Marco Sailer im Interview

"Nur rumkicken ist nicht mein Ding"

Sonntag, 31.07.2016 | 18:58 Uhr
Marco Sailer wechselte im Sommer zu Wacker Nordhausen in die Regionalliga
Advertisement
Premier League
Sa18:30
Liverpool - Chelsea - Der Kampf um die CL-Plätze
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Premier League
Brighton -
Liverpool
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man United
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Leicester -
Burnley (Delayed)
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Swansea (Delayed)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Inter Zapresic
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Auckland City

Von der Bundesliga in die Regionalliga - Marco Sailer überraschte mit seinem Wechsel vom SV Darmstadt 98 zu Wacker Nordhausen. Im Interview spricht der 30-Jährige über die Beweggründe für den Transfer, seine besondere Wahl der Rückennummer und die Ängste seiner Tochter.

SPOX: Herr Sailer, Ihr Vertrag beim SV Darmstadt 98 wurde im Sommer nicht verlängert. Nun haben Sie bei Wacker Nordhausen in der Regionalliga Nordost für zwei Jahre unterschrieben. Simpel gefragt: Weshalb?

Marco Sailer: Ich müsste lügen, wenn ich nach meiner Zeit in Darmstadt sagen würde, ich hätte nicht auf Angebote aus der 2. Liga oder dem Ausland spekuliert. Allerdings kam es nie zu konkretem Interesse, zumal ich mir mit meiner kleinen Familie auch die Frage stellen musste, ob sich das Ausland tatsächlich auch rentieren würde. Relativ früh gab es dann den Kontakt zu den Verantwortlichen von Nordhausen. Ich hatte die Entwicklung von Wacker in den letzten Jahren durchaus verfolgt und habe gesehen, dass dort etwas entsteht, was für mich ziemlich reizvoll ist. Hier hatte ich das Gefühl, dass man noch Ziele hat und etwas Großes erreichen möchte. Ich sah von Beginn an gewisse Parallelen zu den Anfängen damals in Darmstadt.

SPOX: Sie wurden schon als "Darmstadts Hipster" bezeichnet. Mit Ihrem Bart, ihrer Einstellung zur Ernährung und Ihrem alternativen Profil hätten Sie eigentlich auch ganz gut zu Vereinen wie Union Berlin oder dem FC St. Pauli gepasst.

Sailer: Natürlich gab es den einen oder anderen Verein, bei dem ich mir hätte vorstellen können zu spielen, weil er von seiner Philosophie her gut zu mir gepasst hätte. Allerdings muss das Interesse in solchen Fällen auch von beiden Seiten vorhanden sein, insofern hat sich diesbezüglich nichts ergeben.

SPOX: In Nordhausen sind Sie nicht die einzige Kultfigur.

Sailer: Richtig, Tomislav Piplica ist unser Torwarttrainer. Ich muss sagen, er ist ein super Typ und ein super Mensch. Ich freue mich sehr, in Zukunft mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen - wenn auch nicht direkt. Darüber hinaus haben wir mit Zafar Yelen und Mounir Chaftar zwei ehemalige Bundesligaspieler und insgesamt eine richtig gute Truppe beisammen.

SPOX: Welche Rolle spielte der sportliche Leiter Maurizio Gaudino bei Ihrer Entscheidung?

Sailer: Als Fußballer fragt man sich, wo kann ich den maximalen Erfolg haben. In Nordhausen wurde mir vermittelt, dass die Leute hier richtig Bock haben und mittelfristig in die 3. Liga wollen. Meine Entscheidung war nicht abhängig von einzelnen Personen, sondern davon, welche Stimmung im und um den Verein herrscht. Wenn ich nicht überzeugt davon gewesen wäre, hätte ich diesen Schritt nicht gemacht. Nur ein bisschen rumkicken, das ist nicht mein Ding. Der Reiz hier bei Wacker liegt auch darin, etwas Neues aufzubauen.

SPOX: Wie intensiv haben Sie sich bis zu Ihrer Unterschrift mit der 4. Liga beschäftigt?

Sailer: Dadurch, dass ich generell fußballverrückt bin, habe ich Nordhausen schon auf dem Zettel gehabt. Zumal ich behaupte, dass die Unterschiede zwischen der 4., 3. und 2. Liga nicht so gravierend sind, wie sie immer dargelegt werden. Letztlich wird überall ordentlicher Fußball gespielt und das Leistungsgefälle ist nicht allzu groß. Natürlich ist das Tempo und die Qualitätsdichte in der Bundesliga nochmal eine ganz andere, aber der DFB-Pokal beweist ab und an mal, dass auch in der Regionalliga durchaus leistungsstarke Teams spielen.

SPOX: Wie muss man sich die Trainingsbedingungen in Nordhausen vorstellen? Aus Darmstadt waren Sie ja einiges gewohnt.

Sailer: Direkt neben dem Stadion haben wir einen vernünftigen Trainingsplatz und darüber hinaus gibt es diverse Anlagen in der näheren Umgebung, die wir ebenfalls nutzen können. Ein wenig erinnert mich das hier an die Gegebenheiten in Darmstadt vor nicht allzu langer Zeit.

SPOX: Der Abschied von den Lilien nach drei Jahren war sehr emotional. Die Fans liebten Sie, es gab sogar Petitionen, damit der Verein doch noch mit Ihnen verlängert. Sind Sie traurig, dass es zur Trennung kam?

Sailer: Das Thema Darmstadt ist abgehakt, mein Fokus gilt jetzt ausschließlich Nordhausen und den damit verbundenen Aufgaben. Natürlich war der Abschied nach einer solch fantastischen Zeit am Bölle nicht gerade einfach. Vor allem die ersten zwei Wochen in der Sommerpause waren sehr hart, weil ich auch selbst nicht wusste, wie es weitergeht. Zudem bekam ich auch noch viele Nachrichten aus Darmstadt, was die ganze Sache nicht einfacher machte. Aber nun ist das Kapitel abgeschlossen und ich konzentriere mich voll und ganz auf meine neue Aufgabe. Letztlich bringt es ja auch nichts, mit den Gedanken in der Vergangenheit herumzualbern.

SPOX: Der Kontakt zu den Mitspielern bleibt aber bestehen, oder? Angeblich sollen Sie sich ja wegen Dominik Stroh-Engel für die Rückennummer 10 in Nordhausen entschieden haben.

Sailer: Klar, in den drei Jahren ist auch die eine oder andere Freundschaft entstanden. Und die Geschichte mit meiner Rückennummer stimmt auch. In Nordhausen wurde mir die 9 oder die 10 angeboten, da aber "Dodo" Stroh-Engel für mich die einzig wahre 9 ist, habe ich mich aus Respekt vor ihm für die 10 entschieden - obwohl die ja auch gewisse Verantwortung mit sich bringt. (lacht)

SPOX: Beim Thema Verantwortung kommt einem Ihr Umgang mit der Ernährung in den Sinn. Sie leben seit einigen Jahren vegan. Manche denken, das sei für einen Profisportler nicht machbar. Wie nehmen Sie diese Diskussion mittlerweile wahr?

Sailer: Sie bewegt sich noch in einem erträglichen Rahmen. Natürlich war es anfangs seltsam, als mehr über meine Essgewohnheiten gesprochen wurde, als über meine sportlichen Erfolge. Aber letztlich versuche ich dahingehend immer die Waage zu halten. Ich stehe dazu, wie ich mich ernähre, weil es mich persönlich weitergebracht hat. Allerdings ist jeder Körper anders, insofern bin ich keiner der versucht, die Leute vom veganen Lebensstil zu überzeugen. Jeder muss für sich selbst entscheiden und wissen, was für seinen Körper am besten ist.

SPOX: Sie machen Werbung für Ernährung und Tierschutz. Sind das Themen, die für Sie auch nach dem Karriereende interessant sein könnten?

Sailer: Mit 30 macht man sich durchaus Gedanken über die Zeit nach dem Fußball. Ich habe viele Ideen in meinem Kopf, aber Ideen alleine reichen eben nicht aus. Ich habe eine abgeschlossene Bankausbildung, kenne mich also in dieser Richtung auch ein wenig aus. Aber eigentlich möchte ich mich noch nicht konkret festlegen, wohin es mich nach dem Karriereende verschlägt. Zunächst einmal möchte ich noch ein paar Jährchen Fußball auf hohem Niveau spielen und dann schaue ich einfach, was zu mir passt. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich fernab des Fußballs tätig bin. Wichtig ist, dass ich mit vollster Überzeugung letztlich dahinterstehe. Ich bin nicht der Typ, der irgendetwas macht, nur um irgendetwas zu machen.

SPOX: Ohne Bart-Frage können wir Sie nicht entlassen: Wie viel Pflege braucht das Ding eigentlich in der Woche?

Sailer: Gar nicht so viel, ich stehe nicht so gerne im Bad. (lacht) Natürlich wird er unter der Dusche mit Shampoo gewaschen und danach noch etwas eingeölt, aber ich renne nicht all drei Tage zum Barbier und lasse meinen Bart in Form bringen. So eitel bin ich dann doch nicht.

SPOX: Und wann kommt er ganz weg?

Sailer: Es hieß nach den ganzen Aufstiegen mit den Lilien, dass der Bart nun weg käme, aber irgendwie traute sich keiner ran. (lacht) Ich habe aber tatsächlich überlegt, ob ich ihn nach meinem Abschied in Darmstadt abnehmen soll, weil er ja eine gewisse Verbindung zum SVD hatte. Auf der anderen Seite ist es aber meine Geschichte, daher behielt ich ihn dran. Außerdem habe ich Angst, dass meine kleine Tochter mich nicht mehr erkennt, wenn ich mich rasieren würde.

Marco Sailer im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung