UEFA-Cup

Wettbewerb als Zuschuss-Geschäft

SID
Montag, 15.09.2008 | 17:28 Uhr
UEFA-Pokal, Zenit St. Petersburg
© Getty
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Der Traum vom Europapokal ist auch immer der Traum vom großen Geld. Doch für einige Bundesligisten ist die weite Welt des Fußballs ein Zuschuss-Geschäft.

Während Bayern München und Werder Bremen in der Champions League zweistellige Millionen-Beträge kassieren, muss mancher UEFA-Cup-Teilnehmer zunächst einmal draufzahlen und auf die K.o.-Runden im Frühjahr 2009 hoffen.

Symptomatisch für die veränderte Situation auf dem TV-Markt ist, dass sich für die internationalen Auftritte von Schalke 04 und Hamburger SV in dieser Woche kein Fernsehsender fand.

Nur Schalke-Rückspiel im TV

Besonders bitter ist es für die Schalker, die mit der verpassten Champions-League-Qualifikation auf einen Schlag mehr als 15 Millionen Euro verspielten. Im UEFA-Cup gibt es in der ersten Runde nicht einmal 5 Prozent dieser Summe zu verdienen, auch wenn zumindest das Rückspiel der Schalker gegen Nikosia in zwei Wochen im ZDF übertragen wird.

"Insgesamt beeinflusst das unsere finanzielle Planung nicht", versicherte Präsident und Finanzchef Josef Schnusenberg trotzdem. Schalke habe in seinem Etatansatz für diese Saison nur mit der Gruppenphase im UEFA-Pokal geplant. Dazu kommen aber der Imageschaden und der Ärger der Fans.

"Es liegt an der Gesamtzahl der deutschen Klubs im Wettbewerb und an der Attraktivität der jeweiligen Gegner", erklärte Katja Kraus vom HSV die Problematik. Das für Marketing zuständige Vorstandsmitglied sagte, dass die Hamburger in der ersten Runde gegen die rumänische Mannschaft Unirea Urziceni kein Geld zuschießen müssen.

HSV-Spiele nur im Internet

Aber viel mehr als eine schwarze Null sei nicht drin. Der HSV ist der einzige Bundesligist, von dem weder Hin- noch Rückspiel im Fernsehen gezeigt werden. Bewegte Bilder gibt es nur im Internet.

"Substanziell Geld zu verdienen gibt es erst nach der Gruppenphase", erläuterte Kraus, die früher bei der Vermarktungsagentur Sportfive gearbeitet hat. Vor allem die Privatsender halten sich zurück, da die Gesamtkosten einer UEFA-Cup-Übertragung kaum zu refinanzieren sind.

In der ersten Runde gibt es für unattraktive Spiele gerade einmal 100.000 Euro TV-Geld. In den Runden der letzten 32 und 16 Teams kann es bei prominenten Klubs auch eine Million Euro sein.

Vom Viertelfinale an wird es mit zunächst 300.000 Euro TV-Prämie wieder deutlich weniger, da dann die Zentralvermarktung der UEFA einsetzt und Sat.1 und Premiere übertragen. Zuvor dürfen die Klubs ihre Heimspiele selber vermarkten.

Markt-Pool wird nur durch zwei geteilt

Die Bayern und die Bremer dürfen sich hingegen schon länger die Hände reiben. Allein 37,2 Millionen Euro befinden sich im sogenannten Markt-Pool der Champions League für den deutschen Markt. Dieser Betrag wird nach dem Schalker Aus nicht durch drei, sondern nur noch durch zwei geteilt.

Eine Hälfte des Betrages wird nach dem Abschneiden in der Königsklasse ausgeschüttet, die andere nach der Bundesliga-Platzierung in der zurückliegenden Saison. Der FC Bayern erhält dabei als Meister ein Fixum von 10,2 Millionen Euro (55 Prozent), Bremen als Vizemeister 8,4 Millionen (45 Prozent).

Hier geht's zum Spielplan des UEFA-Cups

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