Gelebte Lebenshilfe

Von Interview: Oliver Bendt
Freitag, 23.11.2007 | 23:32 Uhr
© Imago
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Düsseldorf - Und jährlich grüßt das Murmeltier... Vor jeder Saison ist Fortuna Düsseldorf der Top-Favorit auf den Aufstieg in die Zweite Liga - und jedes Jahr werden die zahlreichen Fans aufs Bitterste enttäuscht.

Auch diese Saison lief es nach famosem Start nicht mehr rund, auch wenn am letzten Vorrundenspieltag die Rückkehr an die Tabellenspitze gelang. Trainer Uwe Weidemann musste vor einigen Wochen seinen Stuhl räumen.

Grund genug für SPOX, mal nach dem Rechten zu sehen bei der Fortuna. Und wer könnte mehr Einblicke in die Düsseldorfer Fußballwelt geben als Kabarettist und Fortuna-Fan Dieter Nuhr...

SPOX: Herr Nuhr, Düsseldorfs Bilanz mit 17 Toren in 18 Spielen klingt wenig attraktiv. Welche Gründe gibt es, sich dennoch ein Fortuna-Spiel anzuschauen?

Nuhr: Ich bin ja mit Fortuna aufgewachsen. Und daher weiß ich, dass die Leistungen meistens am Besten sind, wenn man am Wenigsten erwartet. Meistens erwartet man nur leider so viel von Fortuna, dass sie es gar nicht einlösen können. Im Moment gibt es da sowieso eine psychologisch interessante Situation. Wolf Werner, ein junger Trainer, ein aufstrebender Trainer, der jetzt versucht etwas zu reißen. Fortuna stand halt gerade so gut, dass man gesagt hat: Ne sooo gut, das hält das Publikum gar nicht aus, da schmeißen wir den Trainer Weidemann raus. Das ist eine interessante Situation, jetzt zu gucken: Wie kommt die Mannschaft damit klar und schießt sie vielleicht aus Versehen, aus Desorientierung einfach die Tore. Das ist ja auch möglich.

SPOX: Wie schmerzresistent muss man denn sein, um als Fortuna-Fan zu überleben?

Nuhr: Das ist es ja. Fortuna-Fan zu sein, ist gelebte Lebenshilfe. Das ist so. Wer mit diesem Verein aufwächst, weiß dass Schmerzen, vielleicht nicht vergehen,  aber das sie erträglich werden. Irgendwann. Insofern kann ich nur Eltern empfehlen nach Düsseldorf zu ziehen, um ihre Kinder mit der Fortuna aufwachsen zu lassen, weil solche Kinder einfach nachweislich resistenter durchs Leben gehen.

SPOX: Ein verkürztes Zitat von Ihnen: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten". Haben Sie keine Angst, genau das von den Radiohörern vorgeworfen zu bekommen?

Nuhr:  Nö, das ist kein Problem für mich. Wenn ich mich selber an den Spruch halten würde, dann wäre ich ja berufslos.

SPOX: Alan Shearer ist TV-Experte und Kandidat als englischer Nationalcoach. Stefan Effenberg ist TV-Experte und Kandidat als HSV-Trainer. Dieter Nuhr ist bald Radio-Kommentator - und Kandidat als Düsseldorfs neuer Coach?

Nuhr: Mein Problem ist, das ich nicht so viel Zeit habe. Ich würde es supergerne machen. Das zweite Problem ist aber: Ich versteh etwas von dem Spiel. Und wenn man das tut, sollte man nicht Fortuna-Trainer werden, weil es einfach den Spaß aus der Sache rausnimmt. Nachher fangen die einfach an Fußball zu spielen, möglicherweise noch mit System. Und wenn das soweit ist, wird der Fan in Düsseldorf vollständig verwirrt sein.

SPOX: Da würde dann nur noch die Auswanderung helfen...

Nuhr: Aber wohin? Ich meine, die Nachbarstadt fällt definitiv aus. Insofern hat man es da schwer. Man bleibt dann doch in Düsseldorf, mangels Alternative.

Dieter Nuhr als Fußball-Kommentator erleben auf www.antenneduesseldorf.de.

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