Mittwoch, 14.05.2008

UEFA-Cup: Die größten Finals

Die besten Krimis schlechthin

München - Als das UEFA-Cup-Finale zwischen Zenit St. Petersburg und den Glasgow Rangers angepfiffen wurde, vermisste der geneigte Fußball-Fan vielleicht die ganz großen Namen des europäischen Vereinsfußballs.

leverkusen, espanyol
© Imago

Ob Bayern München, die Tottenham Hotspurs oder auch Villarreal - sie alle sind bereits ausgeschieden und heute in Manchester nur Zuschauer.

Zwar wird Zenit St. Petersburg als russischer Meister im nächsten Jahr Champions-League spielen, und auch die Glasgow Rangers sind mit 51 schottischen Meistertiteln kein unbeschriebenes Blatt, doch mit Verlaub, der letzte Kick, der fehlt irgendwie.

Dass aber große Namen nicht gleichbedeutend mit einem großen Endspiel sind, beweist ein Blick in die Geschichtsbücher der UEFA. Denn öfter als große Namen entschieden Leidenschaft, Kampf, Pech oder gar Unvermögen über die Qualität sowie den Ausgang eines Endspiels.

Vorhang auf für ein paar höchst interessante UEFA-Cup-Finals:

1980/1981 Ipswich Town - AZ Alkmaar: Das Spiel der Namenlosen. Wohl kaum ein Fußballgelehrter des Planeten hätte zu Beginn des Turniers auf diese beiden Teams gewettet.

Warum sie jedoch soweit gekommen waren, stellten sie in den beiden Partien eindrucksvoll unter Beweis. Nach einem klaren 3:0 Hinspiel-Erfolg des englischen Vize-Meisters, lieferten die Mannen vom AZ Alkmaar im Rückspiel einen aufopferungsvollen Kampf.

Dass dieser nicht belohnt wurde, hatte Ipswich ausgerechnet einem Holländer zu verdanken. Frans Thijssen konnte sich insgesamt zweimal in die Torschützenliste eintragen und hatte somit maßgeblichen Anteil am 5:4-Gesamtsieg der Engländer.

1981/1988 Bayer 04 Leverkusen - Espanyol Barcelona: Der bislang einzige internationale Titel der Werkself. Bester Spieler bei Bayer: Espanyols Torwart Thomas Nkono.

Das Leverkusen dieses Ding noch drehen würden,damit hatten sie vermutlich nicht mal mehr selbst gerechnet. Mit einer herben 3:0-Klatsche im Hinspiel schickten die Katalanen Bayer zurück nach Deutschland.

Im Rückspiel genügten der Mannschaft von Coach Erich Ribbeck dann allerdings 24 Minuten sowie das Unvermögen von Keeper Nkono um sich in die Verlängerung zu retten. Im anschließenden Elfmeterschießen behielt Leverkusen dann mit 3:2 die Oberhand.

1996/1997 Schalke 04 - Inter Mailand: Die Geburtsstunde der Eurofighter. In verbissen geführten Finalspielen schafft der Revierklub die Sensation.

Im Hinspiel auf Schalke sorgte Kampfschwein Marc Wilmots für das Tor des Tages und bescherte seinem Team einen knappen Vorsprung für das Rückspiel in Mailand.

84 Minuten lang konnten die Knappen dort dem Druck der Nerazurri standhalten. Doch als der Pott schon in Reichweite schien, schoss Ivan Zamorano Inter in die Verlängerung. Dort passierte nichts mehr und der Bundesligist triumphierte schließlich sensationell im Elfmeterschießen mit 4:1.

2000/2001 FC Liverpool - Deportivo Alaves: Der UEFA-Cup-Krimi schlechthin. Dieses Finale hatte wirklich alles, was das Fußballer-Herz begehrt: Viele Tore, enorme Spannung und ein denkwürdiges Ergebnis.

Es lief die 117. Minute im Westfalenstadion in Dortmund als Alaves-Verteidiger Gelí zur tragischen Figur avanciert. Einen Freistoß von Gary Mc Allister köpft Geli zum Golden Goal ins eigene Tor. Aus! Vorbei! Liverpool gewann das Spiel mit 5:4 und damit auch zum dritten Mal den UEFA-Cup.

Thomas Ziemann

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