister löschte die bisherige Bestmarke von 14 Siegen in Serie aus, die Australien (1996/97), Brasilien (1997) and Frankreich (2003/04) gehalten hatten.

"Es war wichtig, Geschichte zu schreiben", sagte Stürmer Fernando Torres: "Jetzt wollen wir mehr." Und mit Blick auf das Finale am kommenden Sonntag ergänzte er: "Den Champagner machen wir heute noch nicht auf, der ist für nächste Woche."

Südafrikas Coach Santana weiter in der Kritik

Gegen den Weltranglistenersten, der mehrere Stars schonte, zeigten die Südafrikaner zumindest eine Halbzeit lang, dass sie gegen die Großen durchaus mithalten können.

Nach schönen Zuspielen von Pienaar hatten Bernard Parker und Teko Modise sogar das 1:0 auf dem Fuß. Doch EM-Torschützenkönig David Villa, der 30 Sekunden nach einem verschossenen Foulelfmeter mit viel Wut im Bauch sein drittes Turniertor erzielte (52.), und der eingewechselte Fernando Llorente (72.) wiesen die WM-Gastgeber in die Schranken.

Und so musste sich am Ende der umstrittene Trainer Joel Santana wieder kritische Fragen gefallen lassen. Der Brasilianer, der nach dem enttäuschenden 0:0 zum Turnierstart gegen den Irak von der Presse schon zum Abschuss frei gegeben worden war, musste jede Auswechslung verteidigen, die angebliche Konfusion am Spielfeldrand in der Schlussphase erklären - und fühlte sich am Ende doch als Sieger. "Vielleicht habt ihr gedacht, ich muss jetzt gehen", sagte der 60-Jährige, "aber ich bleibe."

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