"Irgendwann sieht jeder mal blöd aus"

Von Philipp Dornhegge
Dienstag, 19.07.2011 | 17:33 Uhr
Die Freiburger Jan Rosenthal und Mensur Mujdza probieren sich gemeinsam an Life-Kinetik-Übungen
© Imago
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Die Bundesliga ist mitten in der heißen Phase der Saisonvorbereitung. In den Trainingslagern wurden die Grundlagen für eine lange Saison gelegt. Auch im Amateurfußball bereiten sich die Klubs bis hinunter zur Kreisklasse auf die neue Spielzeit vor. Die spannende Frage: Wie trainiert man richtig? Wie hat sich die Methodik in den letzten Jahren entwickelt? SPOX geht der Frage der Trainingsmethodik theoretisch und in Selbstversuchen auf den Grund. Teil 2: Life Kinetik.

Einen Ball fangen. Kann ja nicht so schwer sein. Das sollte jeder hinkriegen, der nicht komplett übergangen wurde, als der liebe Gott die grundlegendsten motorischen Fertigkeiten auf die Menschheit verteilte. Zumal einem dieser Ball - es sollte eine tennisballgroße Ausgabe sein - aus vier Metern zugeworfen wird.

Wenn man in dem Moment, in dem der Werfer den Ball loslässt, jedoch erst von diesem zugerufen bekommt, mit welcher Hand man zupacken soll, dann wird es schon etwas schwerer. Dann muss man sich zumindest konzentrieren.

Aber was, wenn man gleichzeitig auch noch den jeweils anderen Fuß einen Schritt nach vorne setzen soll? Sprich mit rechts fangen, mit links einen Schritt machen oder umgekehrt? Da wird selbst der eine oder andere Topathlet Probleme bekommen.

Denn um diese Übung zu meistern, sind ganz bestimmte Fähigkeiten vonnöten. Und wenn man diese Fähigkeiten nicht oder kaum hat, dann kann man sie mit genau solchen Aufgaben trainieren.

"... und alle machen weniger Fehler"

Fähigkeiten wie Multi-Tasking, Körperwahrnehmung, Balance und Konzentration werden sukzessive verbessert - und bringen den Teilnehmer so in vielen Lebensbereichen weiter.

"Kinder werden kreativer und selbstbewusster, Schüler konzentrierter, Berufstätige stressresistenter und Senioren aufnahmefähiger. Und alle machen weniger Fehler", heißt es auf der Website von Life Kinetik, dem Programm, das hinter diesen Übungen steht.

Selbst Profiteams wie der SC Freiburg oder 1899 Hoffenheim schwören inzwischen auf die neue Methode der Leistungsförderung: "Eines der spannendsten Dinge, die ich in den letzten Jahren in meinem Job entdeckt habe", sagt zum Beispiel Jürgen Klopp. Der Trainer des deutschen Meisters Borussia Dortmund ist von Life Kinetik überzeugt.

Sinnvolle Ergänzung statt Ersatz

Weil die oben genannten Fertigkeiten nicht nur für sich erstrebenswert sind, sondern darüber hinaus das allgemeine Leistungsvermögen verbessern.

Dabei soll Life Kinetik das normale Training keineswegs ersetzen - das könnte es auch gar nicht. Vielmehr stellt es eine sinnvolle Ergänzung dar, für die man pro Woche nicht mehr als eine Stunde investieren muss.

"Bis jetzt höre ich von den Spielern nur Positives", sagte Ex-Profi Bernhard Winkler vor einiger Zeit im Interview mit 11freunde.de. Der U-23-Trainer von 1860 München gilt als Life-Kinetik-Vorreiter unter den Fußballern und macht seine Übungen auch mit den Profis.

Weidenfeller und Co. setzen auf Life Kinetik

"Es ist kein spezielles Fußballtraining, sondern ein Bewegungsprogramm für das Gehirn. Die Spieler bekommen koordinative und visuelle Bewegungsmuster vorgegeben und müssen diese dann umsetzen", erklärt er den Ansatz.

Als ausgebildeter Life-Kinetik-Coach und ehemaliger Bundesligaspieler weiß er: "In Mannschaftssportarten tut man gut daran, seine Handlungsschnelligkeit zu verbessern. Wenn man eine Situation schneller erkennt als der Gegner, muss man nicht unbedingt schneller laufen können." Situationen schnellstmöglich zu erfassen: Das entscheidet im Fußball gerade in der Defensive über Wohl oder Wehe.

Ist es deshalb verwunderlich, dass beim BVB mit Keeper Roman Weidenfeller, Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela und dem eher defensiven Mittelfeldspieler Florian Kringe Akteure auf Life Kinetik setzen, die vor allem nach hinten arbeiten?

Erkennt ein Torwart frühzeitig, dass er aus dem Kasten kommen muss, kann er unter Umständen die entscheidende Zehntelsekunde eher am Ball sein als der heranstürmende Angreifer.

Bewegung wichtig fürs Gehirn

Wie man es mit vermeintlich simplen Übungen wie Ballwerfen schafft, die Gehirntätigkeit zu verbessern, weiß Horst Lutz. Der Diplomsportlehrer ist der Begründer von Life Kinetik und bezeichnet seine Disziplin als "Produkt aus der Brainflow-Methode, der modernen Gehirnforschung, der Psychomotorik und der Bewegungslehre."

Im Zentrum steht die heutzutage gesicherte Erkenntnis, dass körperliche Betätigung für die Gehirnaktivität essentiell ist. Nur wer sich bewegt, kann auch intellektuell Höchstleistungen bringen. Faule Menschen dagegen sind anfälliger für Stress und bauen geistig und körperlich schneller ab.

Sport beziehungsweise motorische Impulse stimulieren bestimmte Sensoren in unserem Gehirn, die die Gehirnaktivität positiv beeinflussen. Je unterschiedlicher und abwechslungsreicher diese Impulse sind, desto besser.

Deshalb ergänzt Life Kinetik das normale Trainingsprogramm von Sportlern so effektiv. "Die Spieler machen Dinge, die sie nicht jeden Tag machen", so Winkler. Aus dem gleichen Grund muss der Schwierigkeitsgrad der Life-Kinetik-Übungen regelmäßig gesteigert werden.

In der Gruppe macht's am meisten Spaß

Wer ein Level gemeistert hat, der kann sich nur weiter verbessern, indem er das nächste in Angriff nimmt - und so immer wieder neue Reize schafft. 25 Basisübungen und 185 Variationen hat Lutz entwickelt, die er in seinem Buch "Gehirntraining durch Bewegung" vorstellt.

Damit kann theoretisch jeder zu Hause an seiner geistigen Fitness arbeiten. Effektiver ist allerdings die Arbeit mit einem ausgebildeten Coach, und interessanter das Training in der Gruppe.

Denn gerade dann macht Life Kinetik richtig Spaß: "Man kann sehr gut über sich lachen, denn irgendwann sieht jeder mal richtig blöd aus", erklärt 1860-Trainer Winkler. "Die Übungen machen Spaß, und das fördert den Zusammenhalt."

Wissenschaft bestätigt positive Wirkung

Und weil diese Übungen körperlich nicht übermäßig anstrengend sind, spielt es überhaupt keine Rolle, ob eine Gruppe aus Profisportlern, aus Kleinkindern oder aus Senioren besteht.

Kritik am Konzept von Life Kinetik hört man bisher nur sehr vereinzelt. Und die beschränkt sich fast immer auf die Aussagen skeptischer Sportler, die den Sinn von Trainingsübungen, die ihrer jeweiligen Sportart so fremd sind, anzweifeln.

Tatsächlich hat die Wissenschaft die positive Wirkung von Life Kinetik längst bestätigt: "Das Life-Kinetik-Programm ist das beste umfassende Training aller Rezeptoren, die zur außergewöhnlichen Verbesserung aller motorischen Grundfertigkeiten gehört [...]", glaubt zum Beispiel Prof. Dr. Elmar Wienecke vom Kompetenzzentrum für Gesundheit und Fitness in Halle/Westfalen.

Prof. DSL Dr. med. Günther Penka vom Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität der Bundeswehr Neubiberg stimmt zu: "In einer Studie an der Universität der Bundeswehr konnte beispielhaft eine signifikante Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeiten durch ein Life-Kinetik-Trainingsprogramm nachgewiesen werden. Die Übungen dieser Methodik stellen eine sinnvoll strukturierte Bereicherung der traditionellen Koordinationstrainingsübungen dar."

Nicht so wichtig wie Kondition

Lutz hat sich deshalb ein ehrgeiziges Ziel auf die Fahnen geschrieben: Er will erreichen, dass es eines Tages in jedem Kindergarten, jeder Schule, jeder Universität, jeder Firma und jedem Seniorenheim ein Life-Kinetik-Angebot gibt. Und dieses Angebot soll kostenlos, also für jeden zugänglich sein.

Immer mehr Jugendtrainer kommen schon von selbst auf den Trichter, ihre Schützlinge in mehr als nur der traditionellen fußballerischen Weise zu fördern.

Wer die jungen Kicker - oder Handballer, Skiläufer, Golfer - schon frühzeitig mit Life Kinetik in Kontakt bringt, der kann langfristig die Früchte ernten.

Eins stellt Winkler jedoch unmissverständlich klar: "Life Kinetik ist nicht so wichtig wie Konditionstraining. Wenn ich nicht laufen kann oder will, nützt auch das Gehirntraining nichts."

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