Stadt Dresden hilft Dynamo: "Das letztes Mal"

SID
Mittwoch, 12.03.2008 | 20:17 Uhr
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Dresden - Die Stadt Dresden hat die Soforthilfe von 150.000 Euro sowie die geplante Vergabe eines Darlehens an den Regionalligisten SG Dynamo Dresden an Bedingungen geknüpft.

Der Verein muss künftig monatlich seine Bilanz vorlegen, sagte Dresdens amtierender Oberbürgermeister Lutz Vogel bei der Grundsteinlegung für das neue Stadion.

Zugleich stellte er klar, dass die Stadt dem Verein letztmalig unter die Arme greift. "Die Hilfe kann nicht zu einem Dauerabonnement werden. Ich sage ganz deutlich: Das ist das letzte Mal", erklärte der Politiker. Dem Club fehlen 1,2 Millionen Euro im laufenden Etat.

Stunde Null

Die Soforthilfe aus dem Haushalt der Stadt sei bereits angewiesen worden. Allerdings soll die Summe von 150.000 Euro mit dem zu verzinsenden Darlehen verrechnet werden, über das der Stadtrat am 10. April entscheiden muss. Im Gespräch ist eine Gesamtkreditsumme von 1,25 Millionen Euro. Als eine Gegenleistung hat der Traditionsverein der Stadt einen Sitz im Aufsichtsrat angeboten. "Wir werden das prüfen", sagte Vogel.

Der Oberbürgermeister forderte von dem Club, der noch immer den Aufstieg in die 2. Bundesliga anstrebt, künftig solides wirtschaften. "Für den Verein beginnt die Stunde Null. Wir hoffen sehr, dass die neue Ära eine der wirtschaftlichen Konsolidierung ist", betonte Vogel.

Dynamo erleichtert

"Wir haben das Signal gut verstanden und werden alles dafür tun, um die Stadt nicht zu enttäuschen", versprach Dynamo-Präsident Hauke Haensel. Zuvor hatte schon Hauptgeschäftsführer Bernd Maas erleichtert auf die Finanzspritze der Stadt reagiert.

"Wir sind froh, dass wir in den zurückliegenden Gesprächen das Vertrauen der Stadt gewinnen konnten", sagte Maas. Dem Verein drohte aufgrund des Finanzlochs in gut zwei Wochen die Zahlungsunfähigkeit.

Die städtischen Gelder seien nun ein Überbrückungsgeld. Tatsächlich benötige Dynamo pro Monat 400.000 Euro, um Gehälter und Verbindlichkeiten zahlen zu können, hatte Maas erklärt. "Perspektivisch hilft uns jedes Geld weiter, die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Wir gehen aber davon aus, dass wir bis April weitere Mittel akquirieren können", betonte er.

Neues Stadion bis 2009

Die Etatlücke des Vereins war durch Fehlplanungen entstanden. So sorgten beispielsweise fehlende Eintrittsgelder durch den Stadionneubau sowie hohe Personal- und Betriebskosten für ein dickes Minus.

Weil auf der Baustelle der neuen Arena, für die am Nachmittag im Beisein von Sachsens Justizminister Geert Mackenroth in Vertretung für den erkrankten Ministerpräsidenten Georg Milbradt der Grundstein gelegt wurde, nur 9.000 statt der eingeplanten 12.000 Zuschauer Platz finden, liegen die Defizite allein beim Ticketverkauf laut Verein bei mehr als 560.000 Euro.

Die neue Arena soll Dynamo Dresden künftig als Spielstätte dienen. Am 19. November 2007 hatten die Bauarbeiten am Rudolf-Harbig-Stadion begonnen. Mitte 2009 soll das rund 40 Millionen Euro teure Stadion für gut 32.000 Zuschauer fertig sein. Die Stadt Dresden bürgt für die Bausumme.

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