Uruguay: In den Fängen des Paten

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 11.11.2009 | 17:53 Uhr
Kinder in Montevideo gehen ihrer Leidenschaft nach. Die meisten warten auf Pacos Besuch
© Imago
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
Bundesliga
DiJetzt
M05 - BVB: Die Highlights des Stöger-Debüts
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian -
Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)

Uruguay war 1930 erster Fußball-Weltmeister. Doch seit vielen Jahren steckt das Land am Rio de la Plata in einer tiefen sportlichen Krise. Ein Mann schlug daraus Profit: Francisco Paco Casal. Der Spielerberater und TV-Mogul hält eine ganze Nation im Schwitzkasten - mit äußerst rabiaten Methoden.

Francisco Casal stolziert von dannen. Das Victory-Zeichen ist für jede Kamera, die ihr Objektiv auf den untersetzten Mann hält, deutlich erkennbar. Schwere Goldketten laben sich um Casals Oberkörper, die prunkvollen Armbänder und Ringe funkeln in der uruguayischen Nachmittagssonne.

Casal hat sich hübsch gemacht für seinen Gerichtstermin in Montevideo. Der Friseur hat dem Mann, dessen gewöhnlicher Haarschnitt dem von Adrian in Rocky I ähnelt, einen glatt gelegten Seitenscheitel verpasst. Was aber am meisten auffällt, ist dieses überheblich wirkende Grinsen in Casals Gesicht. Jener Anblick, den viele Uruguayer, die sich für Fußball interessieren oder wie Ricardo Gabito beruflich darüber schreiben, hassen.

Illegale Geschäfte im großen Stil

Paco, wie Casal genannt wird, hat es mal wieder geschafft. Im Juli 2009 ist eine Anhörung vor Gericht zum x-ten Mal gut ausgegangen für Casal. Wie häufig, wenn sich Paco vor der Justiz verantworten muss, ging es auch diesmal um den Verdacht der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche.

"Der Mann hat so viel Dreck am Stecken wie Brasilien gute Fußballer", sagt Gabito, uruguayischer Journalist und Autor des Buches "Pacomafia vs. DFI" (Pacos Mafia im Kampf gegen die uruguayische Steuerbehörde). Diesmal kam Casal davon, weil seine Anwälte dem Gericht glaubhaft vermitteln konnten, dass ihr Klient sein Geschäftszentrum ins Ausland verlegt habe und - wenn überhaupt - dort Steuern nach dem jeweiligen Steuersatz an den Fiskus zu zahlen habe.

Paco Casal ist die zentrale Figur Südamerikas im lukrativen Geschäft mit Fußball-Profis. Seit über zwei Jahrzehnten kontrolliert der 55-Jährige den Transfermarkt in ganz Südamerika. 90 Prozent der Spieler(ver)käufe laufen über ihn oder seine Handlanger. "Er hat so viel Macht, dass die Vereinschefs vom Wechsel eines Spielers erst erfahren, wenn der bereits am Flughafen ist", sagt Rodolfo Sienra, Ex-Chef von Nacional de Montevideo.

Tete-a-Tete mit Moggi

Casals Einfluss reicht weit über die Grenzen Uruguays hinaus. 2004 wollte Luciano Moggi, damals Generaldirektor von Juventus Turin, Fabio Cannavaro von Inter Mailand verpflichten. Im Tausch sollte Torhüter Fabian Carini, ein Klient von Casal, nach Mailand wechseln.

Nachdem Moggi sich eine Absage von Inter eingehandelt hatte, griff Casal ein. Er veranlasste Moggi, Cannavaro weichzuklopfen. Der Spieler solle sich bei Inters Vizepräsident Rinaldo Ghelfi über seine schlechte persönliche Situation bei Inter ausweinen und seinen Wechsel zu Juve erbeten.

Aus einem abgehörten Telefonat zwischen Moggi und Casal sind Pacos Worte zu entnehmen: "Leite das in die Wege, Moggi. Heute noch. Ich beiße Ghelfi den Kopf ab." Eine Woche später wurde das Tauschgeschäft zwischen Cannavaro und Carini abgewickelt und Casal kassierte seine Provision.

Wie sein Landsmann Juan Figer, der Spieler wie Robinho, Ze Roberto oder Luis Figo unter seinen Fittichen hat und ehrfürchtig "Das Phantom" genannt wird, zeichnet Casal für den sogenannten "uruguayischen Dreieckshandel" verantwortlich. Spieler werden zunächst bei kleinen Klubs in Uruguay geparkt und später nach Europa weitergereicht. Die Transferrechte des Spielers liegen bei den kleinen Vereinen und die Berater kassieren Provision von der fälligen Ablösesumme.

"Ich kann mir auch zehn Ferraris kaufen"

Paco hat sich über die Jahre ein stattliches Imperium geschaffen. Er besitzt die Übertragungs- und Vermarktungsrechte für Spiele der uruguayischen Nationalmannschaft und der nationalen Ligen im Fußball und im Basketball. Wer Werbung während eines live übertragenen Karnevalszugs schalten will, muss sich mit Paco über den Preis einigen.

Zu seinem Unternehmen Tenfield gehört außerdem der Fernsehsender "Gol.TV", ein zweisprachiger 24-Stunden-Kanal, der den Fußball aus Südamerika nach Kanada und in die USA exportiert. Die Ex-Nationalspieler und WM-Teilnehmer Enzo Francescoli und Nelson Gutierrez arbeiten in leitenden Funktionen für Gol.TV.

"Früher bin ich einen schäbigen Fiat 600 gefahren. Heute fahre ich Ferrari. Wenn ich will, dann kaufe ich mir zehn Ferraris. Vielleicht auch einen goldenen. Das würde zu mir passen", sagt Casal, der sich selbst als "reichsten Mann Uruguays" bezeichnet.

Vorwurf der modernen Sklaverei

Faktisch kontrolliert Paco die Geldflüsse in Uruguays Fußball. Sein Geschäftsmodell gleicht einer Verwertungskette. Blutjunge Spieler, meist aus ärmlichen Verhältnissen stammend, werden von ihm unter Vertrag genommen und gewinnbringend verscherbelt. Die Spieler werden auf der Straße oder am Strand aufgegabelt. Überall, wo zwischen Müllcontainern Steine oder zerdrückte Blechdosen die Tore markieren, ist auch Paco oder Leute, die für ihn arbeiten.

"Sobald heute Kinder mit dem Ball umgehen können, kennen sie kein wichtigeres Ziel, als von Paco repräsentiert und verkauft zu werden", sagt Mario Bardanco, Autor des Buches "Yo, Paco!". "Die Eltern sehen in ihren Kindern die einzige Gelegenheit, ans rettende Ufer zu gelangen. Wenn opportunistische Unternehmer wie Casal diese Familien aufsuchen, beginnt die Kommerzialisierung der Kinder. Für ein Haushaltsgerät sichern sich Leute wie Paco die Rechte an den Kindern, die noch nicht mal die Schule beendet haben."

Die persönliche und sportliche Weiterentwicklung der Talente liegt Casal wenig am Herzen, für ihn zählt der schnelle Peso. "Was Paco macht, ist moderne Sklaverei", wettert Gabito. Nachdem Uruguay bei der U-17-WM 2005 sang- und klanglos in der Vorrunde gescheitert war, klagte der damalige Trainer: "Wie sollen wir etwas gewinnen, wenn ich meinen Spielern erst beibringen muss, wie man sich halbwegs vernünftig ernährt?"

Forlan entzieht sich Pacos Einfluss

Mitunter leitet Casal auch die Geschicke der celeste, der Nationalmannschaft. Der ehemalige Auswahltrainer Jorge Fossati galt bei der Presse als Marionette Casals. Die Mannschaft, so der Vorwurf, stelle der Pate selbst auf. Spieler, die nicht von ihm vertreten werden, werden erst gar nicht berücksichtigt.

Seiner Geltungssucht ist es zu verdanken, dass der derzeit beste Spieler des Landes, Diego Forlan, lange Zeit nicht für sein Land spielte. Der Stürmer von Atletico Madrid stammt aus einer Familie des gehobenen Mittelstandes, die nicht der Gier nach einem schöneren Leben erlag und das Wohl des talentierten Sohnes in die Hände von Casal legte. Erst als der Druck der Öffentlichkeit zu groß wurde, kehrte Forlan in die Nationalmannschaft zurück.

Casals Aufstieg begann Ende der 80er Jahre, als Großvereine aus Europa in Südamerika wilderten, um die besten Spieler zu bekommen. Der Fußball in Uruguay lag am Boden. Die Vereine waren überschuldet, die Stadien veraltet, der Zuschauerzuspruch katastrophal."

"Wir waren ein stolzes Fußballland. Wir waren zwei Mal Olympiasieger und 1930 der erste Weltmeister. Wir haben das Turnier sogar ausgerichet, weil das versnobbte England nicht wollte. Und wir hatten ein Stadion mit 100.000 Plätzen. Aber wer will denn schon vor acht Zuschauern in der ersten Liga spielen?", fragt der Journalist Oscar Manan.

Mauschelei und verschobene Spiele

In den letzten Jahren hat sich an diesem Zustand kaum etwas verändert. 13 von 16 Vereinen der ersten Liga kommen aus Montevideo. Vereine aus der Provinz wie Rocha teilen sich den Trainingsplatz mit einer Herde Rinder. Eine Kuh wurde das Maskottchen des Klubs und begleitete die Spieler fortan nach gewonnenen Spielen regelmäßig auf der Ehrenrunde.

Korruption, Mauschelei und verschobene Spiele sind an der Tagesordnung. 2005 trat Defensor Sporting nicht zum entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen Nacional an. Defensor hätte gewinnen müssen, weil Nacional im Spiel zuvor durch einen höchst fragwürdigen Elfmeter in der 5. Minute der Nachspielzeit 3:2 gewann. Es kommt nicht selten vor, dass die Meisterschaft für mehrere Wochen unterbrochen wird, weil ein Verein wieder mal Verschwörung wittert.

Auch rund um die Nationalmannschaft gab es des Öfteren Korruptionsvorwürfe. Vor einem wichtigen Quali-Spiel für die WM 2002 gegen Chile soll der argentinische Schiedsrichter Sergio Pezzotta eine Prostituierte mit besten Empfehlungen des Urugayischen Fußballverbandes (AUF) in seinem Hotelzimmer empfangen haben.

Die argentinische Zeitung "Ole" bekam Wind von der Sache und schickte einen Fotografen zum angeblichen Treffpunkt. "Diese Frau war so hässlich, dass sie nicht mal in den kühnsten Träumen eines Mannes als Prostituierte herhalten könnte", schrieb die Zeitung. Es stellte sich heraus, dass die Frau eine langjährige Freundin des Schiedsrichters war.

Anschlag auf Enthüllungs-Journalist

Wie kaputt Uruguays Fußball tatsächlich ist, beweist der Mordanschlag auf Ricardo Gabito im Dezember 2003. Als der Journalist kurz vor Weihnachten abends nach Hause kam, schoss ihm jemand ins Bein. Gabito recherchierte damals über die Nutzung von Transaktionen von Fußballern, um Drogengelder zu waschen. Er war kurz davor, Anzeige vor Gericht zu erstatten.

Eine Woche vor dem Anschlag wurde Gabito vom Leiter der Jugendauswahl des AUF, Nelson Spillman, verbal bedroht. Vor Gericht wurde bewiesen, dass das Auto, das der Schütze benutzte, Spillman gehörte. Der mutmaßliche Täter gestand, dass er für 500 US-Dollar "von einem Fußballtrainer, dem er einen Gefallen schuldete" engagiert wurde, um Gabito zu töten. Er habe aber kalte Füße bekommen und Gabito deshalb "nur" ins Bein geschossen.

Paco Casal konnte keine Verbindung zu Spillman nachgewiesen werden, obwohl ein später verhaftetes Mitglied des Basañez Fußballclub, der als Mittelsmann zwischen Spillman und dem Täter fungierte, angeblich zu seinen engen Freunden zählte.

Uruguay im Schwitzkasten

Seine korrupten Geschäfte in Uruguays Ligafußball sind dagegen ein offenes Geheimnis. Er installierte Leute bei aufstrebenden, aber verschuldeten Vereinen wie Bella Vista oder River Plate. Durch gezielte Spielerverkäufe wurden die Klubs saniert, bluteten aber sportlich aus.

Pacos Macht bekam auch der größte und erfolgreichste Klub des Landes, CA Penarol de Montevideo, zu spüren. Penarol wird seit knapp 20 Jahren von der Familie Damiani regiert. Als Präsident Jose Pedro Damiani 2007 starb, übernahm sein Sohn die Geschicke des Klubs. Hinter verschlossenen Türen soll es heftige Auseinandersetzungen zwischen Casal und Damiani jr. gegebenen haben, die nicht selten mit einer schallenden Ohrfeige für Damiani endeten.

Casal hat eine stolze Fußballnation im Schwitzkasten. Seine Verbindungen zu den höchsten Ebenen der Wirtschaft und der Politik sind exzellent.

"Casal sieht sich in einer Messiasrolle, schafft aber gefährliche Abhängigkeitsverhältnisse mit Spielern und Vereinen. Diese Phase des privaten Unternehmens im Fußball hat zu jener Art von inzestuösen Beziehungen geführt", sagt Oscar Mahan.

Einer engagierten Richterin ist es im November 2008 aber erfolgreich gelungen, dem Kartell Paco Casal die Stirn zu bieten. Loreley Opertti verordnete in einem von Steuerbehörden angestrengten Verfahren die Einfrierung der Casal-Konten in Höhe von 75 Millionen US-Dollar. Casal soll 25 Millionen Dollar Steuern hinterzogen haben. Mit Geldstrafen droht ihm eine Zahlung von insgesamt 104 Millionen Dollar.

Doch das grinsende Gesicht beim Verlassen von Gerichtssälen ist Paco bis heute geblieben.

Uruguays letzte Chance: WM-Quali-Playoff gegen Costa Rica

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung