Basler wird Oberliga-Trainer

SID
Donnerstag, 12.10.2017 | 10:54 Uhr
Mario Basler versucht sich als Trainer in der Oberliga
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Mario Basler steigt nach jahrelanger Pause wieder ins Trainergeschäft ein - in der 5. Liga. Der Schritt in die Oberliga soll ein Freundschaftsdienst sein.

So hart wie mit Uli Hoeneß werden die Verhandlungen nicht gewesen sein. Damals, beim FC Bayern, erzählte Mario Basler vor einem Jahr in der voyeuristischen Realityshow "Promi Big Brother" allen, die das wissen wollten, sei er ständig ins Präsidenten-Büro zum Rapport bestellt worden, um das Strafmaß für seine nächtlichen Eskapaden festzulegen. Bei seinem neuen Job kann es dem früheren Fußball-Europameister hingegen nicht ums Geld gehen.

"Das ist ein toller Verein mit einem tollen Gelände und tollen Voraussetzungen", sagte Basler bei seiner Vorstellung als Trainer von Rot-Weiss Frankfurt am Donnerstag.

Der hessische Fünftligist, den Basler zunächst bis Weihnachten trainieren will, steht derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Basler will den Klub langfristig als "zweite Macht in Franfurt" sehen, hinter Bundesligist Eintracht und vor dem taumelnden Ex-Zweitligisten FSV also.

Die finanzielle Lage bei RW ist allerdings angespannt. Auf seinen Trikots und Banden wirbt der Fünftligist für einen FKK-Saunaclub. "Es ging mir nicht ums Geld, es ist ein Freundschaftsdienst", sagte Basler. Die Unterschrift des Ex-Nationalspielers sei eine "Gefälligkeitsleistung", meinte Klub-Präsident Ersan Dincer der FAZ. Die Beurteilung fällt schwer, ob Basler Gewinner oder Verlierer ist.

"Eines der größten Talente des deutschen Fußballs"

Aber auf diesem schmalen Grat wandelt der 48-Jährige quasi seit Beginn seiner Karriere. Mit verbundenen Augen. Auf dem Platz war der Mittelfeldspieler mit dem gefürchteten rechten Fuß sehr lange sehr nahe an der Weltklasse, manchmal darüber. Nach dem Abpfiff genoss Basler das Leben dafür umso mehr, meist feiernd mit Zigarette im Mund, er teilte offen und ehrlich gegen alles aus, was ihm nicht passte.

Hoeneß sagte einmal, Basler sei eines "der größten Talente im deutschen Fußball". Aber eben (angeblich) auch einer, der "sein Privatleben überhaupt nicht im Griff" habe. Eine nächtliche Prügelei beendete 1999 Baslers Zeit in München, während der er laut eigener Aussage "ungefähr 400.000 Euro" an Strafzahlungen leisten musste.

Mit den Bayern hatte Basler den DFB-Pokal und zweimal die Meisterschaft gewonnen. Im Champions-League-Endspiel 1999 stand Basler bis zur 87. Minute auf dem Platz, ehe in den Schlussminuten für viele der Fußballgott höchstpersönlich für die bitterste aller Niederlagen verantwortlich war (1:2 gegen Manchester United). Bei der EM 1996 gehörte er zum Aufgebot (und deshalb auch zu den Siegern), eine Verletzung verhinderte aber einen Einsatz in England.

Absturz ins Unterhaltungsfernsehen

Als Coach hatte Basler nach Stationen in Regensburg, Trier und Burghausen zuletzt bei Rot-Weiß Oberhausen gearbeitet, doch der Bundesliga-Torschützenkönig von 1995 verließ den damaligen Viertligisten im September 2012 vorzeitig. Von Januar 2015 bis März 2016 war er Geschäftsführer Sport des Oberligisten Lok Leipzig. Dazwischen und seitdem: Viele private Fragezeichen.

Vor seinem Einzug in den Big-Brother-Container nahm Basler an der "Völkerball Meisterschaft 2016" bei ProSieben teil, im Januar war er bei der "Promi-Darts-WM" zu sehen. Mit seiner Lebensgefährtin Doris Büld tanzte er in der Live-Show "Stepping Out" mit, ehe er sich verletzte. Zum Dschungelcamp schien nicht mehr viel zu fehlen.

Bis zum Jahreswechsel soll aber wieder der Fußball im Vordergrund stehen. "Ich will versuchen, der jungen Mannschaft Selbstvertrauen zu geben", sagte Basler. Ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass sein Engagement über Weihnachten hinaus geht. "Ehrlich? Ich weiß es im Moment auch noch nicht."

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