Die Jagd nach Länderpunkten

Von Interview: Stefan Rommel
Sonntag, 15.11.2009 | 18:54 Uhr
Sie sind überall: England ist das Mutterland des Groundhopping - und die Fans sehr reisefreudig
© Getty
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Groundhopping ist in Deutschland nicht wirklich weit verbreitet. Und trotzdem kommt einer der Stars der Szene aus der Nähe von Freiburg. Buch-Autor Jörg Heinisch hat sich dem Phänomen Groundhopping genähert und gilt als ausgesprochener Kenner der Szene. Ein Interview über Schlawiner, Sammelleidenschaft und schwarze Schafe.


SPOX: Herr Heinisch, Groundhopping unterliegt nicht unbedingt strengen Regularien. Kann man beim Groundhoppen auf gut Deutsch gesagt leicht bescheißen?

Jörg Heinisch: Es wird eigentlich erwartet, dass alles mit Eintrittskarten dokumentiert ist. Zudem führt jeder Groundhopper auch seine eigene Statistik. Aber theoretisch ist es möglich. Zumal die Zählweise auch nicht wirklich so starr festgelegt ist. In Deutschland wird das lockerer gesehen, da wird ein Freundschaftsspiel bisweilen auch als Ground gewertet.

SPOX: Gibt es nationale und internationale Regelungen, analog zu Institutionen wie FIFA oder UEFA?

Heinisch: Internationale Regelungen gibt es nicht. Das Groundhopping in England unterscheidet sich doch sehr von dem in Kontinental-Europa. In England gibt es Punkte nur dann, wenn man auch die kompletten 90 Minuten anwesend war. In Deutschland gibt es einige, die sich bereits nach einer Halbzeit einen Punkt gutschreiben.

SPOX: ...um dann eine zweite Halbzeit in einem anderen Stadion in der Nähe zu besuchen und zwei Punkte auf einmal zu machen?

Heinisch: Genau. Viele interessieren sich gar nicht für das Spiel, sondern wollen nur möglichst viele Grounds in kurzer Zeit machen. Hinfahren, abhaken, zur nächsten Stadt. So kann man eine Liga schneller komplettieren.

SPOX: Gibt es ein Sammelalbum für Groundhopper, in der Art der Panini-Reihe? Oder spezielle Conventions, wo man seine Errungenschaften ausstellt?

Heinisch: Jeder dokumentiert für sich. Da sind die Hard-Kopies, also echte Tickets und Bilder zum Beispiel. Der große Rest aber spielt sich im Internet ab. Wobei es auch da nicht so viele gibt, die ihre kompletten Galerien öffentlich machen. Höchstens vielleicht auf Nachfrage. Es kommt in England einmal im Jahr eine Gruppe Groundhoper zusammen. Aber da werden keine Bilder oder Tickets zur Schau gestellt.

SPOX: Reduziert sich Groundhopping auf bestimmte Personenkreise?

Heinisch: Es geht durch alle gesellschaftlichen Schichten, vom Arbeitslosen bis zum Anwalt.

SPOX: Aber wie kann ein Anwalt Zeit finden für ein derart zeitintensives Hobby?

Heinisch: Wenn man einen geregelten Job hat, kann man Groundhopping natürlich weniger intensiv betreiben. Dann fallen manche Touren eben aus. Aber es gibt auch sehr viele, die eine feste Anstellung, die einen zeitlich sehr einschränkt, gar nicht annehmen würden. Manche arbeiten überhaupt nicht. Die hangeln sich dann mit ein paar Tricks durchs Leben.

SPOX: Neben dem Faktor Zeit könnte auch der Faktor Geld im Weg stehen...

Heinisch: Es gibt einige schwarze Schafe. Ein Hopper mit sehr vielen Länderpunkten zum Beispiel hat früher bei einer Versicherung gearbeitet. Der wusste im Laufe der Jahre aber sehr genau, was er einreichen musste, damit er frühzeitig in Rente geschickt wurde. Darüber ärgere ich mich.

SPOX: Welche anderen, legalen Tricks gibt es?

Heinisch: Shoppen gehen. Wenn Manchester United in die Region Hongkong oder im Fernen Osten zu einem Freundschaftsspiel fährt, dann kaufen die Groundhopper dort im großen Stil alle Programmhefte auf und verkaufen die dann deutlich teurer wieder in Europa. Ebenso funktioniert das auch mit Devotionalien. Dafür gibt es einen eigenen Markt.

Groundhopping-König Carlo Farsang: Geschichten aus der anderen Welt

SPOX: Ist es für einige bereits zu mehr geworden als ein bloßes Hobby?

Heinisch: Es gibt ein paar, für die ist Groundhopping ihr Lebensinhalt geworden. Die haben eine Grenze überschritten: Steht alles andere in meinem Leben dafür hinten an? Beruf, Familie oder andere Hobbies spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

SPOX: Gibt es neue Strömungen oder Trends, auf die sich Groundhopper spezialisieren?

Heinisch: Das wäre mir nicht bekannt. Jeder hat seine Vorlieben. Viele planen ihre Touren in sehr ursprünglichen Gebieten wie den Kaukasus zum Beispiel. Südamerika ist auch sehr stark besucht. Dort herrscht einfach die beste Stimmung - wobei das auch ein wenig nachgelassen hat. Aber es gibt vor allem in England ein paar komische Abarten: Für manche zählt ein Match nur dann, wenn sie den Spielball einmal gefangen haben. Es gibt auch einen, der nur hinfährt, wenn das Spiel abgesagt wurde. Nur, um das dann zu dokumentieren.

SPOX: Gibt es eine Liga, eine Weltmeisterschaft oder eine Groundhopping-Kultfigur?

Heinisch: Innerhalb der Vereinigung der Groundhopper findet man schon eine Art Elite und auch einen gewissen Wettbewerb. Carlo Farsang galt lange Zeit als der König der Groundhopper. Aber da er sich mittlerweile um seine Firma kümmern muss, fährt er nur noch ausgewählte Touren.

SPOX: Sind Groundhopper süchtig?

Heinisch: In gewisser Weise schon. Carlo Farsang hat den Wohnort gewechselt, um näher an den nächsten Stationen dran zu sein, die er bereisen wollte. Zum Beispiel hat er eine gewisse Zeit in Südamerika gewohnt, um dort möglichst viele Länderpunkte zu sammeln. Einfach so in Urlaub zu fahren, nur um in der Sonne zu liegen, kommt für ihn nicht in Frage.

Jörg Heinisch ist Fan von Eintracht Frankfurt und zudem Buch-Autor zum Thema Groundhopping. Sein letztes Werk mit dem Titel "Abenteuer Groundhopping kennt keine Grenzen - Band 3 zu Stadien sammelnden Fußballfans" ist 2008 erschienen. Davor hat Heinisch noch zwei weitere Bücher zum Thema verfasst.

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