Donnerstag, 13.03.2008

UEFA-Cup

Kein Bayern-Ärger nach Betriebsunfall

München - Trotz des Betriebsunfalls beim Rotations-Experiment blieb der Zorn der Bayern-Bosse aus, Versuchsleiter Ottmar Hitzfeld kündigte dagegen Konsequenzen an.

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© Getty

"Viele haben heute, als es ernst oder kritisch wurde, Nerven gezeigt. Aber das ist auch wichtig, um Erkenntnisse zu bekommen für die nächsten wichtigen Spiele", sagte der Bayern-Trainer nach der blamablen 1:2-Heimpleite seiner B-Elf gegen den RSC Anderlecht.

Dank des 5:0 aus dem Hinspiel zog der deutsche Rekordmeister trotz der zweiten Niederlage im 37. Saison-Pflichtspiel und der ersten im laufenden UEFA-Wettbewerb letztlich locker ins Viertelfinale ein, für das sich Manager Uli Hoeneß bei der Auslosung den Ex-Luca-Toni-Club AC Florenz als nächsten Gegner wünscht.

Neue wenig überzeugend

Neun neue Leute hatte Hitzfeld im Vergleich zum Spiel gegen den Karlsruher SC aufgeboten, doch für weitere Einsätze konnte sich weder Debütant Breno noch ein anderer Hinterbänkler empfehlen.

"Dass sich einer total aufgedrängt hat, hat man nicht gesehen", meinte Hoeneß. Im Gegensatz zu Hitzfeld ("Mir stinkt es ein bisschen, dass wir heute verloren haben") stimmte der Manager nach der ersten Heimniederlage seit fast einem Jahr nur milde Töne an.

"Wenn du merkst, da kann nicht viel passieren und Samstag ist wieder das nächste Spiel in Cottbus, da ist klar, dass man da einen Gang zurückschaltet. Da ist es schwierig, sich so richtig heiß zu machen."

Kein Reservist drängte sich für einen Einsatz für die Partie bei Energie Cottbus auf, so die neue Erkenntnis, aber ein paar alte Einschätzungen wurden auch bestätigt.

Klose im Formtief

Das Bayern-Spiel lahmt ohne Franck Ribery, der erst nach der Pause kam, und Miroslav Klose (rechts im Bild) macht zur Zeit einfach alles verkehrt, was ein Stürmer nur verkehrt machen kann.

"Wenn ein Spieler in Form ist, macht er meistens immer das Richtige. Heute haben wir ein paar Spieler gehabt, die oft das Falsche gemacht haben", sagte Trainer Hitzfeld.

"Miro Klose läuft im Moment einem Tor hinterher." Oder vor einem davon wie in der 13. Minute, als der WM-Torschützenkönig frei stehend vor dem Tor völlig mutlos den Ball zu Mark van Bommel schob und so das mögliche 2:0 zunichtemachte.

Nach den blamablen Darbietungen wird Hitzfeld beim Endspurt um die drei Titel wohl nicht mehr jedem seiner Spieler die Rotations-Lizenz erteilen.

Bankdrücker wie Breno, Andreas Ottl oder Jan Schlaudraff werden in dieser Saison (weiter) keine große Rolle mehr spielen, Willy Sagnol lebt zudem mehr von seinem Ruf als von seinen jüngsten Darbietungen.

Patzer von Rensing

Und für die neue Spielzeit erhöhte der Fehlgriff von Keeper Michael Rensing beim 1:2 durch Alexander Jakowenko (35. Minute) nicht gerade die Zuversicht. Beim 1:1 war Rensing dagegen machtlos, als Serhat Akin (20.) den Führungstreffer durch Lucio (8.) ausgeglichen hatte.

Unverständlich war für die Zuschauer - viele der 63.000 verließen vorzeitig das Stadion oder kommentierten die dürftigen Darbietungen mit Pfiffen - warum die Bayern nach dem spielerischen Spektakel in der Anfangsviertelstunde plötzlich das Fußballspielen einstellten.

Jose Ernesto Sosa ließ bis zum 1:1 sein technisches Talent gleich mehrfach aufblitzen, doch am Ende ging der Argentinier ebenso wie die Mitspieler im Einheitsbrei unter.

"Es ist nicht gut, wenn man 1:2 verliert, nachdem man 5:0 gewonnen hat. Das hört sich ein bisschen komisch an, aber besser man verliert jetzt als am Samstag", stellte Mark van Bommel klar. "In Cottbus können wir wieder einen großen Schritt Richtung Schale machen."


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