Themenwoche Transfer: Der Wechselkönig

Nicolas Anelka: Im Drecksgeschäft gesuhlt

Von Thomas Gaber
Freitag, 19.07.2013 | 12:30 Uhr
Nicolas Anelka (r.) wechselt gerne den Verein und fährt gerne auffällige Autos
© getty
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Nicolas Anelka hat es in den letzten 15 Jahren nie lange bei einem Verein ausgehalten und sein außergewöhnliches Talent durch eigenwillige Aktionen mitunter verschleudert. Der Franzose hat dabei aber auch legendäre Geschichten produziert.

Wie viele ehemalige und aktuelle Sportstars hat natürlich auch Nicolas Anelka einen Twitter-Account. Wirklich aktiv ist @anelkaofficiel aber nicht. Anelka hat sich offenbar einer eigenen goldenen Regel verschrieben, genau einen Post pro Monat abzusetzen.

Im Februar gratulierte er sich selbst auf italienisch zum Debüt für Juventus Turin, im März nahm er Stellung zu einem Zeitungsartikel und bezeichnete den Verfasser als "dumm". Im April wies er auf eine Kinder-Stiftung hin und am 16. Mai gratulierte er seinem Ex-Klub FC Chelsea zum Gewinn der Europa League.

Danach wurde es ziemlich ruhig um ihn. Im Juni reichte es nur zu einem Retweet. Vielleicht hatte er nichts zu erzählen, denn Nicolas Anelka war arbeitslos. Allerdings nur für ein Weilchen, dann hieß es "BOING BOING Baggies", was ganz und gar frei übersetzt bedeutet, dass der 34-Jährige jetzt beim englischen Erstligisten West Bromwich Albion untergekommen ist.

Ob sein elfter Profi-Klub sein letzter sein wird, ist aber fraglich. Lange ausgehalten hat es Anelka selten bei seinen Arbeitgebern und passende Alternativen waren immer schnell zur Hand.

Nur Ibra war teurer

Anelka gilt als der Wandervogel schlechthin unter den Topstars der Branche. Seit 1995 ist er permanent unterwegs und hielt lange den Rekord der Gesamtablösesumme, die für einen Fußballprofi gezahlt wurde.

134 Millionen Euro blätterten insgesamt zehn Vereine für Anelka hin. Erst das 37-Millionen-Euro-Geschäft zwischen dem AC Milan und Paris Saint-Germain hievte Zlatan Ibrahimovic 2012 mit 169 Millionen Euro an die Spitze.

Beiden Spielern wird außergewöhnliches fußballerisches Talent nachgesagt, Ibrahimovic hat davon noch ein bisschen mehr als Anelka, wenngleich der Franzose mit dem Champions-League-Sieg 2000 mit Real Madrid und wenige Wochen später dem EM-Sieg die größeren Titel holte.

Beide sind aber auch bekannt dafür, es mit ihren Pflichten und ihrem Benehmen bei den jeweiligen Vereinen und Nationalteams nie besonders genau genommen zu haben.

Domenechs Besäufnis

Über Anelka gibt es jede Menge teils bizarrer Geschichten. Die bekannteste ist der Machtkampf mit Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech während der WM 2010.

Weil er von Domenech in der Halbzeitpause des Spiels gegen Mexiko angehalten wurde, sich als Sturmspitze mehr zu bewegen, brüllte Anelka den Coach mit folgenden Worten an: "Fick dich in den Arsch, Hurensohn." Domenech wechselte Anelka aus und schickte ihn am nächsten Tag nach Hause.

"Anelka ist in seinem Status als enfant terrible in eine neue Dimension eingedrungen", schrieb die französische Zeitung "Le Figaro". Domenech bezeichnete Anelka später in seinem Buch "Tout seul" (Ganz allein) als "egoistischen Schwachkopf", der die Equipe Tricolore 2010 in Südafrika "getötet" habe. "Er hat nach der Niederlage gegen Mexiko schallend gelacht. Wie gefühlslos kann man sein?", schrieb Domenech.

Nach dem von mehreren Spielern (darunter Franck Ribery) angezettelten Trainingsstreik und der Suspendierung von Anelka betrank sich Domenech mit "einigen Litern Bier, damit ich schlafen kann."

Flucht im Kofferraum

Mit Suspendierungen kennt sich Anelka bestens aus. Als Spieler von Real Madrid wurde er 2000 nach einem Trainingsstreik für 45 Tage vereinsintern gesperrt. Als mehrere Journalisten daraufhin sein Haus belagerten, flüchtete er im Kofferraum seines Wagens aus Spaniens Hauptstadt. Sein Bruder Didier brachte die wertvolle Fracht zum Flughafen, von wo Nicolas nach Paris flog - mit einem One-way-Ticket.

Kurz vor der WM 2002 flog er aus Frankreichs Kader, weil er sich über seine Rolle in der Nationalelf beschwert hatte. "Ich werde doch nur eingeladen, wenn sich ein anderer Spieler verletzt. Ich bin sicher kein Lückenbüßer. Und außerdem macht man in Frankreich komische Menschen zum Nationaltrainer", sagte Anelka damals.

Und beim FC Chelsea wurde ihm 2011 von Trainer Andre Villas Boas der Zutritt zur Kabine untersagt. Außerdem durfte Anelka auch nicht an der offiziellen Weihnachtsfeier der Blues teilnehmen.

"Es gibt im Fußball keine Freunde. Das ist eine traurige Erkenntnis, aber es ist die Wahrheit. Es ist ein Teamsport, aber gleichzeitig ein Einzelsport. Im Grunde ist das ein Drecksgeschäft", sagte Anelka daraufhin.

"Liverpool ist eine großartige Stadt"

Dieses Drecksgeschäft hat ihm aber in den letzten 18 Jahren jede Menge Geld eingebracht. Und da sein Bruder Didier auch sein Manager ist, blieben die üblichen Summen für die Agenten bei Vereinswechseln auch noch in der Familie.

Um Geld ging es Anelka freilich nie. Seine Kommentare zu seinen Transfers sind fast schon legendär. Als er 1999 als Arsenal-Spieler ein Angebot von Real Madrid bekam, sagte der damals 20-Jährige: "Ich habe mich noch nie für Kohle interessiert. Ich wollte schon immer mal in Spanien spielen. Und für Real aufzulaufen, ist eh das Beste, was einem Fußballer passieren kann."

2002 ließ er sich von Paris nach Liverpool ausleihen, weil "Liverpool ein toller Verein und eine großartige Stadt ist." Ein halbes Jahr später schloss er sich Manchester City an und verprellte die Fans der Citizens mit der Aussage, dass er eigentlich viel lieber in Liverpool geblieben wäre.

Wechsel ins asiatische New York

Den Wechsel in die Türkei 2005 begründete Anelka mit den Worten: "Die Türkei wird in den nächsten Jahren führend in Europa sein." Er wurde damals übrigens am gleichen Tag in Istanbul empfangen wie Franck Ribery, der vom FC Metz zu Galatasaray kam.

Das lässigste aller Argumente für einen Vereinswechsel lieferte Anelka vor seinem Wechsel zu Shanghai Shenhua. "Shanghai ist das New York Asiens. Ich war schon oft im Urlaub dort, weil ich die Art, dort zu leben, liebe. Und China wird eine Fußballmacht werden. Das wird sicher mein letzter Vertrag."

Nach nur einem Jahr, in dem Anelka zwischendurch auch als Co-Trainer fungierte, kehrte er nach Europa zurück und schloss sich Juventus Turin an. Für die Bianchoneri spielte er in der Rückrunde der letzten Saison gerade mal 58 Minuten.

Jetzt ist er zurück in England. Bei West Bromwich Albion unterschrieb er einen Ein-Jahres-Vertrag mit der Option auf eine weitere Saison. "Ich habe West Brom schon immer gemocht", sagte Anelka, der bei den Baggies mit der Nr. 39 auflaufen wird. Wetten darauf, dass WBA seine letzte Station sein wird, werden ab jetzt angenommen.

Nicolas Anelka im Steckbrief

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