Donnerstag, 14.02.2008

Laut Sportchef Rudi Völler

Bayer-Keeper Adler reif für Bundesadler

Istanbul - Für Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ist es nur eine Frage der Zeit, wann sein Torwart Rene Adler den Bundesadler trägt.

Fußball, UEFA Cup, Leverkusen, Kießling
© DPA

"Ihm und Manuel Neuer von Schalke 04 gehört die Zukunft, aber es wird wohl erst nach der Europameisterschaft sein", meinte der frühere DFB-Teamchef nach der überragenden Leistung des 23-Jährigen beim 0:0 im Hinspiel der K.o.-Runde des UEFA-Cups bei Galatasaray Istanbul.

"Wir sind da völlig gelassen und wollen da niemandem reinsingen. Dies tut momentan jeder Verein." Für Völler steht der Kreis der Nationaltorhüter und -anwärter jedoch fest: "Die drei, die dabei sind, sowie Adler und Neuer. Vom Rest brauchen wir nicht mehr zu sprechen."

Nicht viel reden mag Adler selbst über seine Aussichten und Perspektiven. "Ich mache mir da keinen Kopf. Schließlich bin ich doch erst seit einem Jahr in der Bundesliga dabei", sagte der gebürtige Leipziger, der erst 30 Erstliga-Einsätze hinter sich hat. Dass er den Kasten am Bosporus sauber hielt, empfand er als seine Pflicht.

In Istanbul nicht das Gelbe vom Ei 

"Wenn man so ein positives Ergebnis erreichen will, dann muss man den einen oder anderen Ball auch halten", sagte Adler. Trotz aller Bescheidenheit empfände er es schon als Anerkennung, wenn er als dritter Torwart EM-Luft schnuppern dürfte: "Ich würde mich natürlich freuen. Ich möchte mich aber nirgendwo reinreden.

Rausreden wollte sich keiner im Bayer-Clan, dass die Leistung in Istanbul nicht das Gelbe vom Ei war. "Nach dem 0:0 muss es heißen: Freuen und abhaken", meinte Völler.

Auch sein Coach Michael Skibbe redete das trostlose Remis nicht schön. "Wir dürfen mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein", meinte er und gab ehrlich zu: "Mehr war für uns nicht drin. Wir müssen uns deutlich steigern, um Galatasaray aus dem Wettbewerb zu schmeißen - und wir werden uns steigern." Die Chancen auf den Achtelfinal-Einzug stünden weiterhin bei 50:50: "Daran hat sich nach dem Spiel nichts geändert."

Feldkamp als moralischer Sieger 

Dass vier Tage nach der spielerischen Glanzvorstellung gegen den Hamburger SV beim 16-maligen türkischen Meister im Schneetreiben wenig zusammenlief, rechtfertigte Defensiv-Stratege Simon Rolfes mit den "katastrophalen" Platzverhältnissen. "Da war es schwierig, Inspiration auf den Platz zu bringen", meinte er.

Das glückliche Unentschieden sei aber eine gute Ausgangsposition. "Wir spielen zu Hause und haben den Anspruch zu gewinnen."

Als moralischer Sieger fühlte sich der deutsche Galatasaray-Coach Karl-Heinz Feldkamp. "Was uns zum Glück gefehlt hat, sind die Tore. Klarere Chancen kann man nicht bekommen", ärgerte sich der 73-Jährige über ein halbes Dutzend vergebener Tormöglichkeiten durch Ümit Karan, Arda Turan und Hakan Sükür.

"Wenn ich Boxer wäre, würde ich von einem Punktsieg sprechen", resümierte Feldkamp, der Bayer 04 in der Bundesliga einiges zutraut: "Bayern München, Schalke 04 und Werder Bremen müssen Meister werden - Leverkusen kann es werden."


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