Audi und das Bayern-Gen

SID
Sonntag, 01.06.2008 | 15:02 Uhr
Regionalliga, Ingolstadt, Aufstieg
© Imago
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Ingolstadt - Ganz Ingolstadt war aus dem Häuschen. Mannschaft und Fans feierten bis tief in die Nacht, nachdem der FC Ingolstadt in einem dramatischen Finale den ersehnten Aufstieg in die zweite Bundesliga perfekt gemacht hatte.

"Das ist für mich wie eine deutsche Meisterschaft als Spieler", sagte ein strahlender Thorsten Fink nach dem größten Erfolg in seiner noch jungen Trainerkarriere.

"Die Mannschaft hat Ingolstädter Sportgeschichte geschrieben", rief Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) den gut 3500 Fans zu, die nach dem 2:0 gegen die SpVgg Unterhaching ihre Helden auf dem Ingolstädter Rathausmarkt feierten.

Autokorso durch die Stadt

Einer der ersten Gratulanten war Vorstandschef Rupert Stadler von Trikotsponsor Audi: "Dieser Erfolg macht nur nur die Mannschaft und den Verein, sondern die ganze Region stolz."

Mit einem Autokorso durch die 120.000-Einwohner-Stadt und dem Eintrag ins Goldene Buch im Rathaus hatten nach dem größten Erfolg in der erst vierjährigen Vereinsgeschichte die Feierlichkeiten begonnen.

"Als wir damals gesagt haben, dass wir in die zweite Liga wollen, hat uns jeder ausgelacht. Jetzt steht die ganze Stadt Kopf und feiert mit uns", stellte FC-Aufsichtsratschef Peter Jackwerth mit Genugtuung fest.

Trainer Fink und das Bayern-Gen

Als Vater des Erfolges gilt Trainer Fink. Der 40-Jährige, als Spieler mit dem FC Bayern München 2001 Champions-League-Sieger und vor seinem Wechsel Schüler von "Maestro" Giovanni Trapattoni bei Red Bull Salzburg, hat die Mannschaft in der Winterpause von Jürgen Press übernommen und ihr das Bayern-Gen eingeimpft.

Es reichte zwar nur zur Vize-Meisterschaft, "doch das ist wurscht", so Kapitän Heiko Gerber, "Hauptsache, aufgestiegen. Wir haben eine Mannschaft, die in der zweiten Liga bestehen kann."

Rückkehr nach 25 Jahren

Der Traum der Fans, dass nach mehr als 25 Jahren Pause wieder Zweitliga-Fußball an der Donau zu sehen sein wird, ist wahr geworden. Zwischen den Jahren 1978 und 1981 spielten die beiden Gründungsvereine, MTV und ESV Ingolstadt, schon einmal jeweils zwei Jahre in der zweithöchsten Klasse.

Dabei hat der junge Verein alle Mühe, mit dem rasanten Erfolg der Mannschaft Schritt zu halten. Vor allem eine geeignete Spielstätte muss her.

Neues Stadion

Das aktuell genutzte MTV-Stadion ist mit einer Kapazität von nur 6.000 Zuschauern nicht zweitligatauglich, der Bau der seit langem angedachten neuen Arena soll am 11. Juni vom Stadtrat endgültig beschlossen werden.

Also bleibt dem Klub nichts anderes übrig, als das marode ESV-Stadion für rund zwei Millionen Euro zu sanieren. Bezahlen muss dies der Verein, der sich finanziell im Wesentlichen auf die Zeitarbeitsfirma von Aufsichtsratschef Jackwerth sowie immer mehr auch auf Trikotsponsor Audi verlassen kann. Vornehmlich diese beiden Geldgeber dürften auch dafür sorgen, dass der Kader verstärkt wird.

Hockaräter werden gehandelt

Trainer Fink, der sich für die erste Saison den Klassenverbleib als Ziel gesetzt hat, und Sportmanager Harald Gärtner betonen zwar immer wieder, dass die Mannschaft nur punktuell verändert werden soll.

Im Umfeld rechnet man aber damit, dass vor der neuen Spielzeit drei oder vier Hochkaräter vorgestellt werden. Bislang stehen mit dem Augsburger Zweitliga-Spieler Sören Dreßler und den beiden 20-jährigen Talenten Valdet Rama (VfL Wolfsburg II) und Jakob Dallevedove (FC Schalke II) erst drei Neuverpflichtungen fest.

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