Zenit verlegt wegen UEFA-Cup-Finale Ligaspiele

SID
Montag, 05.05.2008 | 12:23 Uhr
uefa-cup, zenit, advocaat
© DPA
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Moskau - Damit sich Zenit St. Petersburg in Ruhe auf das UEFA-Cup-Finale vorbereiten kann, hat der Fußballverband in Moskau gleich vier Ligaspiele des russischen Meisters auf Juli verschoben.

Die Mannschaft des Trainers Dick Advocaat hatte im Halbfinale den FC Bayern München ausgeschaltet und trifft am 14. Mai in Manchester auf die Glasgow Rangers. Der Niederländer wolle den Titel, "da stören Ligaspiele nur", kommentierte die Moskauer Zeitung ""Wremja Nowostej".

Das Blatt kritisierte: "Advocaat ist es derzeit nicht so wichtig, ob die Fans ihre Mannschaft sehen. Das Wesentliche ist jetzt das Finale."

UEFA-Cup hui, Liga pfui

Bereits vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Bayern (4:0) hatte der vom staatlichen Energieriesen Gazprom geführte Verein sein Ligaspiel verlegen lassen, um sich für die Partie zu schonen.

Die von Fans als "Wettbewerbsverzerrung" kritisierte Praxis hat in Russland durchaus Tradition: Bereits ZSKA Moskau ließ vor drei Jahren wegen des Einzugs in das UEFA-Cup-Finale Liga-Spiele verschieben und gewann dann in Lissabon als erste russische Mannschaft einen europäischen Pokal (3:1 gegen Sporting Lissabon). Zenit belegt derzeit in der "Premjer Liga" nach nur einem Sieg in den ersten sechs Spielen lediglich den 13. Platz von insgesamt 16 Mannschaften.

Engpässe im Flugverkehr

Unterdessen bereiten sich russische und englische Diplomaten auf Berge von Visa-Anträgen vor. Während russische Fans zum Endspiel nach Manchester reisen, fliegen englische Fußballanhänger nach Moskau zum Champions-League-Finale zwischen Manchester United und dem FC Chelsea am 21. Mai.

Das jeweilige Botschaftspersonal wolle die Anträge zügig abfertigen, meldete die Agentur Interfax. Politisch gilt das Verhältnis zwischen Russland und Großbritannien seit dem Tod des russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko 2006 in London durch das Gift Polonium 210 als gestört.

Für die Londoner Staatsanwaltschaft ist der ehemalige russische Agent Andrej Lugowoi der Tatverdächtige.

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