Mittwoch, 03.09.2008

Wegen 6+5-Regel

Blatter wettert gegen Platini

In einem Interview mit der "Sport Bild" sieht FIFA-Präsident Sepp Blatter den Fußball den Machenschaften der Wettmafia gegenüber hilflos ausgeliefert. Zudem kritisiert er die Haltung von UEFA-Boss Michel Platini zu den geplanten Reformprojekten 6+5-Regelung und EM-Endrundenerweiterung. Auch auf die viel diskutierte Olympia-Abstellung von Spielern geht der 72-Jährige ein.

Sepp Blatter, FIFA
© Getty

Blatter zeigt sich wenig geschockt angesichts der Enthüllung der neuen Wettskandale. Ihn erschrecke im Fußball inzwischen nichts mehr, so der Schweizer . Blatter will sich nun aktiv um die Aufklärung der verworrenen Situation bemühen und zunächst einmal eine Bestätigung für die erhobenen Vorwürfe finden.

Hierzu werde die FIFA das WM-Spiel Brasilien gegen Ghana genauer unter die Lupe nehmen und auf Unstimmigkeiten überprüfen.

Sollte sich der Verdacht einer Wettmanipulation bestätigen, sieht Blatter von Seiten der FIFA jedoch wenig Interventionsmöglichkeiten: "Wenn es so ist, steckt sicher illegales Wetten dahinter, und da sind uns die Hände gebunden."

Mehr zum Wettskandal gibt's hier!

Blatter fordert stattdessen die staatlichen Behörden zur Verfolgung des irregulären Wettens auf, da der Fußball den Machenschaften der Wettmafia hilflos ausgeliefert sei.

Blatter vs. Platini I

Neben dem vermeintlichen neuen Wettskandal beschäftigt Blatter zudem die ablehnende Haltung von UEFA-Präsident Michel Platini gegenüber der von der FIFA angestrebten 6+5-Regelung. Er zeigt sich von Platinis Resignation, die der Franzose mit dem Hinweis auf einen Verstoß gegen das EU-Arbeitsrecht begründet, überrascht.

Blatter hätte von einem "ehemaligen Weltstar, der die Nummer 10 getragen hat" etwas mehr Kampfgeist erwartet und fordert Platini auf, den ihm vom FIFA-Kongress erteilten Auftrag zur Unterstützung von 6+5 zurückzugeben.

Der FIFA-Boss selbst will sich weiter für das Projekt stark machen, stellt allerdings auch klar, dass 6+5 nur eingeführt werden wird, wenn es rechtlich abgesichert ist. Damit will der Schweizer einer möglichen Klagewelle der Vereine den Wind aus den Segeln nehmen.

Blatter vs. Platini II

Meinungsdifferenzen bestehen zwischen dem FIFA- und UEFA-Boss zudem angesichts der von Platini angeregten Aufstockung der EM-Endrunde von 16 auf 24 Mannschaften. Blatter ist der Ansicht, dass eine solche Entwicklung für den Fußball nicht gewinnbringend sei.

Da bei der Erweiterung auf 24 Teilnehmer nahezu jede zweite Nation der 53 in der UEFA vereinigten Verbände im Endrundenturnier am Start wäre, sieht der Schweizer das Hauptproblem insbesondere im Qualifikationsmodus. Eine endgültige Entscheidung über die Reform soll am 25. und 26. September fallen. An diesen Tagen trifft sich das Exekutivkomitee der UEFA in Bordeaux.

Olympia-Abstellung: Probleme nur mit deutschen Klubs

Im Streit um die Abstellung von Profis für die in Peking vertretenen Nationalmannschaften gibt Blatter an, dass es nur mit Deutschland Schwierigkeiten gegeben hätte.

Bezüglich der vom FC Schalke 04 an Rafinha gerichteten Entschädigungszahlung im sechsstelligen Bereich wird sich die FIFA einschalten. Laut Blatter wird der Fußballweltverband dafür sorgen, dass der brasilianische Verband die Strafe für den Schalke-Profi zahlt.

SPOX

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