Gemischte Gefühle im Hause Beiersdorfer

SID
Mittwoch, 11.03.2009 | 15:01 Uhr
Die Hamburger Mladen Petric (links) und Joris Mathijsen sind gegen Galatasaray voll gefordert
© Getty
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Für Olcay Beiersdorfer ist die Sache klar. Die Ehefrau von Dietmar Beiersdorfer hält natürlich zu ihrem Mann und damit zum Hamburger SV, wo der 45-Jährige als Sportchef tätig ist.

Ihr Vater Oruc Yagbasan allerdings ist glühender Fan von Galatasaray Istanbul und steckt damit am Donnerstag (17.45 Uhr im LIVE-TICKER)in einem echten Gewissenskonflikt, wenn beide Teams im Achtelfinal-Hinspiel des UEFA-Cups in der Hansestadt aufeinandertreffen.

"Bwin": Hamburg schafft es!

Ein typisches Familienschicksal in der höchsten Führungsebene des Fußball-Bundesligisten. 60.000 Türken leben in Hamburg, die der Partie entgegenfiebern. Das Stadion ist mit 52.000 Zuschauern ausverkauft, in den freien Verkauf ging allerdings keine Karte.

Türken erhielten nur das Karten-Pflichtkontigent

Nur das Pflichtkontigent von etwa 5000 Tickets wurde an die türkischen Fans verkauft, der Rest muss sich für Wucherpreise auf dem Schwarzmarkt versorgen. "Ich hoffe sehr, dass es am Donnerstag so fair zugeht, wie im Sommer, als bei der EM Deutsche und Türken im Halbfinale aufeinandertrafen", sagt Beiersdorfer, "da haben alle miteinander gefeiert."

Auf dem Platz allerdings wird es auf jeden Fall heiß zugehen. Nach der 1:4-Pleite in Mönchengladbach fordert HSV-Trainer Martin Jol "mehr Aggressivität". Die Fehler wurden auf Video analysiert, die Mannschaft noch einmal auf die große Aufgabe eingeschworen.

"Wir arbeiten daran, wieder Selbstvertrauen aufzubauen", so Jol, der sich entschieden hat, mit einem Kuschelkurs einer möglichen Krise zu entkommen, statt draufzuhauen: "Ich rechne mit einer Trotzreaktion", sagt er, 'das ist immer so bei guten Mannschaften."

Jarolim: "Von Krise ist hier keine Rede"

Schon macht doch wieder das Gerede vom traditionellen Frühjahrsabsturz der Hanseaten die Runde. Der emotionale Knaller gegen den türkischen Meister kommt da möglicherweise gerade recht. "Das Spiel hat Champions-League-Charakter", sagt Mittelfeldspieler Piotr Trochowski, der sich seit ein paar Wochen in einem (körperlichen?) Leistungsloch befindet.

Intern hat es schon gescheppert, Torjäger Mladen Petric vermutete zuletzt eine fehlende Siegermentalität bei einigen Kollegen.

"Es gibt Situationen, in denen man auch mal auf den Tisch hauen muss, das ist jetzt passiert", sagte der Kroate und Mannschaftskapitän David Jarolim erklärte: "Von Krise ist hier keine Rede, wir werden nicht zurückfallen. Wir haben ein anderes Jahr und einen anderen Trainer."

Graavgard wieder zurück

Der atmete auf, dass sich Innenverteidiger Michael Gravgaard nach seinem Fingerbruch wieder zurückmeldete. Eine Sorge weniger in der so brüchigen Defensive, wo auch Guy Demel und die langzeitverletzten Bastian Reinhardt und Thimothee Atouba ausfallen.

Alex Silva kann somit wieder in das Mittelfeld vorrücken. Personalprobleme hat aber auch sein Gegenüber Bülent Korkmaz. Erst am Dienstag wurde der ehemalige Stuttgarter Fernando Meira für sechs Millionen Euro an Zenit St. Petersburg verkauft. Stürmer Milan Baros ist gesperrt, die etatmäßige Innenverteidigung fällt aus.

"Wir sollten in Hamburg vorlegen, mit einem 2:0 wäre ich sehr zufrieden", sagt Jol, "hier haben wir schließlich die Unterstützung unserer Fans - darunter auch Olca Beiersdorfer.

Das UEFA-Cup-Achtelfinale im Überblick

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