Sonntag, 01.06.2008

Party-Stimmung in Braunschweig

Eintracht feiert Platz 10 wie Zweitliga-Aufstieg

Braunschweig - Bei Eintracht Braunschweig wurde der zehnte Platz in der Regionalliga Nord nach einem Herzschlag-Finale so sehr bejubelt wie die Zweitliga-Aufstiege 2002 und 2005.

Die Fans stürmten das Spielfeld, der Trainer kämpfte mit den Tränen und die Mannschaft feierte bis in die frühen Morgenstunden. Durch einen 2:0-Sieg gegen Borussia Dortmund II qualifizierte sich das Team mit einer Punktlandung - so Spieler Adrian Horn - doch noch für die eingleisige dritte Liga.

Da Konkurrent Rot-Weiß Essen mit 0:1 gegen den VfB Lübeck verlor, erreichte die Eintracht am 36. Spieltag erstmals in dieser Saison den dafür nötigen zehnten Rang.

Spiel um die Existenz des Vereins

"Das ist der erfolgreichste Tag in meiner Karriere", sagte Trainer Torsten Lieberknecht. Dabei war der 34-Jährige als Spieler auch am Zweitliga-Aufstieg 2005 beteiligt gewesen.

"Doch diesmal war die Wichtigkeit extrem groß, es ging um die Existenz und die Zukunft des Vereins", sagte Lieberknecht, der erst drei Spieltage vor Schluss Benno Möhlmann abgelöst hatte. "Mir sind nicht Steine vom Herzen gefallen, sondern ein ganzes Stadion."

Ein erstmaliger Sturz in die Viertklassigkeit hätte den deutschen Meister von 1967 viel Geld und Ansehen gekostet. Bereits diese Saison soll er nach Angaben der "Braunschweiger Zeitung" mit einem Minus von über einer Million Euro abschließen.

In der neuen dreigeteilten Regionalliga hätte es zudem kaum mehr als 100.000 Euro an Fernsehgeldern gegeben.

Riesen Party nach dem Schlusspfiff

Doch statt Cloppenburg oder Altona heißen Braunschweigs Gegner nun weiter Dresden, Düsseldorf und Kickers Emden. Das wurde noch im Stadion frenetisch gefeiert. Die Zuschauer, die per Handy oder Radio immer mit einem Ohr in Essen gewesen waren, stürmten den Rasen.

Auf der Haupttribüne lagen sich die Spieler in den Armen und sangen die Vereinshymne. "So etwas gibt es nur in Kaiserslautern und in Braunschweig", meinte der frühere Lauterer Bundesliga-Profi Lieberknecht. "Die ganze Region fiebert hier mit."


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