Montag, 26.11.2007

So läuft die WM-Quali 2010

Klinsi, Gazza und 007 reloaded

München - Die neun europäischen Qualifikationsgruppen zur WM 2010 in Südafrika stehen fest. Ab September 2008 werden 13 freie Plätze für die Endrunde ausgespielt. Einige Gruppen versprechen unvergessliche Ereignisse. SPOX.com sagt schon mal, welche das sein werden.

Paul, Gascoigne
© Imago

Gruppe 1: Vor dem letzten Spieltag liegen Portugal, Schweden und Dänemark punkt- und torgleich an der Spitze. Die Selecao hat mit dem Heimspiel gegen Ungarn die besten Karten. Schweden und Dänemark duellieren sich in Stockholm.

Weil dichter Nebel den Anpfiff in Schweden verzögert, finden beide Spiele nicht zeitgleich statt. Portugal verliert durch ein Tor von Szabolcs Hustzi 0:1. Schweden und Dänemark kopieren Deutschlands Nichtangriffspakt von Gijon gegen Österreich von der WM 1982 und einigen sich auf ein 0:0.

Portugals Coach Luiz Felipe Scolari prügelt daraufhin drei FIFA-Offizielle krankenhausreif und Co-Trainer Luis Figo lässt sich von seiner schwedischen Ehefrau Helen scheiden.  

Gruppe 4: Europameister Deutschland trifft 69 Tage nach dem EM-Finale von Wien (4:0 gegen Italien) zum Quali-Auftakt auf Aserbaidschan.

Während auf der Ehrenloge Aserbaidschans Präsident Artur Rasizadə Bundeskanzlerin Angela Merkel anbaggert und um die Aufnahme in die EU bettelt, gibt Hansi Flick die Aufstellung preis:

Rene Adler - Jerome Boateng, Mats Hummels, Lars Bender, Sebastian Boenisch - Sven Bender, Sami Khedira, Marko Marin, Toni Kroos - Askhan Dejagah, Manuel Fischer

Auf der Bank sitzen fünf bei der TSG Hoffenheim ausgebildete 17-Jährige.

Von der Europameister-Mannschaft sind nur noch Michael Ballack (Schachtjor Donezk), Oliver Neuville (VfR Bürstadt), Jens Lehmann (Cashpoint Altach) und Mike Hanke (ohne Verein) dabei.

Bundestrainer Jogi Löw setzt in zehn Partien (zehn Siege) 74 verschiedene Spieler ein. Dazu Oliver Bierhoff: "In ihren Bundesligavereinen dürfen sie ja nicht spielen. Sauerei!" Rudi Völler lässt daraufhin ein Porträtfoto vom breit grinsenden Oliver Bierhoff 100 Mal vergrößern, malt drei Zahnlücken rein und hängt es vor die DFB-Zentrale. "So sieht er aus, wenn ich mit ihm fertig bin. Dann kann er sich von Dr. Müller-Wohlfahrt untersuchen und sich eine neue Knabberleiste einbauen lassen."      

Gruppe 6: England startet unter Teammanager Jürgen Klinsmann mit einem 5:1 gegen die Ukraine in die Qualifikation. Die Boulevardblätter fordern umgehend Klinsis Ritterschlag. Klinsmann wohnt weiterhin in Kalifornien und reist nur zu den Spielen nach Europa.

Nach dem 0:0 in Andorra tritt er auf Druck des Boulevards zurück. Otto Rehhagel übernimmt, reaktiviert den 43-jährigen Tony Adams als Libero und stellt den 46-jährigen David Seaman ins Tor. Der 40-jährige Alan Shearer schießt England mit elf Toren in ein "Endspiel" gegen Kroatien. Da England das Hinspiel 3:0 gewann, können sich die Three Lions eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied erlauben.

Zur Pause führt Kroatien im Wembleystadion durch vier Tore von Davor Sukers Sohn 4:0. Englands Verbandsboss entlässt Rehhagel in der Halbzeitpause. Tribünengast Paul Gascoigne setzt sich mit 2,3 Promille auf die Bank und rülpst dem vierten Schiedsrichter drei Auswechslungen entgegen. Es hilft nichts - England verliert 0:5 und verpasst die WM. 

Gruppe 7: Peppi Hickersberger bleibt trotz des blamablen EM-Abschneidens (0 Punkte, 0:11 Tore) Nationaltrainer von Österreich.

Am fünften Spieltag muss Österreich auf die Faröer-Inseln. Um ein Deja-vu zu vermeiden (Österreich verlor am 12. September 1990 in der EM-Quali unter Hickersberger gegen die Faröer 0:1), engagiert der Coach Motivationsguru Hans Krankl für dieses Spiel als Co-Trainer - ohne Erfolg. Österreich verliert 0:2. Krankl schleift ÖFB-Manager Andi Herzog am Kragen in die Kabine und poltert: "Mia san so schlecht, da wirst ja deppert. Gäh leckt's mi am Oasch!"   

Hickersberger darf weitermachen und Österreich fährt dank der Auswärtssiege in Frankreich, Rumänien und Serbien zur WM.  

Gruppe 9: Schottland muss im letzten Spiel gegen die bereits qualifizierten Niederländer gewinnen, um in Südafrika dabei zu sein. Sir Sean Connery will im Erfolgsfall sein Comeback als James Bond geben. Des Browne, Schottlandminister der britischen Regierung, stellt den Schotten ein dreitägiges Staatsbesäufnis in Aussicht. Glasgows Barbesitzer lassen 100.000 Maßkrüge aus Bayern einfliegen.

James McFadden erzielt beim 2:1 beide Tore für die Bravehearts und darf zur Belohnung Connerys Gegenspieler im 007-Streifen "Nur Schotten leben zwei Mal" spielen.

Thomas Gaber

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