Donnerstag, 03.04.2008

Experte Oscar Garcia erklärt Getafe

"Belenbauer" und die Frauen

 München - Vor dem Viertelfinale zwischen Bayern München und dem FC Getafe offenbarte der Präsident der Azulones seine ultimative Taktik, um den deutschen Rekordmeister in die Knie zu zwingen.

Fußball, Getafe, UEFA Cup, Bayern
© Imago

"Wenn die Bayern zum Rückspiel hierher kommen und die schönen spanischen Frauen sehen, dann werden sie völlig neben sich stehen", kündigte Angel Torres süffisant an.

Doch dass Getafe auch andere Möglichkeiten hat, erklärt Oscar Garcia von der spanischen Sportzeitung "As" exklusiv für SPOX.com.

Tor: Die Keeper sind eine der tragenden Stützen des Erfolgs. Gesetzt ist Roberto Abbondanzieri, 35-jähriger Argentinier und Freund von Martin Demichelis. In internationalen Wettbewerben wird er aber alternierend mit seinem Landsmann Oscar Ustari eingesetzt, der als eines der größten Talente Argentiniens gilt.

Abwehr: David Belenguer ist der unumstrittene Abwehrchef. "Der Innenverteidiger ist sowohl auf als auch fern des Platzes das Zugpferd Getafes. Meiner Meinung nach hätte er längst in der Nationalmannschaft stehen müssen", so Garcia über den 35-jährigen Kapitän.

Belenguer beweist immer absolute Übersicht. Er kann selbst in aussichtslosen Situationen seine Gegner spielerisch vom Ball trennen, wird deshalb in Spanien mit Franz Beckenbauer verglichen und daher auch "Belenbauer" genannt. Zusammen mit dem starken Cata Diaz, der beim Hinspiel in München allerdings verletzt passen muss, bildet er Getafes Innenverteidigung.

Linksaußen spielt der Argentinier Lucas Licht, auf rechts der Rumäne Cosmin Contra, der schon beim AC Milan und bei Getafes Stadtrivalen Atletico Madrid kickte.

Mittelfeld: "Das Mittelfeld von Getafe ist eines der besten der Primera Division. Sie bewegen sich extrem gut und pflegen normalerweise schnelles Kurzpassspiel. Außerdem überraschen die Spieler die gegnerischen Defensivreihen immer wieder mit Blitzattacken", sagt Garcia.

Francisco Casquero und Ruben de la Red bilden das kreative Offensivzentrum der Mannschaft. De la Red, 22, wurde zum Testspiel gegen Italien erstmals in die spanische Nationalmannschaft berufen. Nach dieser Saison wird Real Madrid vom Rückkaufsrecht Gebrauch machen und ihn für 4,5 Millionen Euro wieder dorthin holen, wo er das Fußballspielen lernte.

Auf dem rechten Flügel agiert Pablo Hernandez, der als Linksfuß eigentlich auf der "falschen" Seite spielt. Auf links steht Esteban Granero, der zusammen mit de la Red der Nachwuchsabteilung der Königlichen entstammt.

Angriff: Als Mittelstürmer agiert normalerweise Juan Albin die Azulones. "Der beste Stürmer ist aber Ikechukwu Uche. Der Nigerianer spielt seit Juli 2007 für Getafe und Michael Laudrup hofft, dass der Knoten bei ihm endgültig platzt." Mit vier Toren in 20 Ligaspielen hat er deutlich Luft nach oben.

Der schönste Fußball der Liga 

"Laudrup hat es geschafft, eine Mannschaft zu formen, die neben Villarreal den schönsten Fußball der Liga spielt", so Garcia. Aktuell rangieren die Hauptstädter auf Platz elf, stehen aber im Pokalfinale und eben im Viertelfinale des UEFA-Cups.

So oder so ist Getafe einer der großen Gewinner der Saison in Spanien und "das Spiel gegen Bayern schenkt Getafe auf gar keinen Fall ab, sondern vielmehr werden sie motivierter zu Werke gehen als je zuvor, denn das ist eine ultimative Chance, auf europäischer Ebene an Bekanntheit zu gewinnen", fasst Garcia zusammen.

Bayern ist behäbig 

"Die jungen, dynamischen Spieler von Getafe wissen, dass das Zentrum der Bayern geradezu behäbig ist", so die "As". Insbesondere da wollen die Azulones den vermeintlich übermächtigen Gegner aushebeln.

Doch am meisten setzt Getafe auf das Rückspiel. "Wenn wir uns in München halbwegs gut schlagen und vielleicht ein Tor schießen, dann garantiere ich für nichts mehr", so Klub-Präsident Angel Torres. Vielleicht kommen hier dann auch wieder die Frauen ins Spiel...

Richard Rother

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