Freitag, 28.03.2008

Über die Fairplay-Wertung

UEFA-Pokal-Chance für Rostock

Rostock - Angst um den Bundesliga-Verbleib, aber Hoffnung auf Europa: Über die Hintertür Fairplay-Wertung könnte der FC Hansa Rostock erstmals seit 17 Jahren wieder im Europapokal spielen.

"Das wäre eine nette Geschichte. Aber erst einmal konzentrieren wir uns aber darauf, den Klassenverbleib zu schaffen", sagte Vorstandschef Dirk Grabow.

Der letzte DDR-Meister hat in der laufenden Saison erst 41 Gelbe Karten kassiert. Bis zum 26. Bundesliga-Spieltag gab es noch keinen einzigen Platzverweis. Kein Wunder, dass die Rostocker in der sogenannten Fairplay-Wertung den ersten Platz belegen.


Chance für Fußball-Glückspilze 

Das Team von der Ostsee hat damit gute Chancen vom Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Ende der Saison in den Fairness-Lostopf der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gesteckt zu werden. Drei "Fußball-Glückspilzen" winkt die Teilnahme an der ersten UEFA-Pokal-Qualifikationsrunde.

Allerdings ist nicht nur das Verhalten der Spieler entscheidend über den Sieg in der Fairplay-Wertung. Der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben einen Bewertungsbogen ausgearbeitet, in dem die Gelben und Roten Karten nur einer von sechs Punkten sind. So wird beispielsweise das Verhalten des Trainerstabes auf der Ersatzbank oder die Reaktion des Publikums auf Schiedsrichterentscheidungen bewertet.

Bewertungsbogen ist übertrieben 

Dies kam etwa dem FSV Mainz 05 zu Gute. Auf Grund der Fans und des respektvollen Umgangs mit dem Gegner gewann der damalige Aufsteiger die Fairplay-Wertung und spielte 2005 im UEFA-Pokal. Hansa Rostocks Trainer Frank Pagelsdorf hält den Bewertungsbogen für übertrieben. "Es sollte eigentlich nur nach dem Auftreten der Mannschaft auf dem Platz gehen", sagte der Fußball-Lehrer.

Die Rostocker Anhängerschaft genießt in der Bundesliga einen nicht nur guten Ruf. Zum einen sind die Fans für ihre lautstarke Unterstützung ihrer Mannschaft bekannt. Auf der anderen Seite sorgten sie in der Vergangenheit auch für Negativschlagzeilen, als beispielsweise in der vergangenen Saison in Essen auf der Tribüne nach dem Abbrennen von Pyrotechnik ein Feuer ausbrach.

Die Arbeit trägt Früchte 

"Wir haben das Thema erkannt und arbeiten mit den Fans eng zusammen. Die Arbeit trägt Früchte. In dieser Saison ist nichts Gravierendes passiert", sagte Rostocks Vorstandsvorsitzender Grabow.

Rückdeckung erhält er dabei von Schiedsrichter-Beobachter Peter Gabor, der die meisten der Rostocker Heimspiele bewertet: "Die Atmosphäre in Rostock hat sich verbessert. Die Zuschauer sind umgänglicher geworden. Und das ewige Protestieren auf der Bank hat auch ein wenig nachgelassen."

Riesenchance für Rostock 

Gute Aussichten also für erneute Rostocker Auftritte im europäischen Rampenlicht. 1991 schieden die Norddeutschen als DDR-Meister im Landesmeisterwettbewerb gleich in Runde eins gegen den FC Barcelona aus.

Das bisher letzte internationale Gastspiel gab es in der Saison 1998/99 im UI-Cup. In der dritten Runde unterlagen die Hanseaten dem ungarischen Vertreter VSC Debrecen.


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